Dezember 5

Epi ist nicht gleich Epi…

  Mein Gesicht mal wieder unter einer dicken Schicht aus kühlendem Gel versteckt habe ich mir mal so meine Gedanken gemacht. Beim letzten Mal, als ich zur Epi war… diese 6 Minuten-Geschichte und die heutige Sitzung. Und schnell werden die Unterschiede zwischen einer erfahrenen Kosmetikerin und einer heranwachsenden Kosmetikerin klar. Wie gesagt, letztes Mal ganze 6 Minuten. Mit Begrüßung und Verabschiedung kamen wir auf 8 Minuten. Und heute? Mit sympathischen Vorgespräch, eingehende und genaue Behandlung und einem Kaffee für die Tapferkeit. Also die Stunde war einfach schnell weg. Das schmerzhafte Lasern wurde heute von einem sehr schönen Gespräch etwas gemildert. Ja, wenn man nicht andauernd an den nächsten Laserschuss auf das Gesicht denken muss. Ja, das war viel angenehmer. Und heute haben auch alle schwarzen Härchen die entsprechende Aufmerksamkeit der Kosmetikerin bekommen. Das war wirklich was ganz anderes als beim letzten Mal. Es war fast schon angenehm. Also wenn die Schmerzen nicht wären. Und dann zum guten Schluss, nach einer ausgezeichneten Behandlung, einen Kaffee für die tapfere Pam. So macht Frau dann auch gerne einen neuen Termin aus. So muss das sein. Und so kann ich das „Studio des Schmerzes“ guten Herzens weiterempfehlen. So, nun schnell in die Küche, das Kühlakku hervor geholt und das Gesicht in eine kühle Maske gepackt. So sollten die zu erwartenden Schwellungen nicht allzu doll ausfallen. Lieben Gruß aus Essen, Pam

November 5

Die armen Dominas…

… haben wohl auf das falsche Pferd gesetzt. Für diesen Gedankengang ist wohl ein wenig „Google“ und ein wenig das Kosmetikstudio, bei dem ich meine Laserbehandlung zur Gesichtshaarentfernung bekomme, verantwortlich. Ich habe bei „Google“ die Worte „Schmerzhafte Behandlung Kosmetikstudio“ eingegeben und die schnelle Suchmaschine hat mir unter anderem das „Schmerzstudio Essen“ vorgeschlagen. O.k., was haben ein Kosmetikstudio und das Schmerzstudio gemeinsam. Als Antwort kann hier wohl nur „der Schmerz“ zählen. Aber dann bin ich angefangen zu recherchieren und dann zu rechnen. Also nach meiner Recherche bekommt eine Domina, eine Herrin oder eine Lady für ihre schmerzvollen Dienste zwischen 180 und 400 Euro die Stunde. Na das ist doch mal ein Stundenlohn wird da der eine oder andere sagen. Jep, ich stimme da voll und ganz zu. Als Dozentin hatte ich damals ca. 100 Euro die Stunde. Das sind mal „harte“ Fakten. Aber was ist nun mit dem Kosmetikstudio. Wer mein Buch gelesen hat oder diesen Blog verfolgt, weiß inzwischen wie schmerzhaft eine Laser-Gesichtshaarentfernung (kurz Epi) ist. Da könnten sich die Dominas bestimmt schon mal eine Scheibe von abschneiden. Schätze ich! Aber nun kommt der Hammer. Die erste Sitzung bei der Epi hat 150 Euronen gekostet. Eine volle Stunde Schmerzen. Die letzte Sitzung hingegen, da die dunklen Haare natürlich inzwischen weniger wurden, hat volle 8 Minuten gedauert. Diese 8 Minuten waren inklusive Begrüßung und Verabschiedung. Die Behandlung selbst belief sich auf knappe 6 Minuten. Und auch diese Sitzung kostet 150 Euro. Das macht einen Stundenlohn von schlappen 1500 Euro. Und dabei dachte ich die Damen aus dem schmerzvollen Gewerbe haben schon mit knapp 400 Euro einen guten Stundenlohn. Fazit: Liebe Dominas, Herrinnen und Ladys, die ihr so gerne für Geld die Menschen denen es gefällt quält, kauf euch ein Laser und quält damit eure Sklaven. Da ist die Gewinnspanne einfach besser. Ihr könnt es sogar als Krankenkassenbehandlung anmelden und es hat noch einen Vorteil. Eure Zöglinge brauchen keine unnütze Zeit für die Rasur mehr verschwenden. Nein, Spaß und Ironie mal bei Seite gepackt. Für effektiv 6 Minuten Behandlung werden 150 Euro fällig. Kann das sein? Muss das sein? Mit diesen Gedanken wünsche ich euch mal einen schönen und erfolgreichen Tag. Eure Pam

