März 31

Wenn die Seele schwingen lernt…

…und den Ängsten und der Depression den Atem nimmt. Ja, ich schreibe heute über das Schwingen. Das Schwingen, die Frequenzen und der Schalldruck. Oder einfach gesagt Musik. Ich habe mich in den letzten Monaten viel mit Musik beschäftigt.

Das Schwingen einer Gitarrensaite, der Dreiklang eines Akkordes und die Harmonie einer Komposition. Musik schmeichelt der Seele und lässt den Gedanken Raum zum Träumen. Und für mich ist die Musik die beste Therapie.

Wenn du zum Beispiel ein Instrument spielst, dann kann kannst du für dich selbst spielen. Du kannst der Regel, also der Melodie eines bestimmten Liedes folgen. Aber du kannst auch deine eigene Melodie oder Tonfolge improvisieren. Und natürlich kannst du auch mit anderen zusammen musizieren.

Mit Musik lassen sich auch genauso gut wie mit Worten Gefühle ausdrücken und spüren. Nachdenklich beschwingt mit dem Feather Theme, Komponiert von Alan Silvestri oder traurig getragen wie Nothing Compares to you von Sinéad O’Connor. Musik hat so viele Gesichter wie sie auch unsere Seele hat. Und daher fühlen wir auch mit Musik und können uns manchmal auch in ihr verlieren. Wer kennt es nicht? Ein gutes Lied erklingt und du beginnst zu träumen, dein Herz lacht oder die Augen beginnen zu tränen.

Musik oder eine Folge von Tönen rettet zum Beispiel jeden Tag unzählige Leben. Die Kammertöne „a“ und „d“ bilden das Martinhorn (Oft falsch als Martinshorn ausgesprochen)und  bringen Fachpersonal zu Menschen in Not. Und vor der Digitalisierung wurden Einsatzkräfte mittels einer 5-Tonfolge über die Meldeempfänger alarmiert.

Die Kammertöne dienen uns allen aber nicht nur als Alarmsignal. Nein, sie unterscheiden auch nicht in alt oder jung, reich oder arm, gesund oder krank. Und genauso ist es auch wenn du selbst musizieren möchtest. Es gibt neben unserer Stimme, die sich natürlich auch aus Tönen bildet, Instrumente für jeden Menschen. Ob es eine Gitarre für 30€ vom Diskounter oder die Fender für 3000€. Ob es die Blockflöte oder das Klavier ist, ist eigentlich egal. Hauptsache es passt zu dir.

Musik zu machen ist kein Privileg von Mozart, Ozzy Osbourne oder Slash. Nein, musizieren kann jeder. Und natürlich muss es auch keinem anderen gefallen außer dir. Wenn du dich mit deiner Musik wohl fühlst, dann ist das wichtigste Ziel erreicht. Und wenn es anderen gefällt wie du musizierst, dann kann es natürlich auch nicht schaden.

So, ich glaube ich habe genug mit Worten jongliert. Ich wechsel die Tastatur gegen die Klaviatur und versuche schöne Melodien zwischen den schwarzen und weißen Tasten zu finden.

Alles liebe, Pam

November 7

Und die Welt dreht sich weiter…

… und Sekunden, Stunden, Tage und Monate gehen ins Land. Und dann sind da die Zeiten, an denen ich mir so sehr wünsche, dass die Welt sich nicht weiter dreht. Es ist die Zeit, in der mich die Depression nicht so fest umklammert. Die Zeit in der ich das Leben mit der Depression aushalten kann. Die Zeit in der die Wolken mich nicht einhüllen. Die Zeit in der ich dann auch wieder leben, malen und musizieren kann. Ja, dann wünsche ich mir die Zeit würde still stehen und ebenso die Welt. So das die Depression mich nicht wieder in die Knie zwingen kann. So dass ich eine Chance auf Leben habe. Aber es ist so dass die Zeit weiter läuft und die Erde sich weiter dreht. Und so wird auch wieder das nächste Tief auf mich zukommen und ich werde wieder, wie so oft in den letzten Monaten, kämpfen müssen um auch das nächste Tief zu überleben.

