Oktober 25

Teambesprechung…

Hallöchen liebe Leserinnen und liebe Leser,

vielleicht kennt ihr das auch. Solche Standartanworten die Frau nicht hören will. Nach einer Bewerbung zum Beispiel, „Rufen Sie nicht an, wir rufen Sie an“. Will heißen „Du bekommst diese Stelle nicht einmal selbst wenn Ostern oder Weihnachten auf einen Tag fallen.“ Oder auf dem Amt “ Da müssen Sie erst das blaue Formular ausfüllen und dann kann es noch dauern“. Soll heißen „Den Antrag kannst du vergessen.“. Oder wenn die Halling keine Lust hat sich eine Ausrede auszudenken oder höfflich etwas abzulehnen. Dann sage ich „Sorry, ich muss noch Autofahren“. Das wiederum soll heißen “ Nein, ich möchte keinen Kuchen“ oder „Nein Danke, ich möchte nicht mit in die Stadt fahren.“.

Und wie komme ich an diesem schönen Dienstagmorgen auf dieses überaus komplizierte Thema. Nu stellt euch vor, diese schönen Antworten gibt es in der Therapie auch. Hier heißt es aber ganz wichtig „Das werden wir mal im Team besprechen.“. So die ersten Male schenkst du diesen vermeindlich verständnisvollen Worten glauben. Und dann wartest du. Also wenn die es schon besprechen, dann wirst du ja auch eine Antwort bekommen. Also in den nächsten Tagen. Also bald. Also irgendwann. Bis du an dem Punkt angekommen bist an dem du weißt: „Also NIE“.

Kurz zur Geschichte des Satzes „Das werden wir mal im Team besprechen“. Geprägt von einem Andrang lustloser Sachbearbeiter, die den Heiligen Gral im Umgang mit weitaus lustloseren Arbeitssuchenden (Im späteren Verlauf der Geschichte auch Hartz-4-ler genannt), wurde dieser Satz von Teamleitern des Sozialamtes (später auch Arbeitsagentur genannt) ins Leben gerufen, um bewusst die Anliegen der unzufriedenen Mitarbeitern zu ignorieren. Seit ca. 2012 wird dieser Ausdruck der bewussten Ignoranz nun auch in vielen  deutschen Kliniken an die dort arbeitenden genervten Pfleger und Ärzte herausgegeben, um nervige Patienten durch den bewusst herbeigeführten Plazeboeffekt am weiteren äussern ihrer Anliegen zu hindern. Die häufigste Anwendung findet der Satz „Das werden wir mal im Team besprechen“, der abgewandelt auch „Nach der Teambesprechung kann ich ihnen mehr sagen“ gern benutzt wird, in der Visite. (Quelle: Bundesamt für Vertröstungstechniken und der bewussten Ignoranz. Stand: 2016)

Gut, soweit zur Geschichte.

Wie kann der hilfesuchende handelsübliche Kassenpatient (Auch gerne Vollpfosten genannt) sich nun der einschleimenden Wirkung dieses Satzes erwehren. Da seit 2013 da Pflastersteinewerfen auf Ärzte nicht mehr erlaubt ist (Das Bundesverfasungsgesetz sah derzeit keinen ausreichenden Bezug von Pflastersteinen zum Verbandsmaterial), bleibt nur das „dumm aus der Wäsche schauen“ für den verwunderten Patienten über. Privatpatienten können hingegen noch ein „blaues“ Beschwerdeformular einreichen, wobei die Bearbeitungszeit schon mal bis in die Ewigkeit dauern kann.

Soviel für den heutigen Dienstag. Ich werde mich gleich mal in den Kursus „Wie gehe ich damit um, wenn ich ignoriert werde“ einschreiben.

Bis zur nächsten Teambesprechung,

eure Pam



Pamela Halling Copyright 2016. All rights reserved.

Veröffentlicht25. Oktober 2016 von pamelahalling in Kategorie "Therapiegeflüster

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