Januar 20

Neues Interview, hoffentlich neues Glück…

Heute hatte sich die Ibbenbürner Volkszeitung zum Interview angemeldet. Eine Volontärin, eine Auszubildende und ein mit einer Videokamera bewaffneter junger Mann stürmten zur Aufgabenbewältigung unser Wohnzimmer. Zielsetzung ein Interview über meinen Weg, mein Buch und die Aufklärungsarbeit. Ja, ich mache natürlich weiter, nur halt nicht mit den Redaktionen die mit dem Jet durch die Kinderstube geflogen sind. Natürlich habe ich mich auch wieder auf das Interview in entsprechender Weise vorbereitet. 10393784_770701249672727_7760538408494340424_n Entspannt geht so ein Interview halt einfacher… Viele gute Fragen und hoffentlich gute Antworten werden dann hoffentlich interessanten und lesenswerten Artikel ergeben. Ich finde aber jetzt schon denke ich wir vier haben das ganz gut gemacht. Aber lest bald selbst in der IVZ.  Alles liebe, Pam

Januar 14

Am Ende des Weges…

  In den letzten Wochen ist mir bewusst geworden das ich selbst das Ende des Weges erreicht habe. Am 01.12.10 habe ich meinen Weg begonnen. Einen Weg, von dem ich gehofft hatte dass er mich und auch meine Frau Sabine, eine neue bessere zweite Lebenshälfte ermöglichen würde. Die letzten Wochen haben mir gezeigt dass unser Traum wohl nie wahr werden wird. Am 28.12.14 bin ich mit dem Krankenwagen in die geschlossene Abteilung der LWL-Klinik in Lengerich eingeliefert worden. Ich hatte keine Kraft mehr zu Leben und ich wusste nicht ob ich den Abend noch erleben würde. Mich haben die Ereignisse der letzten Monate immer mehr erdrückt. Ärzte die einen erpressen statt zu behandeln oder nicht mehr behandeln wollen weil Sie gemerkt haben das die Patientin transident ist. Menschen die dir, in einer erschreckenden Weise zeigen, dass du der Abschaum der Menschheit bist. Seit meinem Outing habe ich dafür gekämpft, dass transidente Menschen vielleicht ein wenig besser verstanden werden. Leider haben mir gerade die letzten Wochen gezeigt, wie unnötig dieser Kampf war. Wer es nicht verstehen möchte, der wird es auch nie verstehen. Fazit: Die betroffenen werden weggesperrt und die sich wie menschliche Arschlöcher verhalten dürfen einfach so weiter machen. Ich muss inzwischen sehr starke Medikamente nehmen um damit klar zu kommen. Von Kraft ist keine Spur mehr zu fühlen. Der Akku ist nicht nur leer, er ist unwiderruflich Zerstört. Und das schlimmste… die Menschen die ich liebe müssen wegen mir immer mehr leiden. Wie soll es so noch eine Zukunft geben? Vielleicht wäre es besser gewesen wenn ich mich nie geoutet hätte. Ich hätte mit den gleichen Medikamenten als Mann weiter leben sollen. Vielleicht hätte mich der ABC-Dienst Cloppenburg dann auch nie aus der Chronik gestrichen (Ich habe ja nur diesen Dienst in die Feuerwehr über Jahre integriert). Mit den Medikamenten hätte ich sicherlich als Mann wieder Arbeit gefunden. Wenn ich an geistig unflexible Eltern denke, die ihr Kind verstoßen anstatt zu helfen. Ja, Kinder sind halt nur angesehen wenn sie erfolgreich sind. Echt, scheiß auf diese Gesellschaft. Und die Medien??? Wenn einer im Fastfoodladen einen Furz quer sitzen hat sind sie da. Werden aber gleichgeschlechtliche Paare sogar von der Regierung diskriminiert werden, dann ist es nicht mal eine Zeile wert. Aber Hauptsache über ein Reissack in China wird bei Schieflage berichtet. Ich könnte Stundenlang weitere Beispiele nennen… aber wofür?? Leser wollen sich an meinem geschreibsel ergötzen… Aber wenn man mal nach einer kleinen Unterstützung fragt, dann habe ich plötzlich keine Leser mehr. Diese Gesellschaft hat es nicht verdient, dass sich Menschen noch anstrengen ihnen was erklären zu wollen was sie nicht verstehen. Mit dem Outing habe ich offensichtlich den Status MENSCH abgegeben. Ich kann nicht mehr. Ich habe keine Kraft mehr und wegsperren lasse ich mich nicht noch mal. Euch ein schönes Leben… ich bin raus. Pam PS: So liebe Gesellschaft, nu könnt ihr euch wieder die Mäuler zerreißen weil ich in der „Geschlossenen“ war.