Ich habe so verdammt viele Medikament und Therapien ausprobiert und nichts hat wirklich geholfen. Jetzt muss ich mich auf eine neue (alte) Therapie vorbereiten und die macht mir Angst. Es ist eine, so empfinde ich es, sehr aggressive Art der Therapie.  Aber es wird sein müssen, denn wenn ich es nicht versuche, vergebe ich eine  Chance auf eine dauerhafte Linderung der Depression und der Ängste. Eine Chance haben zu können wieder die Wohnung ohne Ängste verlassen zu können, wieder mit Sabine und Michelle „Normal“-leben zu können, wieder mit Freunden schreiben, sich treffen oder einfach nur telefonieren zu können. All das was schon seit einer sehr langen Zeit nicht mehr möglich ist.

Über eines bin ich mir immer bewusst. Egal was passieren wird, ich habe die besten und liebsten Menschen an meiner Seite. Meine geliebte Sabine und meine Töchter.

 

Also auf in den Kampf

Eure Pam

November 4

Zur Steigerung ihrer Sorgen…

Offensichtlich hat der super liebe Seelsorger in der Klinik in Lengerich mit dem Aushang „Zur Steigerung ihrer Sorgen“ viel Humor bewiesen, als er mit diesem Spruch in der Depressionsstation für einen ökumenischen Event geworben hat. Also ich habe es wirklich für eine super sarkastischen Humor gehalten.

Aber nun weiß ich was er vielleicht damit sagen wollte. Man nehme eine Frau mit Depressionen, einer ausgewachsenen Sozialphobie und einer nicht näher beschriebener Persönlichkeitsstörung und schicke Sie in eine stationäre Therapie. Therapieansatz: Wichtige Themen nicht ansprechen, persönliche Patientinnenanliegen ignorieren und die Patientin immer kurz vor dem Ausrasten halten. Und schon haben wir die beschriebene Steigerung der Sorgen.

Teilweise geht es mir gefühlt noch viel schlechter als vor 10 Wochen. Denn jetzt habe ich die Gewissheit das 9 Wochen harter Arbeit an mir selbst nichts gebracht haben. Es hat nicht einmal 48 Stunden gedauert und ich war nicht nur wieder auf dem harten Boden der Realität angekommen, nein, es fühlt sich so an als hätte man mir ein noch tieferes Loch gegraben. Meine Ängste und meine Panik ist genauso schlimm wie vorher. Hurra, es ist nicht schlimmer geworden, das ist doch ein Erfolg. Ja, wäre es, wenn ich nicht wüsste, das die Therapie nichts gebracht hat.

Steht jetzt die Frage des möglichen Erfolges einer weiteren Therapie im Raum. Meine sarkastische Seite hätte da schon eine Antwort, die ich hier aber nicht schreiben darf (FSK 99+). Meine vernünftige Seite hat leider keine Antwort. Also warum nochmal die Kraft für eine weitere Therapie aus dem gebeuteltem Gehirn locker machen? Ich habe echt keinen Schimmer wie es weiter gehen soll. Vielleicht können die es ja in der Tagesklinik, in der ich weiter machen soll, kleine Wunder bewirken. Mal schauen.

So, das musste raus. Vielleicht finde ich für die nächste Woche wieder Themen, die euch wieder Freude bringen. Alles liebe,

Pam

Oktober 30

Esoterik oder Medozin…

Eigentlich ist es ja die Frage nach dem Glauben an schneller Heilung, die eben so alt ist wie die Menschheit. Glauben? Also nicht das Ding mit Jesus und Konsorten. Nein, auf der einen Seite die Welt der Handaufleger, Nadelpikser und Steinkraftfühler und auf der anderen Seite die Welt der Pillenverkäufer, ehemaligen Medizinstudenten und Ballerburgen. Die wissenschaftlich angehauchten und mit einem Doktortitel versehenen Medizinmännern dieses Planetens können natürlich mit der Kraft eines Steines, der farblosen Chakren und den Schwingungen einer Astralebene nicht viel anfangen. Ebenso werden Medikamente, Labore und ein Medizinstudium in der handauflegenden Schwingungsfühlerszene nicht als Zielführend in der Bekämpfung von körperlich oder seelischen Leiden empfunden.

