Januar 22

Das Glück kommt zurück…

Nach langer Zeit kann ich wieder das Glück fühlen. Nun gut, mit Unterstützung von den Medikamenten, aber ich kann es wieder fühlen. Und ich muss sagen, es fühlt sich sehr gut an. Das Lachen fällt mir wieder leicht und auch schon die ersten Zeilen haben es wieder zu Papier geschafft. Ich muss mich nicht mehr so stark zwingen, Dinge zu erledigen. Zuerst die kleinen Dinge des Alltages. Aber schon die sind ein erneuter Erfolg für mich. Ich hätte auch nie gedacht, das der April des letzten Jahres so lange folgen für mich bereit hielt. So kann ich jetzt auch schon wieder an mein neues Projekt denken, dass ich in den letzten Monaten leider auf Eis legen musste. Mit der gebotenen Ruhe und ohne Druck wird es was werden. Insgesamt geht es bergauf und das fühlt sich wirklich gut an.

Januar 19

Ohne Antrieb kein Leben…

Irgendwie kommt es immer anders als wir es uns denken. Ich hatte nach dem OP-Marathon des letzten Jahres gehofft, dass ich meine Energie mitnehmen kann. Aber weit gefehlt. Das letzte Jahr hat mir nicht nur Kraft geraubt. Nein, die Ereignisse des April 2013, der Blutdruckabfall im Kopf hat Spätfolgen. Er hat mir offensichtlich den Antrieb genommen. Im letzten ist es mir nicht wirklich aufgefallen, da ich nach dem Blutdruckabfall gleich meine OP´s in Angriff genommen hatte. Und den fehlenden Antrieb habe ich mit der Zeit nach den Operationen verbunden. Und jetzt wo es mir körperlich wieder gut geht, da wurde es mir bewusst. Aber zum Glück ist es keine Depression. Nein, „nur“ der fehlende Antrieb, so sprachen meine Ärzte. Aber dieses „nur der Antrieb“ fühlt sich wirklich mies an. Anziehen, Duschen oder selbst Dinge wie Essen. All diese Dinge erfordern den Antrieb. Also der Impuls etwas zu beginnen. Und der fehlt mir. Selbst normale Gespräche wurden mir sehr schnell zu viel und dadurch war ein Kommunizieren nicht mehr möglich. Jetzt bekomme ich ein spezielles Medikament, das mir diesen Antrieb wieder geben soll. Und die ersten Tage mit dem Medikament lassen hoffen. Es fühlt sich wieder angenehm an. Ich muss mich nicht mehr zwingen was zu tun. Also es geht wieder bergauf.

Januar 9

Nach vorne schauen…

  … ist ab jetzt das Motto für dieses Jahr. Das große Ziel ist wieder in das normale Leben zurück zu finden. Jetzt wo alle medizinischen Ziele erreicht sind, können wieder große Aufgaben auf mich zukommen. Ich habe viel geschafft und überstanden im letzten Jahr und in diesem Jahr wird das Glück perfekt. Ich werde wieder in Arbeit kommen. Das ist das große Ziel für dieses Jahr. Neue Arbeit bringt viele wichtige Punkte in mein Leben zurück. Neue Herausforderungen, neue Ziele und endlich wieder berufliche Anerkennung. Also nicht mehr den Kopf in den Sand gesteckt. Nein, über den Tellerrand hinaus geschaut und neu durchstarten. Ja, das wird was… Glück auf in Essen LG, Pam