Januar 13

Ende der ersten Auszeit…

Hi Leute,
nach einer ersten Auszeit bin ich wieder im heimischen Nest angekommen. Die Auszeit war nötig und hat mir sehr gut getan. Allerdings wird es noch ein sehr langer Weg bis ich wieder die alte Kraft haben werde. Ich durfte meine Auszeit mit sehr vielen wundervollen Menschen teilen. Menschen die sich genauso wie ich für eine Auszeit entschieden haben. Menschen die wie ich sich auf dem Weg zur mentalen Kraft befinden. Diese Menschen haben mir etwas besonderes geschenkt. Ein Lächeln der Seele. Ein Paket voller Zuversicht und Kraft. Und das wichtigste… Freundschaft. Ich bin so dankbar, das ich diese Menschen treffen, kennen lernen und ein Teil ihrer Gemeinschaft sein durfte. Die Menschen wissen das ich sie jetzt anspreche. DANKE!!!
Und der größte Dank geht an meine Frau Sabine. Danke das ich an deiner Seite sein darf. Danke mein Engel, dass du mir immer wieder die Kraft gibst, die ich sehr oft schon nicht mehr hatte. Alles Liebe,
eure Pam

Januar 2

Wenn die Löffel schärfer sind…

Dies ist der Arbeitstitel für mein neues Buch, an dem ich schreibe. Es beschreibt meine „Bildungsreise“ zu den innersten Dämonen und gleichzeitig mein mentales Krafttraining. Aber ich blöde Schnegge hab natürlich wieder falsch angefangen. Zuerst möchte ich euch ein frohes und glückliches Neues Jahr 2015 wünschen. Ich hoffe ihr habt den Jahreswechsel gut überstanden. Ich selbst habe mir eine Auszeit genommen. Eine Auszeit vom Menschen, der um jeden Preis funktionieren muss. Eine Auszeit vom Alltag, in dem die transphoben Menschen anderen ein schlechtes Gewissen einreden wollen. Eine Auszeit vom Alltag, in dem wir uns immer wieder aufs Neue erklären müssen. Und hier fließen jetzt der neue Buchtitel und meine Auszeit zusammen. Keine Angst, ich habe das neue Jahr nicht mit einem völligen Desaster begonnen. Ein, eigentlich ist es das Gegenteil. Ein Neustart… Und ich habe dieses Jahr, obwohl es so jung ist, schon mein Erlebnis für das Herz gehabt. Ich habe am Neujahrsmorgen eine für mich besondere E-Mail erhalten. Ein lieber Freund aus meiner Vergangenheit hat mir geschrieben. Wir haben als Kinder zusammen gespielt. Und jetzt, nach nur 35 Jahren haben wir wieder Kontakt. Als ich die Mail gelesen habe, haben meine Emotionen Karneval gefeiert. Freude, eine unwahrscheinliche Freude hat sich in meinem Herzen breit gemacht. Wenn das Jahr jetzt jeden Monat ein solches Erlebnis für mich parat hält, dann kann das neue Jahr nur gut werden. Genug geschrieben… ihr wisst ja noch, die Auszeit. Alles Gute für das neue Jahr, eure Pam

November 6

Gipfeltreffen im Klinikum Ibbenbüren…

Nach dem Krankenhausaufenthalt und dem falschen Arztbrief gab es heute eine Aussprache mit dem Chefarzt und dem Arzt, der mir das Medikament verweigert hat. Ich hatte um dieses Gespräch gebeten um zu verstehen was da passiert ist. Und wiedermal hat es sich bestätigt, dass in der Ruhe die Kraft liegt. Bei einem ruhigen Gespräch, in dem alle ihre Positionen darlegen konnten wurden schnell alle Missverständnisse beigelegt. Ich habe meine Entschuldigung und einen neuen Arztbrief bekommen und die Ärzte die Erkenntnis, dass erst die Übelkeit behandelt werden sollte und dann die Einwilligungserklärung besprochen wird. Somit steht es 1:0 für den Satz: „Die beste Waffe ist das Wort!“. Wir haben die Worte ausgetauscht und alle sind zufrieden. Also Reden statt Streiten… Euch einen lieben Wochenteiler gewünscht, eure Pam