November 24

Endlich die Epi… AUAAAAAAAA

Aua… meine erste Epilation… das tut so schrecklich weh… eine Stunde in Tränen und Schmerzen. Aber zum Glück war Biene dabei und hat meine Hand nicht los gelassen.
Jetzt erst einmal waren bis die Schmerzmittel wirkel und dann dem Geischt Zeit geben zum heilen.

Zum Glück darf ich das noch 8 mal mitmachen… HEUL

November 17

Kaum zu glauben aber wahr…

Die Götter des MDK sind von ihrem Thron herabgestiegen und haben sich den menschlichen Problemen zugewannt. Nach nun mehr 9 Monaten haben sie sich herabgelassen und mir endlich ihren Segen für die Epilation erteilt. Kaum zu glauben, aber seit heute habe ich die schriftliche Bestätigung der Krankenkasse das ich mich einer Lasergesichtshaarentfernung unterziehen darf.

Endlich hat das warten und das zähe Ringen um die aus meiner Sicht überflüssigen und menschenverachtenden Forderungen ein Ende. Die Götter haben zugestimmt. Dass sie mich damit 9 Monate meines Lebens um ein Funken menschenwürdiges Auftreten in der Öffentlichkeit gebracht haben ist diesen Menschen wahrscheinlich nicht einmal aufgefallen. Und das nur weil wir ja alle nur Papierstapel auf ihren Schreibtischen sind, wo Menschlichkeit ein verbannter Begriff ist. Weil die Götter nach Richtlinien endscheiden, die völlig veraltet und nicht passend zu den Symptomen sind.

Lieber MDK ich werde mich nach meinen Möglichkeiten dafür stark machen, dass dieses Verhalten welches schon an Körperverletzung grenzt, keine Zukunft mehr hat. Auch ich habe es jetzt durchgemacht, wie viele andere Leidensgenossinnen vor mir auch schon und somit weiß ich jetzt dass euer Verhalten und eure Richtlinien für traurige und bedrückende Lebensmomente sorgen.

Erst jetzt kommt bei mir ein Gefühl des Glücks auf, weil ich weiß dass mit diesem hässlichen Bartschatten jetzt bald Schluss ist. Zum Glück hat mein Hautarzt da mehr Verständnis und somit hat er mir gleich für Morgen einen Termin zum ersten Laserbeschuss zugesichert. *Freu

August 20

Ist Menschlichkeit so schwer???

Woher kommt es das ich mir manches Mal wünsche eine andere Krankheit zu haben. Der innerliche Drang als Frau leben und akzeptiert zu dürfen wird immer wieder zu einem unerträglichen leiden. Das schlimme daran ist, dass es von vielen verschieden Situationen verstärkt oder gemildert wird. Heute hat mich mal wieder, wie so oft in der Vergangenheit, ein Brief meiner Krankenkasse daran erinnert, das Menschen mit der Diagnose Transsexualität nur Menschen zweiter Klasse sind. Selbst einem Krebspatienten wird mehr Menschlichkeit zu teil. Ich persönlich habe noch nie davon gehört, dass ein Krebspatient ein Jahr lang ausprobieren soll ob es ihm gefallen würde wie es ist gesund zu sein. Warum müssen wir uns also dem öffentlichen Gespött ein Jahr lang Preis geben?? Warum kann ein MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) festlegen, das eine Epilation der Bartbehaarung erst am Ende eines einjährigen Showlaufens als „Transe“ erfolgen darf??? Wieso müssen wir gefühlte 1000 Gutachten über uns ergehen lassen. Wieso will von uns jeder einen transsexuellen Lebenslauf, obwohl es  schon Gutachten darüber gibt?? Wieso müssen wir um alles was und zur Genesung zuträglich ist kämpfen??? Lieber MDK, WAS SOLL DAS??????????

