Juni 6

Zwischen vergessen und Realität…

Ich glaube es gibt keinen anderen Tag in meinem Leben an den ich so wenig Erinnerung habe und der mich trotzdem wahnsinnig glücklich gemacht hat. Aber gestern war dieser Tag. Fast so pünktlich wie die Maurer stand ich gestern zum Untersuchungstermin im Anmeldebereich der Station U1 im Uniklinikum Essen. In Windeseile hatte ich ein Bettchen und auch die obligatorische OP-Einheitskleidung für Patienten in Form eines Hemdchen und reizloser, halterloser Strümpfe. Kaum hatte ich mich umgezogen kam auch schon eine super liebe Schwester mit einer Pille um die Ecke. Sie hatte bisher alle Krankenhausaufenthalte von mir begleitet. Sie wusste schon, wie nervös ich war und die Pille sollte das ändern. Es war aber ein völlig anderes Präparat als das sonst übliche Dormicum, das vor einer Operation gereicht wurde. Die Tablette löste sich sofort unter meiner Zunge auf. Und das ist auch schon fast alles, was ich davon noch weiß. Nur noch Fragmente einer Erinnerung sind präsent. Aber ein Satz ist mir in Erinnerung geblieben. Nach der Untersuchung und dem Fäden ziehen in einer Analogsedierung hat Dr. Heß gesagt: „Alles ist gut“! Ja, das ist der Satz den ich erinnere. Aber es ist auch der Satz der alles aussagt. Es ist wirklich alles gut. Ich werde noch ein paar Tage brauchen bis wirklich alles verheilt ist, aber die Prognose zielt Richtung „Alles ist PERFEKT“. Somit habe ich jetzt meine letzte OP (15.05.14) mit einem guten Ergebnis hinter mich gebracht. Die letzte angleichende OP meines Lebens. Denn so wie sich jetzt mein Körper anfühlt ist es perfekt. Das bin ich. Und dafür kann ich Dr. Heß und seinem Team, der Station U1 und natürlich der Frau an meiner Seite, Sabine, danken. Dieses Kapitel hat gestern ein Ende gefunden. Ein glückliches Ende. Euch ein wundervolles Pfingstwochenende gewünscht, eure Pam PS: Dank an alle die mir gestern die Daumen gedrückt haben. Es hat geholfen. Danke, Ihr seid Engel.

November 8

Silikon, Wehenschreiber und Lesestunde…

Das ist doch mal eine Überschrift. Nun ja, hier kommt die Erklärung. Silikon: Ja, nächste Woche um diese Zeit werde ich wohl um ein paar Gramm zugenommen haben. Es erfüllt sich ein weiterer Traum von mir. Der Traum vom schönen Dekolleté. Am 14.11.13 werden mir die super netten Ärzte vom Brustzentrum diesen Traum erfüllen. Ich habe mich dafür entschieden, den Arzt über die Körbchengröße während der OP entscheiden zu lassen. Ich habe ihn aber vorsorglich nochmals darauf hingewiesen, dass ich Halling und nicht Anderson heiße. Somit bin ich mir sicher, dass alles so wird wie ich es mir erträumt habe. Wehenschreiber: Leider haben sich die letzten Duplo, Chips und andere süße Verlockungen in unförmiger Weise an meinem Bauch angesammelt. Vielleicht kennen die einen oder anderen von euch auch das Problem mit dieser Kummernahrung. Meine Silhouette hat in den letzten Monaten des OP-Marathons deutlich in Richtung einer schwangeren Frau entwickelt. Ja, ihr und auch ich wissen dass es technisch und natürlich auch biologisch nicht möglich ist. Nun ja, ich hoffe das ich mich nicht nach der OP mit einem Wehenschreiber am Bauch eine Station (3. Stock Brustzentrum, 2. Stock Entbindungsstation) tiefer wieder finde. Verdammt, nächstes Jahr, wenn alles gut verheilt ist, dann muss ich unbedingt wieder Sport machen. Lesestunde: Ja, ich lerne das Lesen. Ja, ich kann schon lesen, aber ich kann nicht Vorlesen. Also noch mal richtig ausgedrückt. Ich lerne Vorlesen. Schon seit Tagen lese ich Sabine aus einem Buch vor. O.k., im Moment klingt es noch so als wenn man beim DVBT einen schlechten Empfang hat. Es stockt und holpert beim Vorlesen. Aber ich bleibe am Ball. Und wenn alles gut läuft, dann kann ich bald wirklich selbst eine Lesung meines Buches geben. Und welches Buch lese ich Sabine gerade vor? Natürlich mein Buch. Ich habe es geschrieben, somit weiß ich was kommt. Ich hatte gehofft dass es damit zu Beginn besser laufen würde, aber selbst dabei hakt und stockt es noch. Also üben, üben, üben. Euch einen schönen Start in das nächste Wochenende, Eure Pam

