November 10

Mein persönlichster Post…

Hallo ihr lieben,

lange habe ich überlegt ob ich dieses mega persönliche Thema hier im Blog anschneide oder nicht. Aber ich habe mir vor ein paar Jahren geschworen, dass ich offen mit all meinen Sorgen, Freuden und Erlebnissen umgehen werde. Über 30 Jahre habe ich mich gefühlstechnisch versteckt und dass soll nie wieder passieren. Während meines Weges zu mir selbst haben meine Posts, die ich mit euch geteilt habe, mir sehr geholfen. Und dafür gibt es einen Grund. Ich brauche euch, eure Meinungen und eure Likes.

Wer bis hier hin gelesen hat, den möchte ich bitten auch wirklich bis zum Ende zu lesen. Ich schreibe jetzt über ein Thema, mit dem viele Menschen Lügen, Ausnutzen und Gefühlskälte verbinden.

Im April diesen Jahres habe ich eine Diagnose bekommen, die mich sehr getroffen hat, die mir aber auch viele Fragen beantwortet hat. Fragen wieso ich immer wieder in Depression verfalle, die sofort immer wie ein Weltuntergang sind.

Also, bei mir wurde eine Narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS) diagnostiziert. Die Psychologin nannte es zu dem Zeitpunkt einen „funktionalen Narzissmus“. Soll heißen, wenn es mir gut geht, dann hilft er mir Ziele zu erreichen. Er gibt mir dann den Biss den ich brauche um Erfolg zu haben. Dann ist es sogar ein „gesunder Narzissmus“. Wenn es mir aber schlecht geht, dann dreht sich das Blatt für mich. Es geht mir dann richtig schlecht und das Leiden ist dann fast nicht zu ertragen.

Für ein besseres Verständnis habe ich hier einen Auszug aus der Patienteninformation der Hardtwaldklinik:

Was ist eine Narzisstische Persönlichkeitsstörung?

Mit dem Begriff „Narzissmus“ oder „narzisstisch“ verbindet sich gemeinhin die Vorstellung von egozentrischen,selbstgefälligen und ausbeuterischen Menschen, die dazu neigen, sich selbst zu überschätzen, sehr stolz sind und eine hohe Anspruchshaltung haben. Der Begriff des Narzissmus geht auf den griechischen Mythos zurück,der oberflächlich verstanden Eigenliebe bedeutet, er versinnbildlicht die große Selbstbespiegelungstendenz und die damit verbundene Beziehungsproblematik (zu sich selbst und zu Anderen) des narzisstisch verwundeten Menschen und leistet dadurch der negativen Beurteilung der Narzissten Vorschub. Beschäftigt man sich jedoch näher damit, so zeigt sich deutlich, welch tiefes Leiden mit der Selbstbespiegelung verbunden ist. Es ist das Leiden, sich von sich selber entfremdet zu fühlen.

Unsere Kultur, in der Leistung und Status sehr hoch bewertet werden, trägt zur Verstärkung des Narzissmus bei,ebenso wie die Werbewirtschaft, die seine Existenz nutzt und seine Entwicklung fördert. Die Wurzeln der narzisstische n Störung reichen jedoch viel tiefer, der Ort ihrer Entstehung ist die Familie.

Symptome der narzisstischen Persönlichkeitsstörung

Es dominieren depressive Symptome:

  • das Gefühl der inneren Leere
  • Niedergeschlagenheit
  • unspezifische Ängste
  • Störungen in den Beziehungen zu anderen Menschen
  • Schwierigkeiten, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu leben
  • tiefe Selbstunsicherheit
  • Störung des Selbstwertgefühls und starke Kränkbarkeit
  • Körperliche Symptome

Narzisstische Persönlichkeitsstörung: Wie kann man sich das vorstellen? Was ist gestört?