Manchmal wünschte ich wirklich es hätte mich eine andere Krankheit getroffen. Selbst Krebs hätte ich in zwischen als menschlicher empfunden.

Die erneute Nachricht der Krankenkasse zur Epilation hat mich einmal mehr in ein tiefes Loch gezogen. Wut, Unverständnis und die verdammte Angst noch mehr Tage mit dem Bartschatten leben zu müssen machen sich in meinem Kopf breit. O.k. dass ist etwas womit transsexuelle Menschen scheinbar leben müssen. Aber warum??? Sind wir wirklich nur Menschen zweiter Klasse??? Vielleicht fragt sich die eine oder andere auch was ich für ein Problem damit habe, denn man kann doch alles wegschminken. Ja, natürlich kann man erst ein Camouflage auftragen um dann zu versuchen mit einem natürlichen Makeup den Rest zu retten. Aber mal ehrlich, welche Frau nimmt so viel Makeup??? Zum zweiten hält es nur ein paar Stunden bis sich der hässliche Bartschatten wieder zeigt. Damit einen Job zu finden, in dem Frau Vollzeit angestellt wird ist ziemlich aussichtslos. Also was sollen die transsexuellen Menschen von Mann zu Frau im sogenannten „Alltagstest“ testen?? Wie man sich am besten rasiert, damit der Bartschatten möglichst wenig zu sehen ist?? Das kann ich leider schon seit ca. 25 Jahren, dass brauche ich nicht mehr in einer einjährigen Erprobungszeit üben. Oder sich als „Kunstfigur“ mit Tonnen von Schminke im Gesicht auf der Straße blöde, herablassend und entwürdigend begaffen zu lassen. Ne, das braucht wohl keine von uns.

Meine eigene Brust wächst dank der Hormone. Ist es jetzt ein Segen oder führt es zu neuen Problemen?? Eigene Brust und Bartschatten, dabei hatte ich mich so sehr gefreut, dass ich endlich die Hormone bekomme. Aber vielleicht verhilft mir diese Kombination ja zu einem Job… vielleicht auf dem Jahrmarkt als Frau mit Bart.

Nein, wir wünschen uns nur so akzeptiert zu werden wie wir sind auch wenn ich mir inzwischen wirklich manches Mal wünsche eine andere Krankheit haben zu dürfen.

Immer wenn ich solche Nachrichten bekomme werde ich leider still. Sehr still, den ich spreche den ganzen Tag nicht mehr. Es ist wie damals, Gefühle unterdrücken um niemanden aus dem näheren Umfeld durch unkontrollierte Äußerungen zu kränken. Um den Ärger über so viel Inkompetenz  des MDK nicht auf die Menschen die man liebt zu übertragen. Diese Stille ist für mich auch nur schwer zu ertragen, aber ich kann leider nicht anders als sie zu ertragen.

