November 21

Und nochmal vier…

Die Nachrichten pfeifen es im Sinne der Spatzen von den Dächern, Frau Dr. Merkel nimmt Anlauf auf ihre vierte Amtszeit. Für all die lautstarken „Wir sind das Volk“-Vollpfosten ist das natürlich jetzt wieder ein Grund um die öffentlichen Netzwerke mit überflüssigen populistischen Halb-wahr-lügen zu überschwemmen. Natürlich wird die zweiundsechzig jährige Galionsfigur der Christlich Demokratischen Unruhe Deutschlands auch in den nächsten vier Jahren die Berufsschuldige sein und der Grund für alle schlechten Dinge in der Freien Wahlverweigerer Welt sein wird.

Nun gut, es ist ja nicht so das Frau Dr. Merkel, und ich bin echt kein Fan von ihr, nur Mist in den letzten 11 Jahren gebaut hat. Und nein, man kann nicht alles auf den womöglich nicht überlegten Satz „Ja, wir schaffen das“ herunter brechen. Sie ist halt zur Zeit die einzig Sinnvolle „Alternative für Deutschland“ (UPS, war das jetzt böse??). Da selbst die Sozialdemokratischen Pudelschubser in den letzten elf Jahren keinen geeigneten Kandidaten einkaufen, großziehen oder aufbauen konnte, spricht doch für sich. Was wollen denn ein Gabriel, Seehofer oder ein Özdemir an der Spitze unserer Volksgemeinschaft, wenn sie es nicht einmal schaffen auch nur Ansatzweise unserem Volk die Stimme zu geben. Von den Fremddaumenlutschern Petry und Höcke gar nicht zu sprechen.

Und es ist ja nicht so wie in der Kunst, in der man eine Florence Foster Jenkins auf die Bühne der Welt lässt, um sich an ihrer fehlgeleiteten Talentfreiheit zu ergötzen. Es ist in der Politik nicht möglich zu sagen:“ Die Leute können vielleicht behaupten, dass ich nicht regieren kann, aber niemand kann behaupten, dass ich nicht regiert hätte.“. Nein, das ist in der Politik zum Glück nicht möglich. Hmmmm??? Doch, ist es, sieht man am Beispiel des heißluft versprühenden Fremddaumenlutschers Trump in Amerika oder in Person des durch die heiße Luft zwei Meter über dem Boden schwebenden Erdogan.

Schaut man sich in Europa um, ist die einzige Konstante immer noch unsere Frau Dr. Merkel. Selbst die Inselaffen, in der es einst eine „Eiserne Lady“ gab, schwächelt durch von „Wir sind das Volk“-Anti-Europa-Wählern verursachte Unsicherheit.

Aber warum sind nun Trump, AfD und Co so erfolgreich? Eine wirklich schwere Frage. Ich denke der Großteil der Bevölkerung hat Ängste und Sorgen, auf die Sie von den Politikern keine Antworten bekommen die von ihnen akzeptiert werden. Für diese für die Menschen lebenswichtige Fragen haben aber andere vermeintlich einfache Antworten. Das Internet und die Informationsmedien. Im Unterschied zu den 80‘gern, als die Informationsgewinnung sich noch auf wenige Fernseh- und Radiosender beschränkte, die „nur“ ausgewählte und gut gefilterte Nachrichten genauso wie die Papierpresse zur Verfügung gestellt haben. Interessengruppen und gleich geschaltete Meinungen taten sich schwer sich zu finden.

Heute können die Menschen aus einer sehr großen, meist ungefilterten Flut an Meinungen und Informationen, Symbiosen zu ihrer eigenen Meinung finden. Facebook und Co. lassen die Einzelmeinung schnell zur Gruppenmeinung werden. Nimmt man dann noch das missglückte Stille-Post-Prinzip dazu, schon wird auch der Meldung eines klauenden jungen Mannes mit Imigrationshintergrund zum gesellschaftlich verabscheuten NafrI (Nordafrikanischer Intensivtäter). So werden Menschen die Schutzsuchen zu einer Gruppe, die dem Generalverdacht des Terrorismus nichts entgegen zu setzten hat. So werden schlecht gewählte Worte eines Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft im Interview zur Stimme der Protestbewegung für härtere Strafen für Intensivtätern.

Und die etablierten Politiker geben nur wage Parolen aller „Das schaffen wir“ raus. Politiker von AFD und Co haben leider diese Ängste ihrer Mitbürger und die Eigendynamik dieser ungefilterten Informationsflut erkannt und nutzen diese wiederum um mit gefilterten vermeidlichen Wahrheiten dem verängstigten Mitbürger in seiner scheinbar richtigen Meinung zu unterstützen. Leider muss man gestehen das die rechten Informationsstreuer das Geschäft des Menschenfangens besser beherrschen als unsere alteingesessenen Politiker der noch großen Pateien.