Bei der narzisstischen Persönlichkeitsstörung sind zwei grundlegende Gefühle gestört:

das Selbstwertgefühl und das Selbstgefühl :

Das Selbstgefühl hängt davon ab, wie gut oder wie schlecht jemand das eigene Selbst, also sich selbst wahrnimmt. Ist das Selbstgefühl nur schwach ausgebildet, hat man keinen funktionalen Zugang zu den eigenen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen. Es findet keine Anregung statt, man hat den Eindruck, in einer öden Leere zu vegetieren. Es ist arm und leer in einem, man langweilt sich furchtbar. Gerade das mangelnde Selbstgefühl zeigt uns, dass der narzisstisch gestörte Mensch sich selbst nicht lieben kann. Er ist im Gegenteil sich selbst entfremdet. Das Gefühl für das eigene Selbst ermöglicht erst die wirkliche Selbstliebe. Der Mensch mit einer narzisstische n Persönlichkeitsstörung versucht unbewusst, diese Grundstörung im Selbst zu kompensieren (wie z.B. durch Größenideen und Idealisierung) oder durch Abwehrmechanismen (wie z.B. Überanpassung und Entwertung) zu bewältigen.

Weil das Selbst defekt ist und hinter der Fassade versteckt bleibt, ist beim narzisstisch Gestörten das Selbstwertgefühl schwach und labil, die Balance des Selbstwertgefühls ist gestört. Das bedeutet, dass ein solcher Mensch in hohem Maß auf die Anerkennung und Bewunderung von außen angewiesen ist. Denn im Gegensatz zum Durchschnittsmenschen hängt beim narzisstisch gestörten Menschen das Gefühl für den eigenen Wert fast ausschließlich von der Umwelt ab. Zur Kompensation/Ausgleich seiner Unsicherheit und Minderwertigkeit baut er ein Größenselbst auf, mit welchem er stets neue Zuwendung, Bewunderung und Spiegelung von anderen Menschen wünscht. Das Größenselbst produziert wiederum Größenphantasien, welche genährt werden wollen und den Wunsch nach Bestätigung von außen nur immer neu entfachen.

Die ganze Information als PDF findet ihr hier: http://www.informationen-zu-krankheiten.de/Kliniken/Hardtwaldklinik_II.html

Das ganze hat für mich doch sehr viele Fragen beantwortet. Wieso war ich immer so erfolgreich als ich noch Arbeit und ein Soziales Leben hatte? Wieso stürze ich immer so tief ab seit dem ich keine Arbeit oder ein soziales Leben habe? Wieso kann ich nicht mit anderen fühlen? Wieso verstehe ich die Welt nicht? Wieso sage ich immer das ich keine Freunde brauche, obwohl ich mich nach Freunden sehne?

Das soll alles keine Rechtfertigung für mein Verhalten der letzten Jahre gegenüber vielen Menschen sein. Aber vielleicht ist es verständlicher geworden.

Ich will und muss an mir arbeiten, aber bei einer noch so wohlwollenden Prognose wird es Jahre dauern, bis ich gelernt haben werde damit umzugehen. Die letzten 9 Wochen der Therapie haben mich an den Rand des Wahnsinns gebracht. Ich habe viele Dinge nicht verstanden und trotzdem versucht sie umzusetzen. Ich kann mit einer Erkältung oder einem gebrochenen Bein besser umgehen. Das wäre für mich greifbarer als diese verdammte NPS.

So, jetzt ist es raus. Mir geht es ein wenig besser obwohl ich meine Tränen kaum zurückhalten kann.

Ich hoffe das ich euch durch dieses Geständnis nicht verliere.

Eure Pam

November 9

Die kollektive Rache der US-Wähler…

Was ist bloß mit den Amerikaner los? Hatten alle Nicht-Protestwähler schlimme Diarrhö und konnten somit den Gang zur Urne nicht schaffen? Wo sind all die Collageabsolventen, die eigentlich genug in der Rübe haben sollten, um einen heißluft-blasenden Demagogen zu erkennen und nicht zu wählen?

Aber nun ist es geschehen. Die haben ein neues Mitglied im äußerst elitären Vollpfostenclub. Alte Mitglieder wie Marine Le Pen, Vladimir Putin, Geert Wilders, Victor 15039553_636381279874608_8070504975135340093_oOrban und Recep Erdogan unter der Führung von Kim Jong-un hießen ihr neues vollwertiges Mitglied Donald Trump willkommen. Und jetzt die Frage aller Fragen. Was wollen die Amerikaner mit einem solchen offensichtlichen Schaumschläger? Ob die sich das so gut überlegt hatten, wie die Inselaffen beim BREXIT? Haben die überhaupt nachgedacht?

