Juli 12

#EHEFUERALLE …

Im Koalitionsvertrag unter „Zusammenhalt der
Gesellschaft“ setzt sich die Regierung das Ziel „bestehende
Diskriminierungen von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften“ zu
beenden sowie „rechtliche Regelungen, die gleichgeschlechtliche
Lebenspartnerschaften schlechter stellen (…) [zu] beseitigen“. Mit der
Einführung eines Gesetzes zur Öffnung der Ehe für Personen gleichen Geschlechts
kann dieses Ziel in kurzer Zeit erreicht werden.
Die Vermutung, dass eine Ehe typischerweise mit dem Ziel der
Familiengründung eingegangen werde, und dies bei gleichgeschlechtlichen Paaren
eher unwahrscheinlich sei, kann nicht als Argument gegen eine Öffnung der Ehe
für Personen gleichen Geschlechts geltend gemacht werden. Dagegen spricht zum
Einen die Tatsache, dass auch viele gleichgeschlechtliche Paare auf
verschiedenen Wegen Kinder bekommen können und wollen. Zum Anderen schützt das
Grundgesetz die Ehe nicht aufgrund einer möglichen Fortpflanzungsfunktion,
sondern als Verantwortungsgemeinschaft. Das bedeutet, dass auch kinderlose Ehen
unter den Schutz des Artikel 6 GG fallen.
1993 lehnte das BVerfG einen Beschluss zur Öffnung der Ehe
für gleichgeschlechtliche Paare ab, weil keine „hinreichende[n]
Anhaltspunkte für einen grundlegenden Wandel des Eheverständnisses“
genannt wurden. 20 Jahre später können wir jedoch feststellen, dass ein solcher
Wandel stattgefunden hat: Selbst wenn gleichgeschlechtliche Paare eine
eingetragene Lebenspartnerschaft beantragen, wird dies von der Allgemeinheit
als „Hochzeit“ bezeichnet und man spricht sowohl bei Ehegatten als
auch bei Lebenspartner*innen davon, dass sie „verheiratet“ sind.
Die jüngsten Beschlüsse des BVerfG zu diesem Thema
bestätigen ebenfalls einen Wandel des Ehe- und Familienverständnisses in
unserer heutigen Gesellschaft.
Mit Blick auf das Adoptionsrecht ist anzumerken, dass
wissenschaftliche Studien, wie beispielsweise die Studie des Staatsinstituts
für Familienforschung an der Universität Bamberg, belegen können, dass Kinder
gleichgeschlechtlicher Eltern genauso gut und glücklich aufwachsen wie Kinder
verschiedengeschlechtlicher Eltern.
Es darf außerdem nicht vergessen werden, dass es schon jetzt
legale gleichgeschlechtliche Ehen gibt, nämlich solche, die durch Streichung
des §8 Abs.1 Nr.2 TSG auch nach der sexuellen Umwandlung eines/einer
Ehegatten/Ehegattin als Ehe weitergeführt werden dürfen.

Quelle: www.openpetition.de/petition/online/homo-heisst-mensch-endlich-gleichstellung-fuer-homosexuelle
Juli 10

Ein neues Interview…

Ein neues Interview von Ann-Bettina Schmitz ( abs-textandmore.de ) mit mir.


Guten Tag Pamela Halling. Hallo Ann-Bettina Schmitz. Vielen Dank für die Möglichkeit dieses Interviews.

Du hattest einen guten Grund deine Autobiografie »Schlaflos in Essen –  die zweite Pubertät« zu schreiben. Welchen?


Die Idee zu meiner Autobiografie entstand an einem Wendepunkt in meinem Leben. Ich bin transsexuell, also im falschen Körper geboren. Nach meinem Outing Ende 2010 habe ich versucht, mich über die Transsexualität zu informieren. Leider blieben viele Fragen unbeantwortet, die mich auf dem Weg zum richtigen Körper beschäftigt haben. Es wurden immer nur einzelne Fragen geklärt und aber nie das große Ganze. Das wollte ich mit meinen Erfahrungen auf dem eigenen Weg für andere Betroffene (Das Wort gefällt mir eigentlich gar nicht, aber so ist es nun mal), Angehörige und Freunde ändern. So kam es zu meiner Autobiografie „Schlaflos in Essen – Die zweite Pubertät“.

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