Unsere Politiker verlieren immer mehr den Kontakt zu ihren Wählern aus oben beschriebenen Gründen. Menschen der Unter- und Mittelschicht fühlen sich dadurch unverstanden und abgehängt. Und diese Menschen werden dann dankbar von den rechten Rattenfängern eingesammelt.

Wir brauchen wieder Politiker die sich besser auf diese Schichten einlassen und zuhören können, sonst besteht im nächsten Jahr die Gefahr eines „Trump, AFD und Co“-Sieges in unserem Land.

Und selbst unter diesen Gesichtspunkten und auch wenn ich Frau Dr. Merkel nicht mag. Zur Zeit ist sie unser bestes Pferd im Stall.

Vielleicht sollten jetzt alle anderen Parteien in Deutschland mal überlegen, wie in den nächsten vier Jahren eine neue Galionsfigur in Position gebracht wird, die unser Land, unser Volk und natürlich unsere Interessen gut vertritt.

Alles liebe, eure Pam

November 9

Die kollektive Rache der US-Wähler…

Was ist bloß mit den Amerikaner los? Hatten alle Nicht-Protestwähler schlimme Diarrhö und konnten somit den Gang zur Urne nicht schaffen? Wo sind all die Collageabsolventen, die eigentlich genug in der Rübe haben sollten, um einen heißluft-blasenden Demagogen zu erkennen und nicht zu wählen?

Aber nun ist es geschehen. Die haben ein neues Mitglied im äußerst elitären Vollpfostenclub. Alte Mitglieder wie Marine Le Pen, Vladimir Putin, Geert Wilders, Victor 15039553_636381279874608_8070504975135340093_oOrban und Recep Erdogan unter der Führung von Kim Jong-un hießen ihr neues vollwertiges Mitglied Donald Trump willkommen. Und jetzt die Frage aller Fragen. Was wollen die Amerikaner mit einem solchen offensichtlichen Schaumschläger? Ob die sich das so gut überlegt hatten, wie die Inselaffen beim BREXIT? Haben die überhaupt nachgedacht?

Vielleicht sollten wir aber auch nicht so laut tönen. Schließlich haben wir die obligatorischen Vollpfostenclubanwärter wie z.b. Frauke Petri oder Björn Höcke, die offensichtlich auch wie jetzt Mr. Trump die Unter- und Mittelschicht für sich gewinnen können. Diesen Hieb mit dem überdimensionierte Vierkantholz sollten all unsere Politiker verstanden haben. Lasst die Unter- und Mittelschicht nicht alleine und hört was sie begehren. Sonst könnte die nächste K-Frage in Deutschland echt nach hinten oder besser gesagt weit nach rechts ausgehen.

Echt, ich bin sprachlos. Ich selbst habe ein Jahr in diesem wunderschönen Land der grenzenlosen Freiheit verbracht und es genossen. Das würde ich mir seit heute aber drei mal überlegen ob ich dieses Land nochmals besuchen werde. Wie konnten die Amerikaner so naiv diesem Menschenhasser ihre Stimme geben.

Und nein, auch ein gerade in der Therapie erlernter Perspektivenwechsel kann das Wahlergebnis nicht schön reden. Nun gut, so hat die Bibel jetzt meiner Meinung nach eine Plage dazu bekommen. Die Geschichte sollte also umgeschrieben werden.

Der Papst sagt: „Möge Gott ihn erleuchten!!“…. nein, lieber Papst, ich befürchte das wäre dann Gottes Meisterstück.

Für alle LSBTTI in den Staaten beten. Denn die einzige höhere Macht, die sonst mit Dingen wie über das Wasser laufen und so weiter wirbt, ist halt nicht anders als zu beten zu erreichen. Hoffen wir also auf ein Wunder…

Alles liebe, eure Pam

November 5

Liebes Schicksal…

Liebes Schicksal,

mein täglicher Begleiter, dass was ich liebe und fürchte zugleich. Unsichtbar aber doch so nah.

Liebes Schicksal,

du brachtest mir die Liebe, die Freude und das lachen. Du hast mich zu dem gemacht was und wer ich bin. Du bist ein wahrer Lehrer.

Liebes Schicksal,

dass ich lebe ist keine Kampfansage. Ich muss dich spüren, lieben und auch hassen. Und immer wieder prüfst du mich.

Liebes Schicksal,

du hast mich mit Menschen bekannt gemacht. Menschen von denen ich täglich lernen darf. Lernen zu hassen, zu spüren, zu lachen und auch zu lieben. Lernen zu leben.

Liebes Schicksal,

bitte zeige mir was ich noch lernen kann und darf.

Danke liebes Schicksal

November 4

Zur Steigerung ihrer Sorgen…

Offensichtlich hat der super liebe Seelsorger in der Klinik in Lengerich mit dem Aushang „Zur Steigerung ihrer Sorgen“ viel Humor bewiesen, als er mit diesem Spruch in der Depressionsstation für einen ökumenischen Event geworben hat. Also ich habe es wirklich für eine super sarkastischen Humor gehalten.