Aber was ist nun das Richtige um die viel beschriebene Mitte zu finden. Ich für meinen Teil bin da doch mehr der Wissenschaft verfallen. Ich kann mich deshalb auch schlecht den schwingenden Steinen, der Besprechungen von gerade fertig gestellten Bildern und der Kraft wahllos ausgesuchter Tasten am Klavier ergeben. O.k., ich glaube auch nicht an Gott oder der gleichen. Auch Nadeln, die dir das Rauchen abgewöhnen sollen, funktioniert bei mir nur, wenn die Nadeln in der Zigarette für zusätzliche Belüftung sorgen. Der Gedankenklärende Punkt mitten auf der Stirn kann aus meiner Sicht auch nur durch eine Patrone vom Kaliber 9 mm, aus einer Beretta Modell F92 als Denkanstoß verabreicht, den gedankenverstummenden Effekt haben. Und, ich habe selbst schon die Akupunktur ausprobiert, schließlich will ich ja auch wissen worüber ich mecker. Und so sind auch die obligatorischen Reiki-, Feng Shui- und die Walldorfjünger nach einer Behandlung mittels eines Bankirai-Sorgenvernichters der Stärke 10cmx15cmx2m durchaus eher zu ertragen. Ja, ich weiß, mein Sarkasmus ist wieder mal nicht zu ertragen. Ihr braucht es ja auch nur zu lesen. Ich muss mir den ganzen Tag von meinen Gedanken (und manchmal auch von anderen Menschen) diesen „Scheiß“ anhören.

Nun ja, das was einen die Pillenverdreher der Pharmalogie unterjubeln ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Frag mal meine Leber und meine Niere, die müssen schließlich den Mist abbauen, den ich mir täglich reinschmeiße. Aber solange es hilft.

Wo wir gerade beim helfen sind. Das hier hilft mir sehr. Ich schreibe was mir einfällt und dann ist es erst einmal aus dem Kopf verbannt. Ich verarbeite das was ich erlebe mit meinen Texten. Ich glaube an die „Macht“ des geschriebenen Wortes. Also an das Wort, das dann nicht mehr in meinem Kopf herumgeistert. Das „Macht“ mich viel gelassener. Ich hoffe das dieses Verhalten jetzt nicht esoterisch ausgelegt. Gut. Schlußendlich bekommt Frau ja auch keinen Blog auf Rezept. Und da wären wir wieder am Beginn dieses Postes. Der Glaube.

Eigentlich ist es egal ob du an die bunten Pillen oder an Schwingungen glaubst. Wichtig ist, das du an irgendwas davon glaubst. Denn der Glaube versetzt die Berge. Der Glaube schafft das Vertrauen, dass du brauchst um dich auf einen heilenden Effekt der Tablettenverteiler oder der Nadeljongleure einzulassen.

Und bevor ich es vergesse, da ich Dienstag die heiligen Hallen der stationären Therapie verlassen werde, um mich einer Tagesklinik hinzugeben, noch dies:

Einen herzlich lieben Gruß an meine Sporttherapeutin, die mich immer mit viel Freude durch die Sporthalle gejagt hat, an meine Physiotherapeuten, die meinen Rücken wieder hinbekommen haben, an unseren Adonis in PC-Fachmannverpackung, der mich meinen Blog bearbeiten lies, an den Pastor, der immer für höchsten Beistand da war, an unsere Putzfeen, an unsere Küchenengel…

Ach die Liste ist lang, also an alle der 19.1 DANKEEEEEEEEEE

Und natürlich an alle Leserinnen und Leser der Nachtschicht. Danke das ihr immer aufgepasst habt, dass uns Patienten keiner klaut. Danke und immer ruhige Nachtschichten.

So, ich, jetzt wieder ruhig und ausgeglichen, wünsche euch ein neue wundervolle Woche.

Alles liebe, Pam

Oktober 25

Teambesprechung…

Hallöchen liebe Leserinnen und liebe Leser,

vielleicht kennt ihr das auch. Solche Standartanworten die Frau nicht hören will. Nach einer Bewerbung zum Beispiel, „Rufen Sie nicht an, wir rufen Sie an“. Will heißen „Du bekommst diese Stelle nicht einmal selbst wenn Ostern oder Weihnachten auf einen Tag fallen.“ Oder auf dem Amt “ Da müssen Sie erst das blaue Formular ausfüllen und dann kann es noch dauern“. Soll heißen „Den Antrag kannst du vergessen.“. Oder wenn die Halling keine Lust hat sich eine Ausrede auszudenken oder höfflich etwas abzulehnen. Dann sage ich „Sorry, ich muss noch Autofahren“. Das wiederum soll heißen “ Nein, ich möchte keinen Kuchen“ oder „Nein Danke, ich möchte nicht mit in die Stadt fahren.“.