August 19

Ich habe mich geoutet…

  … und damit einiges erreicht. Ich habe mit meinem öffentlichen Outing (Blog, Buch, usw.) einige Menschen erreicht, die es vielleicht verstanden haben oder die nur einfach ihren Respekt für meinen Weg gezollt haben. Wie viele Menschen ich mit der öffentlichen Aufklärung wirklich erreicht habe, vermag ich nicht zu sagen. Aber ich hoffe es waren sehr viele. Und jetzt wo meine Geschichte (Mein Leben) „Schlaflos in Essen“ endet, würde ich mich einfach nur mal freuen, wenn ihr sagt was ihr denkt. Ich habe nie Erwartungen an meine Leserinnen und Leser gestellt. Ich habe einfach nur auf Verständnis und Respekt gegenüber transidenten Menschen gehofft. Etwas über 400.000 Zugriffe haben mir gezeigt, dass mein öffentliches Leben und meine Texte Menschen erreicht haben. Das Sabine und ich bei „B.sucht“ und „Offen gesagt“ mitwirken durften hat mich mit Stolz erfüllt. Aber zurück zum outen… hast auch du den Mut dich zu outen? Vielleicht aus Respekt oder weil du meine Botschaft verstanden hast. Hast du den Mut zu sagen “Ja, ich respektiere transidente Menschen”. Solltest du den Mut haben, würde ich mich freuen, wenn ihr diesen Post teilt. Teilen mit Freunden oder Bekannten. Vielleicht kann dieser Blog noch mehr Menschen helfen. Ich jedenfalls würde mich sehr freuen. Also, wir lesen uns, alles liebe, eure Pam

August 17

Besondere Menschen Heute Dr. Heß

Hi Leute, wie ich es ja schon angedroht hatte, widme ich die letzten Posts besonderen Menschen die ich auf meinem Weg kennen lernen durfte. Der heutige Post fällt mir sehr leicht, da ich über Oberarzt Dr. Heß wirklich nur gutes berichten kann. Dr. Heß ist im Uniklinikum Essen der Leiter der Sektion für rekonstruktive Urologie und ist mit seinem Team somit zuständig für die geschlechtsangleichenden Operationen. Bildquelle: Internetseite des UKE Aber nun mal zu den wichtigen Dingen. Er ist ein Mensch, der seine Patienten auch als Menschen wahrnimmt. Patienten sind für ihn somit nicht nur eine Zimmernummer gepaart mit der entsprechenden Bettseite. Dr. Heß ist mir sehr ans Herz gewachsen, weil er nun mal ist wie er ist. Warmherzig, freundlich und ehrlich. Er hört zu wenn der oder die Patientin was zu sagen haben. Er kümmert sich um seine Patienten als wenn es Familienmitglieder wären. Er ist sich auch nicht zu schade dafür, einfach mal die Hand zu halten und in schweren Zeiten, die bei solchen OP´s einfach mal da sind, die Tränen zu trocknen und wieder ein Lächeln hervor zu zaubern. Und das ist es was ihn von vielen anderen Ärzten unterscheidet. Mädels die auf dem noch auf ihrem Weg sind, würden sicherlich jetzt gerne mehr wissen. Nach welcher Methode er operiert oder wie lange die Liegezeiten sind. Aber ich muss euch enttäuschen. Hier ist der Mensch Dr. Heß das Thema, alle anderen Daten könnt ihr erfahren wenn ihr einen Termin mit ihm vereinbart. Kontaktdaten siehe unten. Gerade gestern habe ich noch eine Mail von Dr. Heß erhalten und ich gestehe ich hatte Tränen in den Augen. Seine Worte haben mich wirklich berührt und weil er so ist wie er ist, ist Dr. Heß ein besonderer Mensch für mich geworden. Dank solcher Menschen wie Dr. Heß, seinem Team und seiner Frau, die auch im OP an seiner Seite ist, haben Menschen wie ich eine Überlebenschance gegeben. Er hat mir das Körpergefühl gegeben, das ich 38 Jahre verzweifelt gesucht habe. Ich danke ihm von dieser Stelle von ganzem Herzen. Eine überglückliche Pamela Halling     Kontaktdaten: Andrologie, Rekonst. Urologie, Transsexualität Sprechstunde: Montag 8.00-12.00 Uhr Dr. med. J. Heß Uniklinik Essen Hufelandstraße 55 45147 Essen Telefon: 0201-723 3216