Vielleicht sollten wir aber auch nicht so laut tönen. Schließlich haben wir die obligatorischen Vollpfostenclubanwärter wie z.b. Frauke Petri oder Björn Höcke, die offensichtlich auch wie jetzt Mr. Trump die Unter- und Mittelschicht für sich gewinnen können. Diesen Hieb mit dem überdimensionierte Vierkantholz sollten all unsere Politiker verstanden haben. Lasst die Unter- und Mittelschicht nicht alleine und hört was sie begehren. Sonst könnte die nächste K-Frage in Deutschland echt nach hinten oder besser gesagt weit nach rechts ausgehen.

Echt, ich bin sprachlos. Ich selbst habe ein Jahr in diesem wunderschönen Land der grenzenlosen Freiheit verbracht und es genossen. Das würde ich mir seit heute aber drei mal überlegen ob ich dieses Land nochmals besuchen werde. Wie konnten die Amerikaner so naiv diesem Menschenhasser ihre Stimme geben.

Und nein, auch ein gerade in der Therapie erlernter Perspektivenwechsel kann das Wahlergebnis nicht schön reden. Nun gut, so hat die Bibel jetzt meiner Meinung nach eine Plage dazu bekommen. Die Geschichte sollte also umgeschrieben werden.

Der Papst sagt: „Möge Gott ihn erleuchten!!“…. nein, lieber Papst, ich befürchte das wäre dann Gottes Meisterstück.

Für alle LSBTTI in den Staaten beten. Denn die einzige höhere Macht, die sonst mit Dingen wie über das Wasser laufen und so weiter wirbt, ist halt nicht anders als zu beten zu erreichen. Hoffen wir also auf ein Wunder…

Alles liebe, eure Pam

November 3

Das Leben ist keine Käseglocke…

Noch vor drei Tagen hätte ich Stein auf Bein geschworen, dass es wieder Bergauf geht. Unter der Käseglocke der Klinik ging es mir sehr gut. Ich habe mich vor 9 Wochen nach dem einschecken erst noch sehr schwer getan. Es waren mir zu viele Patienten auf unserer Station und da es im Haus 19 nur eine Küche (Auf unserer Station) gibt, mussten ca. 60 Patienten zu den Speisezeiten zwangsläufig auf unsere Station. Zu Anfang bin ich dann auch immer 5 Minuten vor Küchenschluss in den Speisesaal gegangen. Da der handelsübliche Patient natürlich pünktlich Essen will, war es zum Schluss am ruhigsten. Aber gut, irgendwann kennt Frau die Gesichter der anderen und schon ist die Angst vor Fremden dann nicht mehr so groß.

Das es einen aber nicht weiter bringt, wenn Frau die Menschen langsam, über Tage, kennen lernt, habe ich gestern bemerkt. Der obligatorische Termin beim Hausarzt stand nach der Entlassung aus der Klinik an.

Und es wurde zum persönlichen Fiasko. Schon auf dem Fußweg zum Arzt waren gefühlt 100000 Menschen auf der Straße, die ich nicht kannte und auch nicht kennen lernen wollte. Und ich hatte ja auch keine Zeit Sie alle kennen zu lernen. Und schon waren Sie wieder da. Frau Angst und Herr Panik. Die beiden haben mich zur Marionette werden lassen. Beim Arzt angekommen war es dann zu viel. Meine Wangen wurden mit den Tränen der persönlichen Ohnmacht benetzt. Meine Körper versucht das ganz-körperliche Zittern in meinem linken Bein zu bündeln. Nervös und hektisch springt es fern jeder weiteren Kontrolle auf und ab. Die Anspannung laugt mich so aus, als hätte ich einen 30 Km-Marsch mit 20 KG-Gepäck hinter mir.

„Neun Wochen“ hämmert es in meinem Kopf. Neun Wochen, die mir offensichtlich nur eines gebracht haben. Ich bin körperlich so fit geworden, dass ich mir diese persönliche Demütigung zu Fuß abholen konnte.

