Mai 26

Ein Traum wurde wahr…

  Inzwischen sind es 907 Tage nach meinem Outing und 33 Tage nach meiner OP. Ich bin glücklich wie nie zuvor in meinem Leben. Es wurde ein Traum für mich wahr, den ich so lange geträumt hatte. Es sind fast 30 Jahr in denen ich es mir bewusst gewünscht oder auch ersehnt hatte. Nun gut, natürlich ist dieser Traum auch mit kleinen Abstrichen verbunden. Ich werde immer nur einen angepassten Körper haben, aber alleine das Gefühl, welches mir mein Körper jetzt vermittelt ist unbeschreiblich schön. Ich habe heute wieder mal das Musikvideo von Roxette – Listen to your Heart angeschaut. Es war immer ein Traum von mir so sein zu dürfen wie Marie in diesem wundervollen kleinen Schwarzen barfuß in der Burg. Nein, nicht als Sängerin… als Frau. Sie hat auf dieser Bühne alles ausgestrahlt, was ich mir so sehr ersehnt hatte. Und jetzt ist es soweit. Mein Körper schickt mir das richtige Gefühl zurück. Ich bin auch körperlich Frau Halling. Vielleicht ist es jetzt auch Zeit für das kleine Schwarze… Ein besonderer Mensch hat mir dieses Gefühl geschenkt und ich bin ihm so unendlich Dankbar dafür. Was Herr Dr. Heß da geschaffen hat war mein Traum. So zu sagen ist er ein Traumbringer. So haben mich auch sehr viele Mädels in der letzten Zeit angeschrieben ob ich Dr. Heß empfehlen kann. Und meine Antwort ist ein vertrauensvolles Ja. Ich würde mich jeder Zeit wieder in seine Hände begeben. Viele schauen immer welche OP-Methode die schönste oder die neuste ist. Andere hören nur auf das Geschwätz in den entsprechenden Foren. Das war nicht meine Grundlage mich für Herrn Dr. Heß zu entscheiden. Nein, wir ging es um den Menschen. Um das Menschliche und das hat er nun mal. Er hat mich als Patientin ernst genommen und nicht nur auf den Profit geschielt. Er hat mir zugehört bei meinen Sorgen und Ängsten. Ja, ich hatte auch Angst vor dieser OP. Jeder der sagt er hat keine Angst vor einer solchen OP, der lügt. Aber mit seiner ruhigen und ausgeglichenen Art hat Herr Dr. Heß mir eine Sicherheit gegeben die ich bei anderen Ärzten schon im Vorgespräch vermisst habe. Ich empfehle allen die mich nach dem Operateur fragen nur eine Sache. Das ist das Bauchgefühl. Natürlich hatte ich auch Angst wie es wohl nach der OP sein wird. Es ist eine Sache sich für die OP zu entscheiden, aber eine andere Sache ist wie es sich nach der OP anfühlen wird. Und auch hier ist alles besser als erwartet. Durch das wundervolle OP-Ergebnis kann ich meinen Körper endlich annehmen. Auch wenn es „nur“ ein angepasster Körper ist. Aber dieser Körper ist jetzt meiner und das ist das schönste Gefühl auf dieser Welt. Und was noch viel schöner ist, ich darf mein neues Lebensgefühl mit der Frau teilen die ich so sehr liebe. Mit meiner Sabine. Ich hat mir die Kraft gegeben immer wieder nach vorne zu schauen. Sie ist mein einzigartiger Engel. Sie ist mein Leben. Und so schauen wir gemeinsam nach vorne. Wir schauen auf einen Monat voller Ereignisse. Sabine hat ihre dritte Nierenstein-OP (Ja, Sie hat einen Steinbruch aufgemacht…) und bei mir steht die obligatorische Korrektur-OP an. Aber gemeinsam schaffen wir auch diese Zeit und freuen uns auf eine noch glücklichere Zukunft.

Mai 16

Schockierende Nachrichten…

Was ist bloß in dieser Welt los. Das was ich jetzt schreibe raubt mir den Glauben an das Elternsein mancher Menschen. Was ist passiert. Meine 10 jährige Enkelin wird auf dem Schulhof solange gewürgt bis die Ader in den Augen geplatzt sind. Sie wurde von einem 11 jährigen Integrationskind (Projekt mit und ohne behinderte Kinder) mit den Worten „Zitat (Deine Oma ist eine Lesbenschl…e)“ niedergestreckt. Wie grausam können Kinder sein? Was haben solche Kinder für Eltern. Haben die ihren Erziehungsauftrag verfehlt? Haben die Lehrer ihre Aufsichtspflicht verletzt? Wie konnte es soweit kommen. Meine Enkelin befindet sich nun im Krankenhaus und wird gesundheitlich überwacht um sicher zu gehen das dieser widerliche Übergriff keine weiteren folgen hat. Ist das die Form von Integration die so sehr von unseren Bildungsministern gefordert wird? Wie können Eltern zuhause über Dinge sprechen, die ein solches Kind nicht versteht, ohne es dem Kind begreiflich zu machen. Dürfen echt alle Menschen Eltern sein? Ich verstehe es nicht und ich bin zu tiefst schockiert, das so was meiner Enkelin angetan wurde.