Einen stillen Gruß an alle die ich liebe…
Juli 15

Die Baumeister der Natur…

Mutter Natur hat der Raupe auf ihrem Weg zum Schmetterling ein wunderbares Werkzeug an die Hand gegeben. Die Raupe kann sich für die Metamorphose zum Schmetterling verpuppen. Welch ein wunderbares Geschenk von Mutter Natur. Keiner muss den hässlichen Übergang sehen. Leider war Mutter Natur mit den Transidenten Menschen nicht so gnädig. Wir können uns leider nicht in einem Cooncon zurück ziehen um dann als akzeptierter Schmetterling, sprich Frau, heraus zu kommen. Viele Hürden, die für außen stehende Menschen nur unbedeutsam erscheinen, machen das Leben nicht unbedingt leichter. Das Glücksgefühl endlich die Hormone, die ich so lange ersehnt habe, bekommen zu dürfen birgt wieder mal einen kleinen Makel. Ich spüre wie sich mein Körper verändert. Das spannen in der Brust zeigt an, das endlich meine eigene Brust wächst. Leider kann ich seit dem die für alle anderen Menschen so wichtigen Äußeren Merkmale der Weiblichkeit nicht mehr tragen. Um einigermaßen äußerlich als Frau akzeptiert zu werden habe ich die ganze Zeit selbsthaltende Brustprothesen getragen. Da diese mit dem Ziehen und Kribbeln in meiner Brust nicht mehr zu vereinbaren sind, verzichte ich auf dieses äußere Merkmal. Dafür schiebt sich jetzt ein Merkmal in den Vordergrund, welches ein Überbleibsel des massiven Einsatzes der Antidepressiva ist. Für alles männlichen Leser, nein es ist kein Bierbauch und für die weiblichen Leserinnen… ich bin auch kein medizinischen Wunder…. also ich bin auch nicht Schwanger. Ich sage immer es ist das Baumaterial welches die Hormone noch brauchen um es an die richtigen Stellen im Körper zu verbringen. Und wer je auf dem Bau gearbeitet hat weiß, das es immer besser ist, wenn das Baumaterial schon vor den Bauleuten da ist. Trotzdem ich ein wahnsinniges Glücksgefühl in meinem Herzen trage ist es dennoch immer noch schwer ich selbst sein zu dürfen. Menschen beurteilen Menschen immer noch nachdem was die Augen zu erst zu Gesicht bekommen und da ist es bei mir zur Zeit leider das Bäuchlein, welches sich als erstes ins Blickfeld schiebt. Natürlich lässt sich alles mit weiter Kleidung kaschieren, aber nicht alles wird von unserem Kopf auch so angenommen. Sabine versichert mir immer das alles soweit gut aussieht. Ich hoffe mein Kopf versteht ihre Worte auch bald. Vielleicht ist es nur Einbildung, aber ich glaube das der Haarwuchs merklich langsamer abläuft. Ich meine das die lästige Bartbehaarung, der ich 2 mal pro Tag immer noch den Kampf ansagen muss, langsamer und nicht mehr so stark wächst. Dennoch hoffe ich, das sobald ich der Krankenkasse (sprich dem MDK) endlich ein Gutachten vorlegen kann, diese endlose Diskussion ob eine Epilation begründet ist oder nicht aufhört. Es ist schon ein starkes Stück, das der MDK (also der Medizinische Dienst der Krankenkassen) in seinen Regel festlegt, das die Epilation bei Trans-Frauen erst nach der geschlechtsangeichenden Operation statt finden darf. Wo bitte steckt da der Sinn. Wer hat diese Richtlinien geschrieben??? Haben die noch nie mit Trans-Frauen gesprochen?? Die äußerlichen Merkmale sollten so schnell als möglich entfernt werden, sonst bin ich bald zwar vor dem Gesetz eine Frau, Körperlich nach der OP auch und muss mich immer noch 2 mal pro Tag rasieren…. Da denke ich nur „Ach was haben die Raupen es gut…“ Aber die haben es auch nur gut, weil sie nicht auf Entscheidungen von Menschen angewiesen sind, die mit der Thematik nicht vertraut sind. Liebe Mutter Natur, wenn du dieses liest, verteile doch bitte einmal Verstand an die richtigen Stellen beim MDK… es wird dort benötigt.
Ich schaue in die Natur und werde also weiter warten…