Nach 9 Wochen konnte ich mich frei in der Klinik bewegen. Nun ja, keine Kunst unter der Käseglocke. Mit den Menschen, die ich mir in Ruhe tagelang angeschaut habe, konnte ich sprechen, lachen, leben. Leider hat das nur nichts mit der Realität zu tun. Ich kenne keinen der Menschen, die mir in der Stadt begegnen.

Ob ich irgendwann diese Angst- und Panikattacken wieder loswerde? Vor 10 Wochen hätte ich der Geschichte noch eine Chance gegeben. Heute weiß ich, dass unsere Wohnung wieder zum Gefängnis für mich wird. Ich hasse mich dafür, dass ich die Angst und die Panik in mein Leben gelassen habe. Und ich hasse mich noch mehr dafür, dass ich mich ihnen nicht zur Wehr setzten kann.

Leider habe ich heute keinen positiven Gedanken für euch.

Pam

Oktober 20

Highlights aus meinem Blog…

Heute habe ich mal ein Paar meiner geistigen Ergüsse die vielleicht lesenswert sind.

Viel Spaß beim lesen….

  1. Erotik ist alles
  2. Ich kann auch anders
  3. Eine kleine Anfrage
  4. Offene E-Mail an Frau Dr. Merkel
  5. Und ihre Antwort
  6. Das Gebirge des Lebens
  7. Besondere Menschen / Sonja Lang
  8. Besondere Menschen / Jochen Heß
  9. Ein wundervolles Projekt

14705845_1375482289152574_5549440963836341762_n

 

Ich hoffe meine persönliche Auswahl in diesem Ranking sagt euch zu.

Soviel für heute,

eure Pam

Oktober 6

Wahre Worte

​Meine Nase ist schief

Meine Körperbehaarung fehl am Platz

Meine Arme zu wabbelig

Meine Brüste zu klein

Mein Bauch ist zu dick

Meine Hüften zu breit

Mein Arsch ist zu groß.
Doch zum Glück weisen uns die gütigen Medien den Weg aus der Hässlichkeit.
Lass dir die Nase richten

die Haare mit wax entfernen

Bezahl das Fitness-Abo für straffe Arme

Lass dir die Brüste vergrößern,

das Bauchfett absaugen

Den Arsch liften

und um Gottes Willen hör endlich auf zu essen und trink Eiweiß-Shakes, denn wenn du keine Lücke zwischen den Oberschenkeln hast, dann bist du auch nicht schön.
Und wenn auch all das nichts bringt, dann haben wir immer noch Photoshop.

Um deinen Körper solange zu richten, bis er in unser gesellschaftlich anerkanntes Schönheitsideal passt

und von dir selbst nichts mehr übrig bleibt.
Ein Hoch auf unsere Gesellschaft.

Die es mit einer Meisterleistung an Manipulation, Psycho-Marketing und Profitgier vollbracht hat all die schönen Mädchen, Jungen, Männer und Frauen, mit Ihren facettenreichen Körperformen, unterschiedlichen Haarfarben und individuellen Gesichtszügen auf ein unnatürliches Ideal zu reduzieren.
Überdenkt eure Wertvorstellungen.

Denn wirkliche Schönheit und wahre Größe

ist kein Kleidungsstück in 34.
Quelle & Inspiration:

Tin Huck

Oktober 4

Therapiegeflüster… Heimaturlaub

Hallöchen ihre Lieben,

ich hoffe ihr hattet ein eben so schönes Wochenende wie ich. Ich habe habe mir überlegt eine neue Rubrik ein zu richten. Das Therapiegeflüster. Nachdem mir unser immer gut gelaunte Arbeitstherapeut den PC freigeschaltet hat, hier jetzt die brandheißen News. Nun gut, hier werdet ihr sicherlich keine schmutzigen Details einer Depressionsstation lesen und ich hoffe ich habe euch nun nicht den Wind aus den Segeln genommen. Nein, hier geht es, eigentlich wie immer um meine Gedanken und um meine Sicht der Dinge. Aber halt Gedanken aus der Käseglocke, dem geschützten Bereich der Klinik. Und da ich ja wie ihr alle wisst keinerlei Humor habe, werden es sicherlich keine trockenen Themen werden. Also wie damals in der DDR, da hielt sich der Humor ja schliesslich auch „in Grenzen“. 😉 Vielleicht kann ich mit meinen Berichten ja auch dem ein oder anderen, der oder die mal in eine solche Klinik muss, ein wenig die Angst nehmen.