Und wie komme ich an diesem schönen Dienstagmorgen auf dieses überaus komplizierte Thema. Nu stellt euch vor, diese schönen Antworten gibt es in der Therapie auch. Hier heißt es aber ganz wichtig „Das werden wir mal im Team besprechen.“. So die ersten Male schenkst du diesen vermeindlich verständnisvollen Worten glauben. Und dann wartest du. Also wenn die es schon besprechen, dann wirst du ja auch eine Antwort bekommen. Also in den nächsten Tagen. Also bald. Also irgendwann. Bis du an dem Punkt angekommen bist an dem du weißt: „Also NIE“.

Kurz zur Geschichte des Satzes „Das werden wir mal im Team besprechen“. Geprägt von einem Andrang lustloser Sachbearbeiter, die den Heiligen Gral im Umgang mit weitaus lustloseren Arbeitssuchenden (Im späteren Verlauf der Geschichte auch Hartz-4-ler genannt), wurde dieser Satz von Teamleitern des Sozialamtes (später auch Arbeitsagentur genannt) ins Leben gerufen, um bewusst die Anliegen der unzufriedenen Mitarbeitern zu ignorieren. Seit ca. 2012 wird dieser Ausdruck der bewussten Ignoranz nun auch in vielen  deutschen Kliniken an die dort arbeitenden genervten Pfleger und Ärzte herausgegeben, um nervige Patienten durch den bewusst herbeigeführten Plazeboeffekt am weiteren äussern ihrer Anliegen zu hindern. Die häufigste Anwendung findet der Satz „Das werden wir mal im Team besprechen“, der abgewandelt auch „Nach der Teambesprechung kann ich ihnen mehr sagen“ gern benutzt wird, in der Visite. (Quelle: Bundesamt für Vertröstungstechniken und der bewussten Ignoranz. Stand: 2016)

Gut, soweit zur Geschichte.

Wie kann der hilfesuchende handelsübliche Kassenpatient (Auch gerne Vollpfosten genannt) sich nun der einschleimenden Wirkung dieses Satzes erwehren. Da seit 2013 da Pflastersteinewerfen auf Ärzte nicht mehr erlaubt ist (Das Bundesverfasungsgesetz sah derzeit keinen ausreichenden Bezug von Pflastersteinen zum Verbandsmaterial), bleibt nur das „dumm aus der Wäsche schauen“ für den verwunderten Patienten über. Privatpatienten können hingegen noch ein „blaues“ Beschwerdeformular einreichen, wobei die Bearbeitungszeit schon mal bis in die Ewigkeit dauern kann.

Soviel für den heutigen Dienstag. Ich werde mich gleich mal in den Kursus „Wie gehe ich damit um, wenn ich ignoriert werde“ einschreiben.

Bis zur nächsten Teambesprechung,

eure Pam

Oktober 20

Wenn die Berge zu hoch sind…

Hallöchen liebe Leserinnen und Leser,

zur Zeit spielt meine Gedankenwelt verrückt. Ich soll über einen Entlasstermin nachdenken und das fühlt sich irgendwie nicht gut an. Vielleicht habt ihr meinen Post „Das Gebirge des Lebens“ gelesen und vielleicht kann ich euch an diesem Beispiel meine Gefühlswelt erklären. Also wer es noch nicht gelesen hat, vielleicht jetzt kurz durchlesen um dann zu verstehen was ich meine.

Im Moment fühle ich mich wie eine Rollstuhlfahrerin. Ich bin in die Klinik gekommen, weil ich durch die Therapie lernen soll über die nächsten Hügel zu kommen. Also ist die Klinik die Berg und Talbahn, in die ich vor ca 8 Wochen eingestiegen bin. In der mir Hilfsmittel zur Bewältigung der Höhen und Tiefen im Leben gegeben werden. Aber wenn ich jetzt entlassen werden soll, dann fühlt es sich so an, als ob auf halber Strecke die Bergbahn anhält und mir eine Wegbeschreibung zum Gipfel (Das Hilfsmittel) in die Hand gedrückt wird. Also stehe ich nun mit meinem Rolli auf der Hälfte des Weges mit einem Plan für Fußgänger zum Gipfel. Ja, sehr lustig.