Juli 29

971 Tage im neuen Leben…

Puhhh, das ist schon eine lange Zeit und es kommt mir vor als wenn es gestern war, als ich mich zu neuen Leben entschieden hatte. Es ist so viel passiert in den letzten 971 Tagen und ich muss sagen das ich wirklich keinen Tag missen wollte. Wenn ich bedenke was Sabine und ich alles durchgestanden haben und unsere Liebe wächst jeden Tag weiter. Andere Paare trennen sich wegen Nichtigkeiten und wir wachsen an den Dingen die wir zusammen erlebt haben. Ja, das ist wahre Liebe. Aber ohne Sabine hätte ich die Zeit auch nie durchgestanden. Sie ist der Fels in der Brandung, die Schulter wenn es mal traurig war. Ich bin glücklich dass Sabine an meiner Seite ist. Heute habe ich für mich einen wichtigen Abschnitt in meinem Leben abgeschlossen. Es war die Nachuntersuchung von der letzten OP und Dr. Heß war sehr zufrieden mit dem Heilungsprozess. Nun gut, ein Nervenbündel unter der Haut macht noch ein wenig Schmerzen, aber es gibt nichts, was Tilidin nicht wieder gut machen könnte. Somit ist das Thema der OP auch durch für mich. Ich habe ein wahnsinnig schönes Körpergefühl bekommen. Ich kann endlich sagen das es der Körper ist mit dem ich „alt“ werden kann. Und mal ehrlich, kann es etwas Schöneres geben als mit dem wahnsinnig glücklichen „Ich“ und eine Frau wie Sabine alt werden zu dürfen. Also mal schauen wie die nächsten 971 Tage werden, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass es sehr glückliche Tage werden.

Juni 28

Alles hat ein Ende…

Und da ist sie wieder zuhause. Vor nicht einmal 36 Stunden lag ich noch auf dem OP-Tisch bei Herrn Dr. Heß. Und nun geht es mir schon so gut, dass ich heute nach Hause durfte. Da hat Herr Dr. Heß seine Aussage zum positiven Heilungsverlauf bezüglich seiner Operationsmethode mal wieder um Längen übertroffen. Was soll ich sagen… er hat es einfach drauf. Nun liege ich hier zuhause auf dem Sofa und genieße die schnelle Genesung. Keine Schmerzen, keine Blutungen und keine Einschränkungen bei der Bewegung. Gut, ich bin noch ein wenig schwach auf den Beinen. Die zwei Stockwerke zu unserer Wohnung musste ich mit vielen kleinen Pausen bewältigen, aber diese Energie wird auch bald wieder da sein. Fazit: Mit dem Entschluss zur geschlechtsangleichenden Operation habe ich die beste Entscheidung meines Lebens getroffen. Mit der Entscheidung, mich von Dr. Heß operieren zu lassen, habe ich den besten Arzt für mich gefunden. Und das wichtigste… all die Stunden während den OP´s, in der Zeit der Schmerzen und als ich nicht ohne Hilfe zu Recht kam… da war Sie da. Die Liebe meines Lebens. Die Sonne an meinem Himmel. Der hellste Stern in der Nacht… mein geliebter Engel… meine Sabine. Liebe Sabine, vielen Dank für deine Liebe. Die glücklichste Frau der Welt, Pamela

Juni 28

Boxenfunk aus dem Krankenhaus…

Ich bin richtig froh, dass gestern bei der Operation alles gut verlaufen ist. Um 08:30 Uhr wurde ich gestern in den OP geschoben und gegen 10 Uhr war ich wieder auf dem Zimmer. Nachdem ich dann am Nachmittag alles wieder Essen und Trinken durfte, war auch der Weg für die erste „Zigarette danach“ auch geebnet. Und schon 8 Stunden nach der OP wurden alle Schläuche (Katheter und so) entfernt. Das ist mal ein schnelles Erholen nach einer solchen OP. Heute ist schon die Frage nach dem Heimkehren gefallen. Jetzt warte ich auf die Entscheidung des Arztes, ob ich vielleicht heute noch nach Hause darf. Morgen ist aber auch schon sicher. Und noch mal… vielen Dank an alle Ärzte, Schwestern und Pfleger der U1… ihr seid super. Natürlich hat auch Dr. Heß wieder alles gegeben und ein wahres Meisterwerk vollbracht. So. Ende mit Boxenfunk…