Nun an, hier der Heimaturlaub. Also einmal im Monat kann Frau als Patientin eine Übernachtung in der heimischen Umgebung beantragen. Nein, nicht in dreifacher Ausfertigung. Ein kleiner Zettel, ein paar Unterschriften und das Ding ist durch. Und dies war mein zweiter Heimaturlaub. Beim ersten Mal… ja, kurz und knapp, es war wie auch schon die anderthalb Jahre zuvor. Ich bin nicht aus dem Haus gegangen. Habe mich einfach nicht getraut. Schwer zu verstehen, aber es war so.

Und jetzt beim zweiten Mal, da hat es nun endlich funktioniert. Ich bin mit meiner Frau Sabine und meiner Tochter Michelle raus. Einen Spaziergang. Nein, nicht weit und auch nicht dort hin wo viele Menschen sind. Aber es war ein Spaziergang. Und ich war stolz wie Bolle. Ihr könnt dieses Gefühl sicherlich nicht nachvollziehen, aber es war mein erster Spaziergang nach vielen Monaten ohne Angst, ohne Anspannung und ohne das mir schlecht wird. Und wie schon der von walldorfgeprägte Vortänzer des Zentralrats der Seelenklempner in der Rede zum 30. Februar 2010 sagte:“ Die Wege werden an den kleinen Erfolgen gemessen!“. Für euch vielleicht keine Sache, mal eben Raus zu gehen. Aber für mich war es bis vor ein paar Tagen eine schier unüberwindliche Hürde. Und beim nächsten Mal heißt es denn frei nach Brittney Spears:“ Upps, i did it again…“.

So, ihr habt sicherlich auch noch was zu tun. Ich werde mal wieder unserem charmanten Arbeitstherapeuten auf den Sender gehen.

Also bis zum nächsten Mal auf diesem Kanal,

eure Pam

September 29

Dank Meryl Streep für die Worte aus meiner Seele…

​“Ich habe keine Geduld mehr für bestimmte Dinge. 

Nicht weil ich arrogant geworden bin, sondern einfach nur, weil ich einen Punkt in meinem Leben erreicht habe, an dem ich keine Zeit mehr mit dem, was mir missfällt oder mir wehtut, verschwenden will. 

Ich habe keine Geduld mehr für Zynismus, für übertriebene Kritik und Forderungen jeder Art. 
Ich hab den Willen verloren, denen zu gefallen, die mich nicht mögen, die zu lieben die mich nicht lieben und die anzulächeln, die mich nicht anlachen wollen.
Ich verschwende keine einzige Minute mehr an die, die lügen und manipulieren. Ich habe mich entschlossen nicht mehr mit Verstellung, Heuchelei, Unehrlichkeit und billigem Lob zu koexistieren. 
Ich toleriere weder selektive Gelehrsamkeit noch akademische Arroganz. 
Ich werde mich auch nie an den so beliebten Klatsch gewöhnen.

Ich hasse Konflikte und Vergleiche.

Ich glaube an eine Welt der Gegensätze und darum vermeide ich Menschen mit starren und unflexiblen Persönlichkeiten. 
In Freundschaften mag ich Mangel an Loyalität und Verrat nicht. Ich komme nicht klar mit solchen, die keine Komplimente oder ein Wort der Ermutigung geben können.

Übertreibungen langweilen mich und ich habe Schwierigkeiten Menschen zu akzeptieren die keine Tiere mögen. 
Und obendrein habe ich keine Geduld für alle, die meine Geduld nicht verdienen.“
~ Meryl Streep

(Urheber: José Micard Teixeira)

September 29

Welche Zukunft soll es denn bitteschön sein?

Diese Frage stelle ich mir in den letzten Tagen sehr häufig. Wie soll einen Zukunft sein für die du dich in dem Kampf gegen die Depression in dieser Klinik stürzt. Und mal wieder eine schwere Frage. Als ob das Leben einem nicht schon genug schwere Fragen vor den Latz knallen würde. Tja, das Leben und die Zukunft. Seit Nostradamus sicherlich eine viel diskutierte Partnerschaft, die nicht immer Vertrauen schafft.

