Hallo ihr lieben,

lange habe ich überlegt ob ich dieses mega persönliche Thema hier im Blog anschneide oder nicht. Aber ich habe mir vor ein paar Jahren geschworen, dass ich offen mit all meinen Sorgen, Freuden und Erlebnissen umgehen werde. Über 30 Jahre habe ich mich gefühlstechnisch versteckt und dass soll nie wieder passieren. Während meines Weges zu mir selbst haben meine Posts, die ich mit euch geteilt habe, mir sehr geholfen. Und dafür gibt es einen Grund. Ich brauche euch, eure Meinungen und eure Likes.

Wer bis hier hin gelesen hat, den möchte ich bitten auch wirklich bis zum Ende zu lesen. Ich schreibe jetzt über ein Thema, mit dem viele Menschen Lügen, Ausnutzen und Gefühlskälte verbinden.

Im April diesen Jahres habe ich eine Diagnose bekommen, die mich sehr getroffen hat, die mir aber auch viele Fragen beantwortet hat. Fragen wieso ich immer wieder in Depression verfalle, die sofort immer wie ein Weltuntergang sind.

Also, bei mir wurde eine Narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS) diagnostiziert. Die Psychologin nannte es zu dem Zeitpunkt einen „funktionalen Narzissmus“. Soll heißen, wenn es mir gut geht, dann hilft er mir Ziele zu erreichen. Er gibt mir dann den Biss den ich brauche um Erfolg zu haben. Dann ist es sogar ein „gesunder Narzissmus“. Wenn es mir aber schlecht geht, dann dreht sich das Blatt für mich. Es geht mir dann richtig schlecht und das Leiden ist dann fast nicht zu ertragen.

Für ein besseres Verständnis habe ich hier einen Auszug aus der Patienteninformation der Hardtwaldklinik:

Was ist eine Narzisstische Persönlichkeitsstörung?

Mit dem Begriff „Narzissmus“ oder „narzisstisch“ verbindet sich gemeinhin die Vorstellung von egozentrischen,selbstgefälligen und ausbeuterischen Menschen, die dazu neigen, sich selbst zu überschätzen, sehr stolz sind und eine hohe Anspruchshaltung haben. Der Begriff des Narzissmus geht auf den griechischen Mythos zurück,der oberflächlich verstanden Eigenliebe bedeutet, er versinnbildlicht die große Selbstbespiegelungstendenz und die damit verbundene Beziehungsproblematik (zu sich selbst und zu Anderen) des narzisstisch verwundeten Menschen und leistet dadurch der negativen Beurteilung der Narzissten Vorschub. Beschäftigt man sich jedoch näher damit, so zeigt sich deutlich, welch tiefes Leiden mit der Selbstbespiegelung verbunden ist. Es ist das Leiden, sich von sich selber entfremdet zu fühlen.

Unsere Kultur, in der Leistung und Status sehr hoch bewertet werden, trägt zur Verstärkung des Narzissmus bei,ebenso wie die Werbewirtschaft, die seine Existenz nutzt und seine Entwicklung fördert. Die Wurzeln der narzisstische n Störung reichen jedoch viel tiefer, der Ort ihrer Entstehung ist die Familie.

Symptome der narzisstischen Persönlichkeitsstörung

Es dominieren depressive Symptome:

  • das Gefühl der inneren Leere
  • Niedergeschlagenheit
  • unspezifische Ängste
  • Störungen in den Beziehungen zu anderen Menschen
  • Schwierigkeiten, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu leben
  • tiefe Selbstunsicherheit
  • Störung des Selbstwertgefühls und starke Kränkbarkeit
  • Körperliche Symptome

Narzisstische Persönlichkeitsstörung: Wie kann man sich das vorstellen? Was ist gestört?

Bei der narzisstischen Persönlichkeitsstörung sind zwei grundlegende Gefühle gestört:

das Selbstwertgefühl und das Selbstgefühl :

Das Selbstgefühl hängt davon ab, wie gut oder wie schlecht jemand das eigene Selbst, also sich selbst wahrnimmt. Ist das Selbstgefühl nur schwach ausgebildet, hat man keinen funktionalen Zugang zu den eigenen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen. Es findet keine Anregung statt, man hat den Eindruck, in einer öden Leere zu vegetieren. Es ist arm und leer in einem, man langweilt sich furchtbar. Gerade das mangelnde Selbstgefühl zeigt uns, dass der narzisstisch gestörte Mensch sich selbst nicht lieben kann. Er ist im Gegenteil sich selbst entfremdet. Das Gefühl für das eigene Selbst ermöglicht erst die wirkliche Selbstliebe. Der Mensch mit einer narzisstische n Persönlichkeitsstörung versucht unbewusst, diese Grundstörung im Selbst zu kompensieren (wie z.B. durch Größenideen und Idealisierung) oder durch Abwehrmechanismen (wie z.B. Überanpassung und Entwertung) zu bewältigen.

Weil das Selbst defekt ist und hinter der Fassade versteckt bleibt, ist beim narzisstisch Gestörten das Selbstwertgefühl schwach und labil, die Balance des Selbstwertgefühls ist gestört. Das bedeutet, dass ein solcher Mensch in hohem Maß auf die Anerkennung und Bewunderung von außen angewiesen ist. Denn im Gegensatz zum Durchschnittsmenschen hängt beim narzisstisch gestörten Menschen das Gefühl für den eigenen Wert fast ausschließlich von der Umwelt ab. Zur Kompensation/Ausgleich seiner Unsicherheit und Minderwertigkeit baut er ein Größenselbst auf, mit welchem er stets neue Zuwendung, Bewunderung und Spiegelung von anderen Menschen wünscht. Das Größenselbst produziert wiederum Größenphantasien, welche genährt werden wollen und den Wunsch nach Bestätigung von außen nur immer neu entfachen.

Die ganze Information als PDF findet ihr hier: http://www.informationen-zu-krankheiten.de/Kliniken/Hardtwaldklinik_II.html

Das ganze hat für mich doch sehr viele Fragen beantwortet. Wieso war ich immer so erfolgreich als ich noch Arbeit und ein Soziales Leben hatte? Wieso stürze ich immer so tief ab seit dem ich keine Arbeit oder ein soziales Leben habe? Wieso kann ich nicht mit anderen fühlen? Wieso verstehe ich die Welt nicht? Wieso sage ich immer das ich keine Freunde brauche, obwohl ich mich nach Freunden sehne?

Das soll alles keine Rechtfertigung für mein Verhalten der letzten Jahre gegenüber vielen Menschen sein. Aber vielleicht ist es verständlicher geworden.

Ich will und muss an mir arbeiten, aber bei einer noch so wohlwollenden Prognose wird es Jahre dauern, bis ich gelernt haben werde damit umzugehen. Die letzten 9 Wochen der Therapie haben mich an den Rand des Wahnsinns gebracht. Ich habe viele Dinge nicht verstanden und trotzdem versucht sie umzusetzen. Ich kann mit einer Erkältung oder einem gebrochenen Bein besser umgehen. Das wäre für mich greifbarer als diese verdammte NPS.

So, jetzt ist es raus. Mir geht es ein wenig besser obwohl ich meine Tränen kaum zurückhalten kann.

Ich hoffe das ich euch durch dieses Geständnis nicht verliere.

Eure Pam

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