Oktober 4

Therapiegeflüster… Heimaturlaub

Hallöchen ihre Lieben,

ich hoffe ihr hattet ein eben so schönes Wochenende wie ich. Ich habe habe mir überlegt eine neue Rubrik ein zu richten. Das Therapiegeflüster. Nachdem mir unser immer gut gelaunte Arbeitstherapeut den PC freigeschaltet hat, hier jetzt die brandheißen News. Nun gut, hier werdet ihr sicherlich keine schmutzigen Details einer Depressionsstation lesen und ich hoffe ich habe euch nun nicht den Wind aus den Segeln genommen. Nein, hier geht es, eigentlich wie immer um meine Gedanken und um meine Sicht der Dinge. Aber halt Gedanken aus der Käseglocke, dem geschützten Bereich der Klinik. Und da ich ja wie ihr alle wisst keinerlei Humor habe, werden es sicherlich keine trockenen Themen werden. Also wie damals in der DDR, da hielt sich der Humor ja schliesslich auch „in Grenzen“. 😉 Vielleicht kann ich mit meinen Berichten ja auch dem ein oder anderen, der oder die mal in eine solche Klinik muss, ein wenig die Angst nehmen.

Nun an, hier der Heimaturlaub. Also einmal im Monat kann Frau als Patientin eine Übernachtung in der heimischen Umgebung beantragen. Nein, nicht in dreifacher Ausfertigung. Ein kleiner Zettel, ein paar Unterschriften und das Ding ist durch. Und dies war mein zweiter Heimaturlaub. Beim ersten Mal… ja, kurz und knapp, es war wie auch schon die anderthalb Jahre zuvor. Ich bin nicht aus dem Haus gegangen. Habe mich einfach nicht getraut. Schwer zu verstehen, aber es war so.

Und jetzt beim zweiten Mal, da hat es nun endlich funktioniert. Ich bin mit meiner Frau Sabine und meiner Tochter Michelle raus. Einen Spaziergang. Nein, nicht weit und auch nicht dort hin wo viele Menschen sind. Aber es war ein Spaziergang. Und ich war stolz wie Bolle. Ihr könnt dieses Gefühl sicherlich nicht nachvollziehen, aber es war mein erster Spaziergang nach vielen Monaten ohne Angst, ohne Anspannung und ohne das mir schlecht wird. Und wie schon der von walldorfgeprägte Vortänzer des Zentralrats der Seelenklempner in der Rede zum 30. Februar 2010 sagte:“ Die Wege werden an den kleinen Erfolgen gemessen!“. Für euch vielleicht keine Sache, mal eben Raus zu gehen. Aber für mich war es bis vor ein paar Tagen eine schier unüberwindliche Hürde. Und beim nächsten Mal heißt es denn frei nach Brittney Spears:“ Upps, i did it again…“.

So, ihr habt sicherlich auch noch was zu tun. Ich werde mal wieder unserem charmanten Arbeitstherapeuten auf den Sender gehen.

Also bis zum nächsten Mal auf diesem Kanal,

eure Pam