Januar 24

Ein Traum in Weiß…

  … zaubern die tanzenden Schneeflocken vor unserem Fenster. Ich sitze heute Morgen im „Schreibsessel“ an der wärmenden Heizung und schaue den Schneeflocken bei ihrem getanzten Ritual auf dem Weg zur Erde zu. Ja, wahrlich sie kämpfen mit aller Kraft gegen die leichten Böen, die der Erdanziehungskraft kurz die Stirn bieten. Und dieses wohlige Gefühl, dass diese kleinen Tänzer in uns auslösen. Ja, es fühlt sich an als wenn morgen der „Heilige Abend“ sein würde. Es fühlt sich an wie Zimt und Apfel. Der Duft von Tannennadeln. Und ich denke nur die Wenigsten können sich diesem Gefühl entziehen. Und vor dem Fenster sind die Menschen auf dem Supermarktparkplatz in wahrer Hektik. Nein, nicht die Weihnachtsvorbereitungen. Viel mehr die plötzliche Erscheinung von weißem Zeug das ungewöhnlicher Weise im Winter vom Himmel fällt. Ob die den Schnee wirklich genießen können??  Wie ist es mit euch??? Mögt ihr den Schnee??? Habt ihr auch dieses warme Gefühl bei dieser kalten Pracht??? Alles liebe, Pam

Januar 23

In Mikroschritten…

… geht es in Richtung Zukunft. Eigentlich sollte es ja Schritt für Schritt sein. Aber zurzeit gebe ich mich schon mit Schritten in Zeitlupe zufrieden. Ja, es ist wirklich nicht einfach, nach einem emotionalen und mentalen Zusammenbruch, wieder positiv in die Zukunft zu schauen. Ich bin wirklich froh wenn ich so zu sagen den Tag gut überstehe. Aber spätestens ab 17 Uhr ist es mit der Energie vorbei. Es fühlt sich an wie der berühmte Stecker, der einfach mal wieder gezogen wird. Ich versuche mich an den kleinen Dingen zu erfreuen. Mit meinen Töchtern zu telefonieren, endlich wieder bei Sabine sein zu dürfen und die anderen kleinen Dinge die unseren Tag verschönern. Auch für Sabine ist es sicherlich keine einfache Zeit, aber es zeigt sich wieder, dass wir nur zusammen ein perfektes Team sind. Unser Hochzeitstag am 21.01.15 hat es auch wieder gezeigt. Sabine und ich sind nicht mehr so glücklich wie an ersten Hochzeitstag. Nein, wir sind definitiv noch viel glücklicher. Und auch dieses Mal haben wir unseren Schwur erneuert, den, das wir uns von der Gesellschaft nicht mehr das Leben versauen lassen. Auch ein weiteres kleines Interview hat mir gezeigt wie gerne ich die Öffentlichkeitsarbeit mache. Aber halt nur noch mit Profis, die nicht mit dem Jet durch die Kinderstube geflogen sind. WAZ FotoPool/KerstinKokoska So, das war ein kleiner Abriss von der aktuellen Lage. Stolpern, wieder aufstehen, Kopf hoch und Krone richten… ich bin gerade beim Aufstehen… und wenn ich bei der Krone angekommen bin, dann kann ich sagen:“ Ja, ich habe es mal wieder geschafft“. Euch einen guten Start in das Wochenende, eure Pam

Januar 20

Neues Interview, hoffentlich neues Glück…

Heute hatte sich die Ibbenbürner Volkszeitung zum Interview angemeldet. Eine Volontärin, eine Auszubildende und ein mit einer Videokamera bewaffneter junger Mann stürmten zur Aufgabenbewältigung unser Wohnzimmer. Zielsetzung ein Interview über meinen Weg, mein Buch und die Aufklärungsarbeit. Ja, ich mache natürlich weiter, nur halt nicht mit den Redaktionen die mit dem Jet durch die Kinderstube geflogen sind. Natürlich habe ich mich auch wieder auf das Interview in entsprechender Weise vorbereitet. 10393784_770701249672727_7760538408494340424_n Entspannt geht so ein Interview halt einfacher… Viele gute Fragen und hoffentlich gute Antworten werden dann hoffentlich interessanten und lesenswerten Artikel ergeben. Ich finde aber jetzt schon denke ich wir vier haben das ganz gut gemacht. Aber lest bald selbst in der IVZ.  Alles liebe, Pam