Mai 26

Der rote Faden…

Der Weg zu einem Leben mit einem auch körperlich weiblichen Gefühl ist vergleichbar mit einem Unterricht. In der Methodik und Didaktik von Unterrichten spricht man vom sogenannten roten Faden. Entlang an diesem roten Faden bildet sich das Lernziel aus einem Grob- und Feinziel. Genauso ist es in der Transsession auch und das Ziel endlich auch Körperlich eine Frau sein zu dürfen bildet sich über viele kleine Ziele. Ein großes Ziel sind für mich die Hormone und hierfür habe ich heute wieder ein kleines Ziel erreicht. Bei einer erneuten Untersuchung eines Leberspezialisten konnte der sehr nette Arzt mir Hoffnungen machen, die in 10 Tagen durch die neuen Blutwerte bestätigt werden sollen. Das Ultraschallgerät hatte ein einsehen und hat dem Arzt die Sonnenseite meiner Leber offenbart. Auch die in der Nachbarschaft liegende Niere und Milz haben sich von der besten Seite gezeigt. Aber ein guter Arzt klärt natürlich auch den Rest ab und somit warten wir mal auf die neuen Blutwerte. Somit habe ich wieder ein Grobziel erreicht und wende meinen Blick nun auf das erhoffte Feinziel in der Form von Hormonen. Ein weiteres kleines Ziel wurde für mich Realität, den meine Frau Sabine hat mich in die sagenumwogene Welt der knitterfreien Kleidung eingeweiht. Das Mysterium des Bügelns wurde mit beigebracht. Was….. die hat noch nie gebügelt??? Und so was schimpft sich Frau??? Damals habe ich alles was mich in meiner “Männerwelt” hätte verraten können abgelehnt. Ich wollte nicht Bügeln lernen, damit keiner merken würde das es mir Spaß macht, “Frauenarbeit” zu machen. Somit habe ich es nie gelernt und war froh, das Sabine es mit jetzt in schonender Weise, mit sehr viel Geduld und einem Verbandskasten in Reichweite beigebracht hat. Ich muss sagen, es ist kein Buch mit sieben Siegeln. Ich bin zwar noch keine Bügelqueen, aber schon dicht dran… Smiley Noch ein kleines Ziel ist erreicht. Am 08.06.11 habe ich meinen ersten Termin für die gerichtliche Begutachtung, welche erforderlich für die Namen- und Personenstandänderung ist und im späteren für die GaOp. Also es geht alles seinen Gang… Leider sind die zähen Verhandlungen bezüglich meiner Epilation an einem Punkt festgefahren und somit wird es wohl noch eine weile dauern, bevor ich den Rasierer endlich zum Deko-Artikel im Bad erklären kann. Bleibt das Ding halt noch 2 mal Täglich im betrieb.. Schade eigentlich… aber manche Dinge brauchen halt mehr Zeit. Frohen Mutes bin ich also an meinem roten Faden dran….

Mai 7

160 Tage im neuen Leben….

Nach 160 Tagen im sogenannten “Alltagstest”, der ja gesetzlich vorgeschrieben ist für transsexuelle Menschen, beginne ich an dem eigentlichen Sinn zu zweifeln. Laut Vorgabe soll ein transsexueller Mensch in diesem Alltagstest das neue gefühlte und gewählte Geschlecht ausprobieren und Leben. Allerdings denke ich das dieser Test an dem Ziel meilenweit vorbei schießt. Der Test hat doch zum Beispiel in meinem Fall soviel mit dem realen Leben gemeinsam wie eine Golfspielerin und ein Tennisschläger. Mir ist zu mindestens keine biologische Frau bekannt die sich 2 mal am Tag rasieren muss um den Bartschatten so gering wie möglich zu halten, die immer einen Schal tragen sollte um den Adamsapfel nicht mit der Welt zu teilen. Des weiteren ist es sicherlich für eine biologische Frau äußerst ungewöhnlich sich am Telefon zu melden und immer wieder durch die tiefe Stimme mit Herr Halling angesprochen zu werden. Was natürlich auch bei den normalen Aufeinandertreffen von Menschen im Alltag bei einkaufen für Verwirrung sorgt. Natürlich ist mir bewusst das all diese Dinge noch zu ändern sind, aber können zum Beispiel Krankenkassen nicht verstehen, das eine Frau der Vollbart stört und eine Epilation zu beginn und nicht zum Ende eines Alltagstestes sinn macht. Im Winter war das alles ja noch durch das tragen von Jacken und Schal bezogen auf den Adamsapfel noch zu ertragen. Aber jetzt hat dieser schrecklichDSC00307e Frühling begonnen und mit der leichten Kleidung sind neue Probleme aufgetaucht. Das Gefühl, das Menschen jetzt verstärkt auf den Adamsapfel und den Bartschatten schauen hat sich potenziert. zeitweise leider so schlimm das ich schon nicht mehr das Haus verlasse. Ich bin im Moment glücklich über jeden kühleren Tag, wenn ich eine Jacke oder einen Schal tragen kann. Natürlich belastest es auch meine Frau, den gemeinsames Leben außerhalb der Wohnung ist schon fast nicht mehr möglich. Haben sich das die Macher der Vorgaben zum Alltagstest gedacht. Ist das ein “normales” Leben für eine Frau?? Ist es normal für eine Frau sich mir einer weiblichen Bewerbung mit männlichen Zeugnissen zu bewerben?? Nur wer versucht 13 cm High-Heel´s zu einem ALDI-Trainingsanzug zu kombinieren würde in diesem Fall der Bewerbung mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch rechnen. Natürlich sind viele von diesen Sachen gefühlte Probleme, die aber nicht ihre Wirkung verfehlen. Aber zum Glück gibt es ja immer den Satz “Das wird schon”. Ja, aber wann wird das schon??? Vielleicht nach dem nächsten Einspruch bei der Krankenkasse oder bei der ARGE?? Manche Sätze machen um so weniger Sinn desto öfter man sie hört und dazu gehört für mich in zwischen der Satz “Das wird schon”. Für mich ist der Alltagtest in zwischen für ein Belastungstest der besonderen Art geworden, den er hat nichts mit dem “normalen” Leben einer Frau zu tun. Vielleicht bin ich auch einfach nicht stark genug um den Traum meines Lebens durch zu stehen. Ich bin eine Frau im falschen Körper, aber ich bin eine Frau und es ist nun mal mein größte Wunsch eine Frau im richtigen Körper zu sein. Wie oft habe ich mir gewünscht auch wirklich als Frau geboren worden zu sein, also im richtigen Körper. Vielleicht werde ich es schaffen…. vielleicht wird meine Kraft reichen…