Januar 8

Was ist bloß mit der Gesellschaft los…

  Ich denke jeder von euch hat heute die Nachrichten vernommen. SENSATION!!! Auch Fußballer können schwul sein. Alle Medien führen es als sensationelle Nachricht. Hallo??? Was ist eigentlich in unserer doch so aufgeklärten Gesellschaft los. Ja, ein Fußballer kann schwul sein. Und stellt euch vor, er kann es trotzdem noch. Ja, er kann trotzdem Fußball spielen. Nein, er hat keine seiner Fähigkeit eingebüßt nur weil er sich geoutet hat. Aber wenn der Fußballer trotzdem Fußball spielen kann, obwohl er schwul ist, wo ist dann für diese tolle Gesellschaft das Problem? Es gibt kein Problem, also kein körperliches. Es ist nur in den Köpfen der Menschen. Aber wenn ein schwuler Fußballer schon eine Sensation sein soll, was ist dann mit dem Typen, der über Wasser laufen konnte? Was ist mit den Menschen, die an die in der Bibel beschriebenen Geschichten (Wasser in Wein verwandeln und ein ganzes Meer spalten) glauben? Ja ne, is klar. Oder was ist mit Menschen die an Sternendeutung glauben? Ist das auch eine Sensation, wenn heraus kommt, dass ein Spitzenathlet z.B.: Monogam lebt? Sollten vielleicht noch mal ein paar Menschen in unserer Gesellschaft drüber nachdenken, bevor sie alle schreien „SENSATION“. Also bitte liebe Sportler outet euch jetzt alle, damit unsere ach so tolle Gesellschaft merkt wie „normal“ es ist. Aber noch andere Nachrichten der letzten Tage machen mich nachdenklich. Hier in Essen wurden Silvester Feuerwehrleute, die sich im Einsatz für diese tolle Gesellschaft befanden, mit Silvesterraketen beschossen und mit Böllern beworfen. Ein Feuerwehrmann wurde dabei erheblich verletzt. Haben die alle einen Knall??? Menschen die ihre Freizeit und ihre Kraft für die Gesellschaft opfern durch so unsinnige Aktionen zu gefährden und auch zu verletzten. Wo sind die Werte geblieben, dass wir andere Menschen achten wie sie sind und das wir andere Menschen nicht verletzen. Nicht mit Worten und auch nicht mit Böllern. Sind die Werte in unserer Gesellschaft ausgestorben??? LG, Pam

Januar 7

Und da war sie wieder…

Nach langer Zeit hat sich eine alte Bekannte wieder bei mir gemeldet. Und wie es bei einem Wiedersehen nun mal so ist, hat sie mich auch mal wieder so richtig umarmt. Die ungeliebte Depression. Auch wenn ich Umarmungen sonst auch sehr schätze, aber diese „Anhänglichkeit“ ist kein freundlicher Besuch. Aber eine depressive Phase kann man nicht so einfach vor die Tür setzen wie einen ungebetenen Besucher. Also muss ich mich jetzt wieder mal mit ihr herumschlagen. Meine Ärztin hat mir heute auch schon mal uneingeschränkte Unterstützung gegen diesen lästigen Besucher zugesichert. Aber es wird wieder eine Weile dauern bis ich sie los bin. Jetzt wird der ein oder andere bestimmt sagen:“ Tja, da ist wohl jemand mit der Trans-Geschichte noch nicht durch“. Aber weit gefehlt. Es sind die Nebenkriegsschauplätze die mir diesen ungeliebten Besucher beschert haben. Und an denen wird jetzt gearbeitet. Das soziale Leben, meine Kinder, ein neue Aufgaben und ganz wichtig wird eine neue Arbeitsstelle. Ich werde mich von den Dingen trennen die mir nicht gut tun und die Dinge verstärken, die mich stark machen. Aber alles startet wie immer mit kleinen und großen Steinen. Versucht nur mal einen Termin bei einem Facharzt zu bekommen. 2-3 Monate Wartezeit sind Standard. Mit viel Glück und mit dem eisernen Willen auf ein Leben ohne Depressionen habe ich für nächste Woche einen Termin ergattern können. Zum Glück muss es nicht so laufen wie 2010. Nach meinem Suizid und dem Aufenthalt in einer Akutklinik musste ich damals auch in eine ambulante Therapie. Damals betrug die Wartezeit für Kassenpatienten „nur“ 1 – 1 ½ Jahren für einen ambulanten Therapieplatz. Für einen Menschen der sich gerade aus dem Leben verabschieden wollte ist das natürlich ein absehbarer Zeitraum (Ironie aus). Damals habe ich mich für eine Therapie als Selbstzahler entschieden und siehe da, die Wartezeit änderte sich auf wundersame Weise auf unglaubliche 2 Tage. Nun gut, ich werde mich wieder der Depression stellen und sie wieder besiegen. LG, Pam

Januar 6

Freunde helfen Freunden…

Heute hat mich eine Nachricht in Facebook von einem lieben Freund erreicht.
Tja, liebe Leute – und jetzt ist genau eingetreten, was wir zu verhindern versuchten! Der Super-GAU für jeden Produzenten! Der Rechner sagt seit gestern außer komischen Geräuschen gar nichts mehr. Umso mehr hoffen wir jetzt auf Euch, damit wir nach dem 20.01.2013 mit frischem Mut und frischer Hardware weiter machen können!“
Also wer von euch die Möglichkeit hat dieses Projekt zu unterstützen, der sollte diese Möglichkeit nicht ungenutzt lassen. Alle wichtigen Infos findet ihr unter diesem Link:
http://www.visionbakery.com/mwm-productions#.UqHJ7zHgfkQ.twitter
Und wenn ihr selbst finanziell nicht so gut gestellt seid, dann teilt diesen Post bitte trotzdem. Für einen lieben Freund.
BITTE TEILEN TEILEN TEILEN
DANKEEEEE,
eure Pam