Januar 15

Beim ersten Mal tat es noch weh…

  … beim siebten Mal nicht mehr so sehr. Und jetzt stellen sich die Leser die Frage was die „Alte“ aus Ibbenbüren jetzt schon wieder hat. Ganz einfach, das ist ein Post über Menschen die offensichtlich mit dem Jet durch die Kinderstube geflogen sind. Menschen der Medien. Die Aufklärungsarbeit war immer schon mit schönen und auch schlechten Momenten gesegnet. Aber wenn man dann mit Menschen in der Presse und Medienarbeit zu tun hat, die noch nichts von Höflichkeit gehört hat, dann wird es schlimm. Vor zwei Wochen, ja, als ich in der „Geschlossenen“ war, hat sich wieder so ein Ableger der Unhöflichkeit gemeldet. Diesmal war es eine Journalistin der TAZ. Sie wollte ein Telefoninterview zum Thema der gleichgeschlechtlichen Ehe. Und schon nach der ersten halben Stunde Interview war das Interesse wieder weg. Das ist ja auch o.k. Vielleicht war es einfach zu unglaublich was ich zu erzählen hatte, oder der Fakt der „Geschlossenen“ hat meine Glaubwürdigkeit eingeschränkt. Aber da es sich so schon sechsmal vorher schon so zugetragen hat, kann die „Geschlossene“ nicht wirklich ein Grund gewesen sein. Hat denn diesen Journalisten niemand beigebracht eine Geschichte zu Ende zu führen?? Oder einfach den Hörer zu nehmen um das Ende des Interesses zu verkünden?? An gebrochenen Händen kann es ja nicht liegen, da diese Menschen ja in anderen Medien wie Facebook und co. fröhlich weiter zwitschern. Ob es Sony Produktion Germany, diesseits.de, RTL West oder die NWZ waren, alle waren sie plötzlich Mundtot. Und da soll Pressearbeit für die Aufklärung noch Spaß machen? Es gibt natürlich auch gute Beispiele. Hier ist Spitzenreiter die Encanto Film- und Fernsehproduktions GmbH zu erwähnen. Die Firma die um und mit Bettina Böttinger haben alle Zusagen eingehalten. Sabine und ich haben uns in ihren Händen sehr gut aufgehoben gefühlt. Wir wurden nicht nur von Bettina als Menschen behandelt sondern vom ganzen Team. Und auch unser Ansprechpartner Christoph hat während der ganzen Zeit als perfekter Gentleman der Medienwelt überzeugt. Und das Motto Vertrauen gegen Vertrauen hat positive Früchte der Aufklärung getragen. Aus diesem Vertrauen sind schöne Freundschaften geworden, die bis heute anhalten. Hier könnten viele Journalisten sich eine sehr große Scheibe abschneiden. Leider ist Encanto in der Pressearbeit und die nötige Höflichkeit offensichtlich eine positive Ausnahme. Fazit: Manchmal macht die Aufklärungsarbeit echt Spaß, aber die meiste Zeit bekommst du nur Arschtritte. So ist es nun mal. Höflichkeit ist eine Zier, weiter kommt man ohne ihr. Pam