Februar 27

88 Tage im neuen Leben…

Endlich habe ich wieder die Zeit gefunden mich um den Blog zu kümmern. Es ist wieder recht viel passiert. Viele schöne aber auch nicht so schöne Dinge… Grippe, Erkältung, falsche Medis und so weiter haben ihr übriges getan… Arztbesuche bis zum Abwinken… aber ich will mal nicht meckern.. Smiley Sehr froh bin ich über die Vorladung zum Gericht gewesen. Ich hatte den Antrag zur Vornamens- und Personenstandsänderung Anfang Februar eingereicht. Eigentlich dauert es ja nun sehr lange bis das Gericht sich meldet, interessanter Weise hatte ich aber schon eine Woche später die Vorladung in der Post. Ich war natürlich erst mal verunsichert und wusste nicht was los ist. Ist es vielleicht weil Sabine und ich noch vor dem Antrag geheiratet haben?? Ist es wegen der Änderung im TSG?? Fragen über Fragen die mich eine Woche echt fertig gemacht haben. Und dann war es so weit, nach einer höllischen Zugreise, bedingt durch die Streiks der Bahn, stand ich 1 Minute vor dem Termin vor dem Richterzimmer. Der Richter war sehr nett und hat mir sofort alle Sorgen genommen. Nach der Feststellung aller Daten hat er mir versichert, das sobald die beiden Gutachten bei ihm eingetroffen sind, es zu einer positiven Entscheidung kommen wird. Als Zeitraum nannte er ungefähr 2 Monate. O.k… Damit schaffe ich es nicht mehr zu meinem Geburtstag, aber ich bin richtig Glücklich das alles so reibungslos abläuft. Zum Hautarzt habe ich es auch geschafft und auch dort lief alles irgendwie anders als alle anderen es immer beschrieben haben. Ich bin einfach mal der Empfehlung meines begleitenden PsychoDr´s DSC00215gefolgt und wurde positiv Überrascht. Beim Hautarzt wurde mir gesagt, das für die Bartentfernung eine Laserepilation gibt. Als ich nach der Kostenübernahme gefragt habe, wurde ich wieder positiv Überrascht. Denn den ganzen Papierkram mit der Kasse übernimmt alles der Hautarzt… Wow… das nenne ich mal Kundenservice… Auch für das Gutachten für die Epilation brauchte ich keine 50 Euro bezahlen wie bei den anderen Ärzten hier in Essen.. Also bestens versorgt vom Hautarzt…. SmileySmileySmiley Ich kann immer noch nicht fassen, das alles so reibungslos funktioniert… O.k. man darf natürlich nicht verschweigen, das es ein wahnsinniger Aufwand ist, alle Papiere, Informationen und erforderlichen Unterlagen zusammen zu bekommen. Irgendwie will jede Behörde wissen was los ist… Aber das ist o.k., den das heißt ja schon mal das die sich auch kümmern. Das kurioseste was passiert ist, war Sabine´s wahnsinniger Arbeitsvertrag über den Zeitraum von sage und schreibe 9 Werktagen. Sabine und ich haben danach ca. 15 Tage gebraucht um dem Arbeitsamt zu vermitteln, das es nicht sinnvoll ist wenn für einen solchen Arbeitsvertag sofort alle Leistungen eingestellt werden. Also, das war schon ein Hammer…