Januar 4

Das Glas ist halb leer…

…oder halb voll. Wer weiß es? Vielleicht kennt ihr das auch. Der Kopf ist voller Ideen. Und du überlegst, denkst drüber nach um dann festzustellen… ohje… der Tag ist schon wieder vorbei. Und dann nimmst du den Gedanken mit in Bett und versprichst dir selbst: „Morgen wird es besser laufen!“. Die anschließende Nacht wird nicht viel Besser als der Tag. Du nimmst dir vor entspannt zu schlafen um dann festzustellen… ohje… die Nacht ist schon wieder vorbei. Und dann nimmst du dir vor: „In der nächsten Nacht wirst du gut schlafen!“. Und dann grüßt das Murmeltier… Es gaukelt dir vor das du eh nichts ändern kannst und es doch so viel besser wäre einfach noch mal in dieser Schleife des unkreativen Daseins zu bleiben. Ich hasse dieses Murmeltier, das nichts anderes kann als täglich zu grüßen. (Ich setzte mich an die Gitarre, stimme sie und dann war es das schon mit der Energie). Ich möchte wieder aus meiner Gitarre schlechte Töne heraus holen. Mit den guten Tönen klappt es ja eh nicht. (Ich öffne ein Dokument um einen Gedanken nieder zu schreiben und nur die Überschrift kommt zustande). Ich möchte wieder Texte schreiben können. All die Gedanken, die in meinem Kopf Scharade spielen, wieder auf „Papier“ bannen können. Ich möchte wieder „machen“ können. So viele tägliche Dinge die einfach liegen bleiben… Ich möchte meine Energie, Ausdauer und Kraft zurück. Das musste jetzt einfach raus…

Januar 2

Und wieder Achterbahn…

Zuerst euch allen ein frohes und gesundes neues Jahr 2014. Und schon ist es vorbei mit den guten Nachrichten. Eine alljährliche Weihnachts-Depri gefolgt von einem Neujahrstief zeigen mir dass ich wieder an mir arbeiten muss. Ja, ich muss mir wieder mal Hilfe suchen. Da muss der Profi ran. Im letzten Jahr ist sehr viel passiert und sehr oft habe ich die traurigen Gedanken in meinem Kopf besiegen können. Auch körperlich habe ich viel wegstecken können. Mein Körper regeneriert sich langsam von den drei OP´s, aber ich habe nicht mehr die Kraft die dunklen Wolken weg zu pusten. Es sind die Umstände des Lebens die mich beschäftigen. Damals hatte ich eine Idee und schon war sie erfolgreich umgesetzt. Aber das schaffe ich heute nicht mehr und das macht mir einfach zu schaffen. Es fängt bei den keinen Dingen des Lebens an. Selbst einen einfachen Chat mit Freunden kann ich im Moment nichts abgewinnen. Texte schreiben = Fehlanzeige. Tatendrang = Verloren. Neues ausprobieren = Wofür? All die positiven Dinge des letzten Jahres können mich nicht zurück in die Spur bringen. Und somit sind die großen Dinge schon mal nicht möglich. Und daran muss ich arbeiten. Aber wie? Auch schon die kleinsten Enttäuschungen werfen mich aus meiner Umlaufbahn. Ich muss lernen damit um zu gehen. Sabine und ich haben beraten und ich werde mich wieder auf die „Couch“ begeben. Wenn mein Therapeut, der mich bei meinem transidenten Weg schon erfolgreich unterstützt hat, wieder aus dem Urlaub zurück ist, hat er hoffentlich gute Ideen um den bösen Wolken der Depression die Stirn bieten zu können. Also wenn ich mich in der nächsten Zeit nicht bei euch melden sollte, dann nehmt es nicht persönlich. Ich brauche jetzt die Energie um wieder auf die Füße des normalen Lebens zurück zu kommen. Mit Biene an meiner Seite werde ich es wieder schaffen. Mein Wunsch für das neue Jahr… Gesundheit und Leben. LG, Pam 2013-12-25 14.13.44