Januar 14

Am Ende des Weges…

  In den letzten Wochen ist mir bewusst geworden das ich selbst das Ende des Weges erreicht habe. Am 01.12.10 habe ich meinen Weg begonnen. Einen Weg, von dem ich gehofft hatte dass er mich und auch meine Frau Sabine, eine neue bessere zweite Lebenshälfte ermöglichen würde. Die letzten Wochen haben mir gezeigt dass unser Traum wohl nie wahr werden wird. Am 28.12.14 bin ich mit dem Krankenwagen in die geschlossene Abteilung der LWL-Klinik in Lengerich eingeliefert worden. Ich hatte keine Kraft mehr zu Leben und ich wusste nicht ob ich den Abend noch erleben würde. Mich haben die Ereignisse der letzten Monate immer mehr erdrückt. Ärzte die einen erpressen statt zu behandeln oder nicht mehr behandeln wollen weil Sie gemerkt haben das die Patientin transident ist. Menschen die dir, in einer erschreckenden Weise zeigen, dass du der Abschaum der Menschheit bist. Seit meinem Outing habe ich dafür gekämpft, dass transidente Menschen vielleicht ein wenig besser verstanden werden. Leider haben mir gerade die letzten Wochen gezeigt, wie unnötig dieser Kampf war. Wer es nicht verstehen möchte, der wird es auch nie verstehen. Fazit: Die betroffenen werden weggesperrt und die sich wie menschliche Arschlöcher verhalten dürfen einfach so weiter machen. Ich muss inzwischen sehr starke Medikamente nehmen um damit klar zu kommen. Von Kraft ist keine Spur mehr zu fühlen. Der Akku ist nicht nur leer, er ist unwiderruflich Zerstört. Und das schlimmste… die Menschen die ich liebe müssen wegen mir immer mehr leiden. Wie soll es so noch eine Zukunft geben? Vielleicht wäre es besser gewesen wenn ich mich nie geoutet hätte. Ich hätte mit den gleichen Medikamenten als Mann weiter leben sollen. Vielleicht hätte mich der ABC-Dienst Cloppenburg dann auch nie aus der Chronik gestrichen (Ich habe ja nur diesen Dienst in die Feuerwehr über Jahre integriert). Mit den Medikamenten hätte ich sicherlich als Mann wieder Arbeit gefunden. Wenn ich an geistig unflexible Eltern denke, die ihr Kind verstoßen anstatt zu helfen. Ja, Kinder sind halt nur angesehen wenn sie erfolgreich sind. Echt, scheiß auf diese Gesellschaft. Und die Medien??? Wenn einer im Fastfoodladen einen Furz quer sitzen hat sind sie da. Werden aber gleichgeschlechtliche Paare sogar von der Regierung diskriminiert werden, dann ist es nicht mal eine Zeile wert. Aber Hauptsache über ein Reissack in China wird bei Schieflage berichtet. Ich könnte Stundenlang weitere Beispiele nennen… aber wofür?? Leser wollen sich an meinem geschreibsel ergötzen… Aber wenn man mal nach einer kleinen Unterstützung fragt, dann habe ich plötzlich keine Leser mehr. Diese Gesellschaft hat es nicht verdient, dass sich Menschen noch anstrengen ihnen was erklären zu wollen was sie nicht verstehen. Mit dem Outing habe ich offensichtlich den Status MENSCH abgegeben. Ich kann nicht mehr. Ich habe keine Kraft mehr und wegsperren lasse ich mich nicht noch mal. Euch ein schönes Leben… ich bin raus. Pam PS: So liebe Gesellschaft, nu könnt ihr euch wieder die Mäuler zerreißen weil ich in der „Geschlossenen“ war.

Januar 14

Zuversicht vs. Zukunftsangst…

Zuversicht ist ein positives und aktivierendes Wort. Das Korsett der Zukunftsangst hingegen nimmt uns sehr oft die Luft zum atmen. Aber wie kommen wir, oder besser gesagt wie komme ich, von der Zukunftsangst zur Zuversicht. Ein Gedankengang… Step by step. Schritt für Schritt geht vieles viel leichter. Der Trick sind die kleinen Schritte. Nicht nur eine Treppe ist in kleinen Schritten leichter. Versucht nur mal fünf oder sechs Stufen in einem Satz hoch zu springen. Oder lasst es lieber, ich möchte nicht für noch mehr Unglücke im Leben anderer verantwortlich sein. Böse Zungen behaupten dass inzwischen geprüft wird, ob nicht auch das Ozonloch auf mein Konto geht. Aber zurück zum Thema. In kleinen Schritten. Morgen wird bestimmt ein schöner Tag. Das perfekte Jahr ist dann schon das Treppenhaus im Burj Khalifa. Die Redaktion von Charlie Hebdo hat mit ihrer heutigen Ausgabe eben jenes Treppenhaus in einem Satz bezwungen. Dafür Chapeau. Diese Kraft wäre schön, aber mir ist sie noch nicht gegeben. Ja, ich schaffe das mit dem spülen… die komplette Renovierung der Küche hingegen ist aber ein zu großes Ziel. Also ist die Zuversicht ein Teil der Zukunft. Die Zukunftsangst scheint mir im hier und jetzt ihr Unwesen zu treiben. Schaffe ich das??? Kann ich das??? Wird es funktionieren??? In die Zukunftsangst gesellen sich auch häufig andere Gesellen mit zweifelhaftem Charakter. Selbstzweifel als die kleine Schwester der Minderwertigkeit. Mangelndes Vertrauen als Motor des Pessimismus. Für mich sehe ich also jetzt die kleinen Schritte meine Zuversicht stärken. Auf zum nächsten Schritt, eure Pam