Und die anschließende ambulante Therapie, die bekanntlich für die nächsten Jahrhunderte ausgebucht sind, wartet zwei Täler hinter dem nächsten Gipfel. Also Gefühlstechnisch.

Leider kann ich es auch nicht näher ausführen, weil meine Gedanken scheinbar Schluckauf haben. Es fällt mir gerade echt schwer mich zu konzentrieren.

Mal schauen, vielleicht geht es am nächsten Dienstag zum nächsten Post wieder besser.

Also bis dahin wünsche ich euch eine bessere Zeit,

eure Pam

Oktober 18

Selbstfindung…

Selbstfindung ist immer ein so großer Begriff. Wo bin ich? Wo will ich hin? Und vor allem, was will ich dann da? Habt ihr euch darüber schon mal Gedanken gemacht? Ich für meinen Teil habe das, also ich denke ich habe es.

Zum ersten Teil des Fragemaratons. Wo bin ich? Diese Frage ist leicht zu beantworten. Ich sitze wie jeden Dienstag auf einem Bürostuhl in der AT-Büro. Unter den Augen unseres charmanten Arbeitstherapeuten versuche ich sinnvolle Worte für den Unsinn des Lebens zu finden. Sprich, ich bin immer noch in der Therapie um mich von meinen Depressionen und anderen Dingen dauerhaft zu trennen. Und wenn ich die Depression dann los bin… ähhh, also wenn ich sie los bin, wo bleibt sie dann? Wo will sie hin und was will sie dann dort? Nein, es geht um mich und nicht um die Depression. Und da es hier auch den 14702471_1135721566504025_6388892586136004746_nüblichen Tratsch, wie in der Aussenwelt auch gibt, habe ich natürlich hier auch was aufgeschnappt. Gerüchte behaupten, also unter uns jetzt mal und bitte nicht weiter erzählen:“ Das Leben soll angeblich auch ohne Depressionen möglich sein!!!“. Nun gut, natürlich sollte Frau nicht jedem Gerücht glauben schenken. Aber da es ja auch ein Leben vor dem Tode geben soll, könnte ich es ja mal ein Leben ohne Depression ausprobieren. Was mich zur zweiten Frage bringt.

Wo willst du hin? Mhhh. Australien, Kanada und vielleicht mal nach England. *Tagtraum endet… O.k. ja, ich will zurück ins Leben. Und ja, ich lebe jetzt natürlich auch. Also bis eben auf jeden Fall. Ich atme, rauche und schreibe. Aber im Moment fällt mir das ganze mit diesem Lebensding einfach noch schwer. Nun gut, das rauchen, nein, dabei muss ich mich nicht anstrengen. Aber der Rest. Mit anderen Menschen auszukommen. Wieso ist das in der Depression so schwer? Ja, wie soll ich das jetzt erklären. Ich glaube das kann ich nicht. Es ist einfach so. Viele glauben immer wenn man in der Depression lacht, dann kann es nicht so schlimm sein, aber weit gefehlt. Die Depression ist ein Miststück. Wenn sie dich besucht, dann fällt dir alles schwer. Lachen, morgens aufstehen, mit Freunden was unternehmen und selbst das atmen ist dann lästig. Selbst das denken, weil wenn du dann denkst, kommen nur traurige Gedanken hervor. Ja, vielleicht könnt ihr verstehen was ich meinte.Nein, das könnt ihr eben nur, wenn ihr auch schon mal besuch von dem Miststück hattet. Und nur dann!!! Wenn du jemanden triffst der in der Depression lacht, dann stell dir vor, diese Person stemmt gerade einen Kleinwagen in die Luft. Beides kostet die gleiche Kraft.  Natürlich werdet ihr jetzt sagen:“ Ey Halling, du blöde Kuh, du schreibst doch jeden Dienstag und Donnerstag einen mehr oder weniger lustigen Blog. Also kann es doch nicht so schlimm sein!!“. Ihr habt recht, das mache ich. Aber es kostet mich so unendlich viel Kraft morgens aufzustehen. Zu wissen das ich gleich in einen Frühstückraum mit 60 anderen Menschen gehen muss, um dann den gefühlten langen Weg (300m) zur AT-Büro zu gehen. Nur um beschäfftigt zu sein. Und dann das atmen, das stehen, das gehen, das sprechen… Und wenn ich nichts zu tun habe, dann kommen die traurigen Gedanken wieder. Und nach der AT-Büro ist freie Zeit, in der sich die Gedanken entfalten können. Und dann gibt es noch die Therapien, in der du über diese Gedanken dann auch noch sprechen musst / sollst / kannst / darfst. Und das alles kostet eine Kraft, von der du denkst das du sie gar nicht hast. Aber zurück zum Thema. Ich will zurück in ein „normales“ Leben. Also in ein Leben ohne Depression, in ein Leben mit lachen, liebe und mit Sinn. Ja, da will ich hin…