Juni 26

Auf zur zweiten OP…

Heute wurde ich für die zweite OP im UKE Essen auf der Station U1 aufgenommen. Da Sabine und ich ja in der letzten Zeit öfter hier residiert haben, war alles noch bekannt. Alle Pfleger und Schwester machten in bekannt fröhlicher Art ihre Runden. Auch Pfleger Joachim hat mal wieder mit seiner super lieben Natur für ein wohliges und sicheres Gefühl bei mir gesorgt. Wir brauchten gar nicht mehr große Frage und Antwortspiele machen, nein, es war schon alles geregelt. Die von der U1 passen wirklich gut auf ihre Schützlinge auf. Aber ich habe immer noch ein mulmiges Gefühl. Ganz im Gegensatz zur großen OP. Da war ich sehr ruhig. Nun aber ist es anders. Ich weiß auch nicht was es ist, aber ich bin nervös. Es ist nur ein kleiner Eingriff und ich bin nervös… Ich hoffe nur dass es sich bis morgen legt. Ich vermisse meine Biene schon wieder so schrecklich, obwohl ich gerade noch mit ihr per Videochat gesprochen habe. Aber sie wird morgen da sein, wenn meine Augen nach der Narkose wieder mitspielen wollen. Ich werde morgen als die Nummer 4 in den OP geschoben. Ich hoffe nur dass sich die anderen drei OP´s nicht allzu sehr hinziehen. Lange nüchtern bleiben ohne Essen und Trinken… das ist wirklich nichts für mich. Nun gut. Ich werde es morgen früh erfahren… Ich wünsche euch eine gute Nacht und schlaft gut. LG, Pam PS: Wenn ich eure Kommentare nicht so schnell in den nächsten Tagen freischalte… nicht traurig sein… ich mache es sobald ich kann…

Juni 24

Nur noch drei Tage…

So schnell vergeht die Zeit. Fast genau vor 8 Wochen spürte ich das erste Mal mein neues Körpergefühl und jeden Tag wurde dieses Gefühl schöner. Es ist kaum vorzustellen, dass es noch besser werden soll. Aber ich bin mir sicher, „da geht noch was“. Am Mittwoch wird es wieder ins Krankenhaus gehen um dann am Donnerstag nochmals für einen kleinen Eingriff ins Land der Träume zu entschwinden. Aber irgendwie bin ich dieses Mal aufgeregter als bei der großen OP vor 8 Wochen. Warum??? Keine Ahnung. Vielleicht ist es weil es dieses Mal nur noch eine kleine Anpassung, eine „kosmetische“ Geschichte ist. Ich hoffe nur, dass auch dieses Mal alles wieder so gut gehen wird wie beim ersten Mal. Auch hoffe ich dass die im Krankenhaus auch den WDR im Programm haben. Schließlich möchte ich am 28.06.13 um 21:45 Uhr den Kölner Treff schauen. Ich freue mich schon Louis da zu sehen. Louis ist ein Mit-Protagonist bei „B.sucht“, welches ja am 04.07.13 auch über Sabine und mich berichtet. Aber auch die Zeit der körperlichen Schonung nach der ersten OP habe ich sinnvoll genutzt. Ich habe mein Buch soweit fertig geschrieben. Ja, genau das, welches ihr kurz als Leseprobe hier finden konntet. Ich habe jetzt einen Verlag, welcher mein Buch verlegen wird. Seit ein paar Wochen arbeite ich nun mit dem Traumstunden Verlag Essen zusammen. Jetzt habe ich mein Skript abgegeben und nun geht das Nacharbeiten los. Und wenn dann alles gut geht, könnt ihr bald die ganze Geschichte einer nicht ganz normalen Frau lesen. Ich habe nichts ausgelassen und allen Emotionen ihren Lauf gelassen. Auch für die Zeit nach der OP gehen die Planungen voran. Wenn alles gut läuft werde ich noch einmal die Schulbank drücken um eine Umschulung zu machen. O.k. es wird wieder der IT-Bereich, aber wie heißt es immer… „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Aber dazu später mehr. Jetzt erst mal die kleine OP gut hinter mich bringen um dann voller Kraft wieder durch zu starten. Alles liebe, eure Pam