August 7

Schlussspurt…

  … auf dem Weg nach Ibbenbüren (Ibb). Und beim Verpacken kommen viele Erinnerungen hervor. Viele schöne und auch mal welche, die ich lieber vergessen hätte. Aber ich freue mich schon auf Ibb. Schade dass wir nicht auch unsere liebsten Freunde einpacken können und einfach mal so mitnehmen. Zum Beispiel Nadine, Anja und Sonja, um nur einige zu nennen. Menschen die eine besondere Gabe haben. Jeder für sich und individuell. Aber es waren auch Engel in der Not. Nadine, die uns mit wahnsinnig vielen Umzugskartons versorgt hat. Oder Anja, die mir im Krankenhaus viel Kraft gegeben hat. Oder Sonja, die mir auf eine sehr spezielle Art geholfen hat. Nicht nur das sie am Krankenbett meine Hand gehalten hat. Nein, und was sie noch getan hat werdet ihr am Samstag lesen. Sonja und ich Bild: Sonja und ich nach einer kleinen Kaffeepause…  Die letzten Posts in diesem Blog werde ich besonderen Menschen widmen. Da am 31.08.14 das Bloggen ein Ende findet. Euch einen schönen Abend gewünscht, Pam

August 5

Das Leben ist pervers…

38 Jahre habe ich die Menschen belogen, dass sich die Balken biegen. Habe den guten Kameraden gegeben, den guten Freund und natürlich auch den perfekten Familienvater. Die Angebote kamen zu mir, ich habe bis zu 100 Euro pro Stunde verdient, weil alle dachten das ich ein ach so toller Ausbilder bin. Und heute! Die Zeilen der „Prinzen“ bringen es auf den Punkt! Du musst ein Schwein sein in dieser Welt Schwein sein Du musst gemein sein in dieser Welt Gemein sein Denn willst du ehrlich durchs Leben geh’n Ehrlich Kriegst ’nen Arschtritt als danke schön Gefährlich Seit dem ich den Menschen mit der Wahrheit begegne. Echt dieses Gefühl! Ich muss beim Jobcenter betteln gehen. Mich erniedrigen. Ohne meine Frau und meine Kinder hätte ich schon lange ein Einzelzimmer sechs Fuß tief unter der Erde. Danke liebe Gesellschaft. Es gibt einfach Tage die sind zum Kotzen. Damals brauchte ich nicht nach dem Grundbedürfnis jedes Menschen nach Anerkennung suchen. Umso besser die Lüge desto größer die Anerkennung. Ich habe versucht diese Anerkennung für mich in meinem jetzigen Leben zu finden. Pustekuchen, das war wohl nichts mit dem suchen. Im Moment überlege ich ob ich noch öffentlich aktiv bleibe oder ob ich diesen ganzen Mist lasse. Spart euch die Kommentare, ich werde sie nicht veröffentlichen. Einen schönen Tag, Pam

Juni 10

Nach dem schweren Unwetter…

Borrrrrrr… Ich bin voll enttäuscht von den Essenern. Sabine, eine !! 60 jährige Nachbarin !! und ich waren gerade alleine dabei die Gehwege und Straße bei unserer Wohnung frei zu räumen. Dabei schauen unter anderem auch jüngere Männer aus dem Fenster und lachen sich kaputt, wie drei Frauen sich mit den dicken Ästen abmühen. Ich will hier weg. Bin voll sauer… VORHER 2014-06-10 07.48.582014-06-10 07.49.272014-06-10 08.05.152014-06-10 08.05.262014-06-10 08.17.10 Und so sah es nach dem Aufräumen aus… 2014-06-10 09.59.402014-06-10 10.00.052014-06-10 10.00.082014-06-10 10.59.42 Noch Fragen… Ich dachte immer die Essener halten mehr zusammen, aber da habe ich mich eindeutig getäuscht.