Was will ich da, wenn ich angekommen bin? Leben, einfach Leben.

Und wer jetzt denkt „Dann tu es doch einfach“, der hat leider nichts verstanden.

Also bis zum nächsten Mal auf diesem Kanal. Und heute schenke ich euch ein lächeln. Also nehmt das lächeln und tragt es heute mit euch, denn es hat viel Kraft gekostet.

Alles liebe, eure Pam

Oktober 13

Du musst mich so verstehen…

Guten Morgen liebe Schlaflos in Essen-Jünger,

an einem Donnerstag kann schon mal gar nichts verkehrt sein. Aufstehen hat reibungslos geklappt. O.K. das Spiegelbild meinte meinen Schönheitsschlaf wurde vom Wecker viele Jahre zufrüh unterbrochen, aber na ja. Und nachdem ich die Frage „Altbausanierung oder Denkmalschutz“ mit dem Spiegel geklärt hatte konnte der Tag starten.

Nach einem guten Frühstück und dem allmorgentlichen Gedankenaustausch mit unserer Putzfee, ging es frohgelaunt zur AT-Büro. Ich freue mich schon den Tag zuvor auf diesen Therapiepunkt. Gut gelaunt unseren charmanten Arbeitstherapeuten begrüßen… Ähhhmmm, nein, heute wieder nicht unser charmanter und mit tollem Humor ausgestatteter Adonis in PC-Fachmannverpackung (verdammt gute Tarnung). Und dann habe ich die Nachrichten gesehen…

Also echt Mädels, ihr müsst einfach Mal hier einchecken. Vielleicht mit einer kleinen Depression im kleinen linken Zeh oder mir einer Psychose am Bauchnabel. Egal, einfach einchecken und dann der AT-Büro zuteilen lassen. Unser charmanter AT-Büro-Arbeitstherapeut ist sicherlich, bei der Damenwelt, die auf Dreibeiner stehen, diese Anstrengung wert. Aber ich schweife ab…

Zurück zum Thema… ähhhmmmm, kurz nach oben gescrollt… ahhh, darüber wollte ich schreiben. Zu mir hat mal ein älterer Mann gesagt:“ Du musst mich so verstehen wie ich das meine!“. Punkt! Also was für eine Aussage. Und sowas von richtig. Das scheint meiner Meinung nach das Problem vieler Konflikte zu sein. Die Menschen reden zwar miteinander, aber verstehen nicht was der andere sagen will oder meint. O.k. manche haben einfach nicht das Potiential, wie ihr vielleicht in meinem letzten Post vom Dienstag entnehmen konntet. Aber lassen wir diese wachsende Bevölkerungsgruppe mal bei Seite.

Es ist einfach manchmal schwer zu erklären was einen bewegt, bedrückt oder erfreut. Und wenn dann dieses nichtverstehen kommt, unfreiwillig oder nicht, dann redet man (o.k. selten auch Frau) einfach meilenweit aneinander vorbei. Und manchmal ist das nicht lustig.

Wie konnte ich wissen was ich dachte, bevor ich hörte was ich sagte.