Aber nun weiß ich was er vielleicht damit sagen wollte. Man nehme eine Frau mit Depressionen, einer ausgewachsenen Sozialphobie und einer nicht näher beschriebener Persönlichkeitsstörung und schicke Sie in eine stationäre Therapie. Therapieansatz: Wichtige Themen nicht ansprechen, persönliche Patientinnenanliegen ignorieren und die Patientin immer kurz vor dem Ausrasten halten. Und schon haben wir die beschriebene Steigerung der Sorgen.

Teilweise geht es mir gefühlt noch viel schlechter als vor 10 Wochen. Denn jetzt habe ich die Gewissheit das 9 Wochen harter Arbeit an mir selbst nichts gebracht haben. Es hat nicht einmal 48 Stunden gedauert und ich war nicht nur wieder auf dem harten Boden der Realität angekommen, nein, es fühlt sich so an als hätte man mir ein noch tieferes Loch gegraben. Meine Ängste und meine Panik ist genauso schlimm wie vorher. Hurra, es ist nicht schlimmer geworden, das ist doch ein Erfolg. Ja, wäre es, wenn ich nicht wüsste, das die Therapie nichts gebracht hat.

Steht jetzt die Frage des möglichen Erfolges einer weiteren Therapie im Raum. Meine sarkastische Seite hätte da schon eine Antwort, die ich hier aber nicht schreiben darf (FSK 99+). Meine vernünftige Seite hat leider keine Antwort. Also warum nochmal die Kraft für eine weitere Therapie aus dem gebeuteltem Gehirn locker machen? Ich habe echt keinen Schimmer wie es weiter gehen soll. Vielleicht können die es ja in der Tagesklinik, in der ich weiter machen soll, kleine Wunder bewirken. Mal schauen.

So, das musste raus. Vielleicht finde ich für die nächste Woche wieder Themen, die euch wieder Freude bringen. Alles liebe,

Pam

November 3

Das Leben ist keine Käseglocke…

Noch vor drei Tagen hätte ich Stein auf Bein geschworen, dass es wieder Bergauf geht. Unter der Käseglocke der Klinik ging es mir sehr gut. Ich habe mich vor 9 Wochen nach dem einschecken erst noch sehr schwer getan. Es waren mir zu viele Patienten auf unserer Station und da es im Haus 19 nur eine Küche (Auf unserer Station) gibt, mussten ca. 60 Patienten zu den Speisezeiten zwangsläufig auf unsere Station. Zu Anfang bin ich dann auch immer 5 Minuten vor Küchenschluss in den Speisesaal gegangen. Da der handelsübliche Patient natürlich pünktlich Essen will, war es zum Schluss am ruhigsten. Aber gut, irgendwann kennt Frau die Gesichter der anderen und schon ist die Angst vor Fremden dann nicht mehr so groß.

Das es einen aber nicht weiter bringt, wenn Frau die Menschen langsam, über Tage, kennen lernt, habe ich gestern bemerkt. Der obligatorische Termin beim Hausarzt stand nach der Entlassung aus der Klinik an.

Und es wurde zum persönlichen Fiasko. Schon auf dem Fußweg zum Arzt waren gefühlt 100000 Menschen auf der Straße, die ich nicht kannte und auch nicht kennen lernen wollte. Und ich hatte ja auch keine Zeit Sie alle kennen zu lernen. Und schon waren Sie wieder da. Frau Angst und Herr Panik. Die beiden haben mich zur Marionette werden lassen. Beim Arzt angekommen war es dann zu viel. Meine Wangen wurden mit den Tränen der persönlichen Ohnmacht benetzt. Meine Körper versucht das ganz-körperliche Zittern in meinem linken Bein zu bündeln. Nervös und hektisch springt es fern jeder weiteren Kontrolle auf und ab. Die Anspannung laugt mich so aus, als hätte ich einen 30 Km-Marsch mit 20 KG-Gepäck hinter mir.

„Neun Wochen“ hämmert es in meinem Kopf. Neun Wochen, die mir offensichtlich nur eines gebracht haben. Ich bin körperlich so fit geworden, dass ich mir diese persönliche Demütigung zu Fuß abholen konnte.

Nach 9 Wochen konnte ich mich frei in der Klinik bewegen. Nun ja, keine Kunst unter der Käseglocke. Mit den Menschen, die ich mir in Ruhe tagelang angeschaut habe, konnte ich sprechen, lachen, leben. Leider hat das nur nichts mit der Realität zu tun. Ich kenne keinen der Menschen, die mir in der Stadt begegnen.

Ob ich irgendwann diese Angst- und Panikattacken wieder loswerde? Vor 10 Wochen hätte ich der Geschichte noch eine Chance gegeben. Heute weiß ich, dass unsere Wohnung wieder zum Gefängnis für mich wird. Ich hasse mich dafür, dass ich die Angst und die Panik in mein Leben gelassen habe. Und ich hasse mich noch mehr dafür, dass ich mich ihnen nicht zur Wehr setzten kann.

Leider habe ich heute keinen positiven Gedanken für euch.

Pam