Juni 12

Noch 14 Tage bis zur 2.ten OP…

Jetzt wo ich mich von der ersten Operation gut erholt habe, steht nun die zweite OP an. Und was soll ich sagen, ich freue mich auch wieder tierisch auf die zweite OP. Ich denke mir, dass viele von euch es nicht nachvollziehen können, dass man sich auf eine weitere Operation so sehr freuen kann. Aber es ist so. Nach der ersten OP, und ich habe es ja auch schon sehr oft geschrieben, habe ich ein wahnsinniges Glücksgefühl mit meinem Körper erlebt. Und jeden Tag wird es schöner. Die Schmerzen haben nachgelassen. Was??? Die hat doch nie von Schmerzen geschrieben! Also, wer denkt, das eine solche Operation ohne Schmerzen abgeht, der liegt falsch. Aber diese Schmerzen waren für mich sehr gut auszuhalten. Sie waren angenehmer als die dauerhaften Schmerzen, die mein Herz solange gequält hatten. Aber die nächste Operation wird nicht mehr so groß wie die letzte. Dieses Mal geht es nur noch um leichte kosmetische Anpassungen. Hier noch ein wenig straffer und da noch ein wenig kleiner. Und dann ist alles so wie es sein soll. Ich hoffe dass ich dann auch schnell wieder zuhause sein werde, denn am 04.07.13 habe ich einen Termin mit unserem Flatscreen-TV Smiley. Ihr könnt die Zeit auch nutzen. Am 28.06.13 kommt beim Kölner Treff ein super lieber Mit-Protagonist von der neuen Sendereihe B.sucht . Also vielleicht schon mal rein schauen. Ich mache es auch, also wenn ich dann schon wieder kann…

Mai 26

Ein Traum wurde wahr…

  Inzwischen sind es 907 Tage nach meinem Outing und 33 Tage nach meiner OP. Ich bin glücklich wie nie zuvor in meinem Leben. Es wurde ein Traum für mich wahr, den ich so lange geträumt hatte. Es sind fast 30 Jahr in denen ich es mir bewusst gewünscht oder auch ersehnt hatte. Nun gut, natürlich ist dieser Traum auch mit kleinen Abstrichen verbunden. Ich werde immer nur einen angepassten Körper haben, aber alleine das Gefühl, welches mir mein Körper jetzt vermittelt ist unbeschreiblich schön. Ich habe heute wieder mal das Musikvideo von Roxette – Listen to your Heart angeschaut. Es war immer ein Traum von mir so sein zu dürfen wie Marie in diesem wundervollen kleinen Schwarzen barfuß in der Burg. Nein, nicht als Sängerin… als Frau. Sie hat auf dieser Bühne alles ausgestrahlt, was ich mir so sehr ersehnt hatte. Und jetzt ist es soweit. Mein Körper schickt mir das richtige Gefühl zurück. Ich bin auch körperlich Frau Halling. Vielleicht ist es jetzt auch Zeit für das kleine Schwarze… Ein besonderer Mensch hat mir dieses Gefühl geschenkt und ich bin ihm so unendlich Dankbar dafür. Was Herr Dr. Heß da geschaffen hat war mein Traum. So zu sagen ist er ein Traumbringer. So haben mich auch sehr viele Mädels in der letzten Zeit angeschrieben ob ich Dr. Heß empfehlen kann. Und meine Antwort ist ein vertrauensvolles Ja. Ich würde mich jeder Zeit wieder in seine Hände begeben. Viele schauen immer welche OP-Methode die schönste oder die neuste ist. Andere hören nur auf das Geschwätz in den entsprechenden Foren. Das war nicht meine Grundlage mich für Herrn Dr. Heß zu entscheiden. Nein, wir ging es um den Menschen. Um das Menschliche und das hat er nun mal. Er hat mich als Patientin ernst genommen und nicht nur auf den Profit geschielt. Er hat mir zugehört bei meinen Sorgen und Ängsten. Ja, ich hatte auch Angst vor dieser OP. Jeder der sagt er hat keine Angst vor einer solchen OP, der lügt. Aber mit seiner ruhigen und ausgeglichenen Art hat Herr Dr. Heß mir eine Sicherheit gegeben die ich bei anderen Ärzten schon im Vorgespräch vermisst habe. Ich empfehle allen die mich nach dem Operateur fragen nur eine Sache. Das ist das Bauchgefühl. Natürlich hatte ich auch Angst wie es wohl nach der OP sein wird. Es ist eine Sache sich für die OP zu entscheiden, aber eine andere Sache ist wie es sich nach der OP anfühlen wird. Und auch hier ist alles besser als erwartet. Durch das wundervolle OP-Ergebnis kann ich meinen Körper endlich annehmen. Auch wenn es „nur“ ein angepasster Körper ist. Aber dieser Körper ist jetzt meiner und das ist das schönste Gefühl auf dieser Welt. Und was noch viel schöner ist, ich darf mein neues Lebensgefühl mit der Frau teilen die ich so sehr liebe. Mit meiner Sabine. Ich hat mir die Kraft gegeben immer wieder nach vorne zu schauen. Sie ist mein einzigartiger Engel. Sie ist mein Leben. Und so schauen wir gemeinsam nach vorne. Wir schauen auf einen Monat voller Ereignisse. Sabine hat ihre dritte Nierenstein-OP (Ja, Sie hat einen Steinbruch aufgemacht…) und bei mir steht die obligatorische Korrektur-OP an. Aber gemeinsam schaffen wir auch diese Zeit und freuen uns auf eine noch glücklichere Zukunft.