Ein Beispiel: Wenn du dem Montuer erklärt hast wo das Waschbecken an die Badezimmerwand soll und du nach zwei Stunden plötzlich eine neue Dusche hast. Was willst du auch mit zwei Duschen? Oder wenn du dem Arzt erklärst, das dein Zeh schmerzt und keine zehn Minuten später hast du einen Schlauch im Hals zum Magen auspumpen. Und glaubt es mir, das kann Probleme bereiten. Ich glaube ihr versteht was ich meine… oder reden wir an einander vorbei?!?!?! Also wenn ihr mir jemandem sprecht, dann schenkt ihm oder ihr eure volle Aufmerksamkeit und wenn ihr den Verdacht habt, das ihr was falsch versteht, dann fragt doch einfach noch einmal nach.

So mit o. Ich bin fertig für heute. Also nicht so fertig, aber schon fertig. Ich denke ihr wisst was ich meine. 😉

So liebe Leserinnen und liebe Leser,

bis zum nächsten Mal auf diesem Kanal.

Alles liebe, eure Pam

Oktober 11

Menschen und andere Menschen…

Hallöchen liebe Leserinnen und liebe Leser,

es ist wieder Dienstag und ein neuer Post steht in den Startlöchern. Aber ich muss gestehen, heute ist es vielleicht mehr Frust als Lust am schreiben. Nun gut, ich versuche doch ein paar Wortgebilde zu finden, damit es nicht zu trocken wird. Auch wenn unser charmanter Büro-PC-Arbeitstherapeut heute das sinkende Schiff zumindesten für einen Tag verlassen hat, versuche ich doch das Ding zu meistern.

Ihr kennt das sicherlich auch im Umgang mit den anderen Lebewesen auf diesem Planeten. Bei manchen, so sagt der Volksmund, stimmt so ein Ding, das man Chemie nennt. Und bei anderen, da denkst du:“ Scheiße, lieber Gott, schmeiß Hirn vom Himmel, aber bitte wirf dieses Mal nicht daneben!!“. Bei manchen weist du, nicht nur durch die allerseits so beliebte Werbung in der Flimmerkiste, das ein „Milky Way“ durch die gekonnte Schwimmeinlage zumidestens eine Fähigkeit mehr besitzt. Das schwimmen in Milch.

Und wenn man in einer Klinik für Depressionen ist, dann gibt es bekanntlich die eine Seite, die Patiennten und die andere Seite, das medizinische Personal. Bei George Lucas klang das definitiv geiler. Die Rebellen und das Imperium. Bei Yoda, die M07-10-16-1acht und die dunkle Seite. Nun gut, bleiben wir bei medizinischem Personal und Patiennten. Aber verdammt, George Lucas wusste schon 1973 / 1974 dass es keine gute Idee ist, diese Mächte zu kreuzen. Und wenn es denn doch passiert, dann würde Yoda raten:“ Vorsichtig du sein musst, dein Verderben es sein kann!“. Nein, wir haben nicht alle in einem Topf geschmissen und neu in diese beiden Gruppen verteilt. Wobei, bei dem einen oder anderen, könnte Frau auf den Gedanken kommen:“ Ups, du stehst aber auf der falschen Seite der Macht.“

Aber kommen wir noch mal zurück auf das „Milky Way“, das schwimmend seine Fähigkeit präsentiert. Oder den Stein, der mit einem IQ von 7 automatisch zu hüpfen beginnt. Diese beiden haben doch echt mehr auf der Pfanne, als manche sauerstoffverbrauchende Säugetiere, die das Privileg hatten zur Schule gehen zu dürfen. Bei denen leider aber nicht mehr heraus gekommen ist, als ein angewärmter Stuhl hinter einem Schultisch. Und dann in der Arbeitswelt in Positionen vordringen, an denen ein „Milky Way“ sicherlich mehr bringen würde. Es kann ja nicht nur schwimmen, nein, es schmeckt sogar. Und manche Menschen schmecken mir überhaupt nicht.

Aber wie das nun mal so im Leben ist, muss „ich“ jetzt lernen mit solchen Menschen zurecht zu kommen. Das nennt sich dann Therapie und alle sind glücklich. Alle… ? Natürlich muss ich lernen mit solchen Menschen umzugehen. Also hier. Also in der Therapie. Ich lerne mit diesen Menschen umzugehen, damit das Therapieziel erreicht wird. Also hier. Also in der Therapie.