Januar 13

Ende der ersten Auszeit…

Hi Leute,
nach einer ersten Auszeit bin ich wieder im heimischen Nest angekommen. Die Auszeit war nötig und hat mir sehr gut getan. Allerdings wird es noch ein sehr langer Weg bis ich wieder die alte Kraft haben werde. Ich durfte meine Auszeit mit sehr vielen wundervollen Menschen teilen. Menschen die sich genauso wie ich für eine Auszeit entschieden haben. Menschen die wie ich sich auf dem Weg zur mentalen Kraft befinden. Diese Menschen haben mir etwas besonderes geschenkt. Ein Lächeln der Seele. Ein Paket voller Zuversicht und Kraft. Und das wichtigste… Freundschaft. Ich bin so dankbar, das ich diese Menschen treffen, kennen lernen und ein Teil ihrer Gemeinschaft sein durfte. Die Menschen wissen das ich sie jetzt anspreche. DANKE!!!
Und der größte Dank geht an meine Frau Sabine. Danke das ich an deiner Seite sein darf. Danke mein Engel, dass du mir immer wieder die Kraft gibst, die ich sehr oft schon nicht mehr hatte. Alles Liebe,
eure Pam

Januar 2

Wenn die Löffel schärfer sind…

Dies ist der Arbeitstitel für mein neues Buch, an dem ich schreibe. Es beschreibt meine „Bildungsreise“ zu den innersten Dämonen und gleichzeitig mein mentales Krafttraining. Aber ich blöde Schnegge hab natürlich wieder falsch angefangen. Zuerst möchte ich euch ein frohes und glückliches Neues Jahr 2015 wünschen. Ich hoffe ihr habt den Jahreswechsel gut überstanden. Ich selbst habe mir eine Auszeit genommen. Eine Auszeit vom Menschen, der um jeden Preis funktionieren muss. Eine Auszeit vom Alltag, in dem die transphoben Menschen anderen ein schlechtes Gewissen einreden wollen. Eine Auszeit vom Alltag, in dem wir uns immer wieder aufs Neue erklären müssen. Und hier fließen jetzt der neue Buchtitel und meine Auszeit zusammen. Keine Angst, ich habe das neue Jahr nicht mit einem völligen Desaster begonnen. Ein, eigentlich ist es das Gegenteil. Ein Neustart… Und ich habe dieses Jahr, obwohl es so jung ist, schon mein Erlebnis für das Herz gehabt. Ich habe am Neujahrsmorgen eine für mich besondere E-Mail erhalten. Ein lieber Freund aus meiner Vergangenheit hat mir geschrieben. Wir haben als Kinder zusammen gespielt. Und jetzt, nach nur 35 Jahren haben wir wieder Kontakt. Als ich die Mail gelesen habe, haben meine Emotionen Karneval gefeiert. Freude, eine unwahrscheinliche Freude hat sich in meinem Herzen breit gemacht. Wenn das Jahr jetzt jeden Monat ein solches Erlebnis für mich parat hält, dann kann das neue Jahr nur gut werden. Genug geschrieben… ihr wisst ja noch, die Auszeit. Alles Gute für das neue Jahr, eure Pam