Was also erwarte ich von der Zukunft und von der Therapie? Eine Zukunft in der alle Menschen nett und respektvoll zueinander sind! Eine Zukunft in der alle Menschen gleich sind! Eine Zukunft in der es für jeden Menschen einen Job gibt!! MMMMhhh… Sorry, das muss an meinen Medikamenten liegen. Wer denkt das solche Arten der Zukunft möglich wären, der sollte vielleicht doch das Zimmer neben mir buchen. Über Besuch bräuchte diese Person denn auch nicht nachdenken, denn in einer Psychose macht das, glaube ich, nicht viel Sinn. Also wieder in zurück in die Realität.

Um es in den unsterblichen Worten von Bryan Adams aus „Please forgive me“ zu sagen, in einer Sache bin ich mir absolut sicher, seine Beschreibung der Liebe zu einer Frau. Es ist die Liebe zu Sabine. Sie ist einzigartig. Sie ist mein Lebenselixier. Zwei weitere Felsen in meinem Leben sind meine Kinder die mir täglich ebenfalls die Kraft zum atmen geben. Und dann wird die Luft dünn… sehr dünn…

Natürlich wünsche ich mir eine Zukunft in der es die Kraft, die jedem Menschen ein Freund gibt. Und hier fängt es an. Was ist ein Freund ein Freund? Warum brauchen wir einen Freund? Habt ihr euch darüber schon einmal Gedanken gemacht? Ich finde es ist wieder eine von diesen schweren Fragen im Leben. Gibt es diesen Freund oder diese Freundin, die dich blind versteht, bei der du dich nicht andauernd erklären musst? Freunde die nicht nur die guten Zeiten mit dir teilen? Die auch Mal eine starke Schulter haben oder denen du deine Schulter leihen darfst? Tja… Also ich glaube nicht mehr dran. Nein, wirklich, ich glaube schon lange nicht mehr an Freundschaft. Ja, das klingt nicht nur traurig, ich fühle mich auch so, wenn ich drüber nachdenke. Es ist die Angst wieder enttäuscht zu werden. Immer wieder habe ich versucht Vertrauen zu schenken, aber ich habe schmerzvoll gelernt das Vertrauen ein Messer ist, dass irgendwann in deiner Brust steckt und dort einfach immer wieder gedreht wird. Auch wenn ich diese Therapie irgendwann gut beendet haben werde, wird es kein Vertrauen im Sonderverkauf mehr geben. Also mein Ziel in diesem Thema der Therapie. Wie Lebe ich weiter ohne andere Menschen zu brauchen.

Wie sieht es mit dem Thema Job aus, Frau Halling? Da ich nicht an Einhörner, den Weihnachtsmann oder an Versprechungen von Politikern mehr glaube, ist auch das Thema einer Arbeitsstelle für die transidenten Kreaturen vom Tisch. Die Gesellschaft hat mich von ALG I, über ALG II in die volle Erwerbsminderungsrente getrieben. Der Antrag wird nächstes Jahr höchstwahrscheinlich verlängert und dann geht es in die Frührente. Aber das muss doch noch ein Ziel sein? Klar, ich werde hier in der Therapie wieder mit dem Antrieb vertraut gemacht, der es mir ermöglichen wird weitere Bücher zu schreiben. Also freut euch schon Mal auf weitere geistige Ergüsse der dann hoffentlich antriebsvollen Pam.

Tja, dann wird es sehr dünn mit der Zukunft, oder? Ne, ich wünsche mir wieder mit Sabine spazieren gehen zu können. Einen Laden ohne Angst betreten zu können. Wieder schreiben zu können und meine Gitarre quälen zu können. Meine Kinder begleiten zu können in eine Welt die nicht perfekt ist.

Ja, das ist es. Ich will für die Zukunft lernen es zu ertragen, dass die Welt nicht perfekt ist. Das ist es, dass will ich lernen.

Ich wünsche euch das eure Welt vielleicht ein kleines Stück perfekter ist.

Alles liebe, Pam