Und nach der Therapie? Da können mir diese Manschen mal die Pupe schmatzen. Im echten Leben gebe ich mich mit diesen Menschen, wo du denkst:“ Borrrrr, aus dir wäre auch besser ein vor-sich-hin-dunstender Exkrementenhaufen geworden“ oder „Borrr geh mir nicht auf den nicht mehr vorhandenen Sack!“, erst gar nicht ab. Und somit habe ich dann wieder was gelernt, das keiner im normalen Leben braucht. Ein hoch auf die Therapie.

Ich werde an meinen, mir selbst gesteckten Therapiezielen fest halten. Nicht mehr und nicht weniger.

Soweit das heutige Therapiegeflüster. Ich werde mich von den „Intelligensbremsen“ fern halten und dann gibt es am Donnerstag vielleicht wieder einen Post der mit mehr Freude gefüllt ist.

Ich wünsche euch einen wundervollen Tag. Lasst euch nicht anquatschen und immer schön rechts laufen, da ist nämlich gestreut.

Eure Pam

PS: gerade noch im Netz gefunden….<<< Intelligente Knete alias Thinking Putty – Der Trend aus den USA! Für mehr Kreativität, weniger Stress und viel Spaß… Ein tolles Geschenk! >>> Diese Knete kann was… liebe Intelligensbremsen, einfach mal drüber nachdenken… 

Oktober 4

Therapiegeflüster… Heimaturlaub

Hallöchen ihre Lieben,

ich hoffe ihr hattet ein eben so schönes Wochenende wie ich. Ich habe habe mir überlegt eine neue Rubrik ein zu richten. Das Therapiegeflüster. Nachdem mir unser immer gut gelaunte Arbeitstherapeut den PC freigeschaltet hat, hier jetzt die brandheißen News. Nun gut, hier werdet ihr sicherlich keine schmutzigen Details einer Depressionsstation lesen und ich hoffe ich habe euch nun nicht den Wind aus den Segeln genommen. Nein, hier geht es, eigentlich wie immer um meine Gedanken und um meine Sicht der Dinge. Aber halt Gedanken aus der Käseglocke, dem geschützten Bereich der Klinik. Und da ich ja wie ihr alle wisst keinerlei Humor habe, werden es sicherlich keine trockenen Themen werden. Also wie damals in der DDR, da hielt sich der Humor ja schliesslich auch „in Grenzen“. 😉 Vielleicht kann ich mit meinen Berichten ja auch dem ein oder anderen, der oder die mal in eine solche Klinik muss, ein wenig die Angst nehmen.

Nun an, hier der Heimaturlaub. Also einmal im Monat kann Frau als Patientin eine Übernachtung in der heimischen Umgebung beantragen. Nein, nicht in dreifacher Ausfertigung. Ein kleiner Zettel, ein paar Unterschriften und das Ding ist durch. Und dies war mein zweiter Heimaturlaub. Beim ersten Mal… ja, kurz und knapp, es war wie auch schon die anderthalb Jahre zuvor. Ich bin nicht aus dem Haus gegangen. Habe mich einfach nicht getraut. Schwer zu verstehen, aber es war so.

Und jetzt beim zweiten Mal, da hat es nun endlich funktioniert. Ich bin mit meiner Frau Sabine und meiner Tochter Michelle raus. Einen Spaziergang. Nein, nicht weit und auch nicht dort hin wo viele Menschen sind. Aber es war ein Spaziergang. Und ich war stolz wie Bolle. Ihr könnt dieses Gefühl sicherlich nicht nachvollziehen, aber es war mein erster Spaziergang nach vielen Monaten ohne Angst, ohne Anspannung und ohne das mir schlecht wird. Und wie schon der von walldorfgeprägte Vortänzer des Zentralrats der Seelenklempner in der Rede zum 30. Februar 2010 sagte:“ Die Wege werden an den kleinen Erfolgen gemessen!“. Für euch vielleicht keine Sache, mal eben Raus zu gehen. Aber für mich war es bis vor ein paar Tagen eine schier unüberwindliche Hürde. Und beim nächsten Mal heißt es denn frei nach Brittney Spears:“ Upps, i did it again…“.

So, ihr habt sicherlich auch noch was zu tun. Ich werde mal wieder unserem charmanten Arbeitstherapeuten auf den Sender gehen.

Also bis zum nächsten Mal auf diesem Kanal,

eure Pam