Mai 16

25 Tage nach der OP…

Die Nachuntersuchung im UKE hat es an das Tageslicht gebracht. Alles heilt so gut, dass ich bald wieder in der Gegend herum springen werde. Selbst der Arzt dem die Frauen vertrauen, Herr Dr. Hess ist begeistert. Na hat er doch mal wieder ein Meisterstück abgeliefert. Es verläuft alles so gut, dass er selbst die zweite OP schon vorziehen wollte. Aber ich werde mich an den Zeitplan halten und wie ein braves Mädchen abwarten. 964778_469877683088420_1368489994_o Aber ich habe für mich auch schon das Unwort des Jahres gekürt. Es ist das „selbstauflösende Nahtmaterial“. Die Dinger piksen und zwicken bei jeder Bewegung und scheinbar lösen die sich nie auf. Ich hoffe die Fäden wissen auch dass sie sich auflösen sollen. So schaue ich auf die nächsten 25 Tage und freue mich schon wenn ich mit allen OP´s durch bin.

Mai 9

Nie wieder Vatertag…

Meinen letzten Vatertag hatte ich bereits vor ein paar Jahren. Innerlich war es aber nie so richtig ein Tag für mich. Nein, nicht das ich nicht stolz auf meine Kinder bin, aber es war nie ein Tag für mich. Dieses sinnlose gesaufe, welches so oft zelebriert wird. Was soll das? Habe ich echt nie verstanden. Mein Stiefsohn wird es sicherlich mit anderen Augen sehen. Es ist sein erster Vatertag und ich wünsche mir, dass er ihn in vollen Zügen genießt. Glückwunsch für dich. Nein, ich habe es immer anders gesehen. Ob es nun ein Vatertag oder ein Muttertag ist, wichtig ist doch das wir kleinen Menschen das Leben geschenkt haben. Kinder auf die wir stolz sein dürfen. Und ich bin, egal wie man den Tag nennt, einfach nur stolz auf meine beiden Mädels. Ich hänge irgendwie zwischen diesen Tagen. Nicht richtig Vater und nicht richtig Mutter. Meine große Tochter hat einen PAMA-Tag vorgeschlagen. Ein Tag nur für mich…. ist sie nicht süß. Ich bin stolz ein Elternteil sein zu dürfen. Und ich werde immer ein Elternteil bleiben. Ich werde meine Kinder nicht bei der ersten kleinen Schwierigkeit verstoßen, wie es meine Eltern mit mir taten. Ich werde meine Kinder nie vor Gericht zerren, wie es mit mir gemacht wurde. Leider wird es manchen Menschen, die es nicht verdient haben, nicht verboten Eltern zu sein. Nein, ich werde immer für meine Kinder da sein. In guten und vor allem in schlechten Zeiten. VERSPROCHEN!!! Egal wie dieser Tag auch heißen mag, ich bin stolz Kinder haben zu dürfen. Liebe Väter, ich wünsche euch einen wundervollen Vatertag und seit stolz auf eure Kinder.

Mai 5

Biene und Pam im OP-Marathon…

Die gute Nachricht vorweg, ich habe meine Biene wieder. Sie hat 2 Nierensteine entfernt bekommen und leider hat sich ein zusätzlicher Stein strikt geweigert heraus zu kommen. Dieser wird nun in knapp 2 Wochen in einer neuen OP geholt. Somit steht es im OP-Marathon 1:1. Wenn man es sportlich sieht. Aber wie soll man was sportlich sehen, wenn ein über alles geliebter Mensch nach der OP mit der Übelkeit kämpfen muss und ich genau weiß, dass dieser schreckliche schmerzhafte Anblick in zwei Wochen noch mal auf einen zu kommt. Ich kann jetzt nachfühlen, wie sich Sabine gefühlt haben muss, als sie mich nach meiner OP besucht hat. Es tut einfach nur weh im Herzen, einen geliebten Menschen so zu sehen. Es ist auch das wissen, dass man selbst dann machtlos ist. Meine zweite OP, die Standard ist nach einer geschlechtsangleichenden OP, ist in nun mehr 6 Wochen und da wird Sabine wieder an meinem Bett stehen. Ich hoffe nur, dass es die letzten OP´s für eine sehr lange Zeit sein werden. Sabine und ich haben eben zusammen am Schreibtisch gesessen und mussten über die Tatsache lachen, dass sich nun zwei angeschossene Rehe in der Wohnung herum schleppen. Werden wir uns so schlapp in 30 Jahren jeden Tag fühlen? Kraftlos, ohne Ausdauer und so weiter… Ohne die Unterstützung von meinem Stiefsohn wäre dieses auch nicht möglich. Keiner von uns würde den Weg zum Discounter und zurück überstehen. Danke dafür von ganzem Herzen. Aber auch ohne die guten Freunde, die für mich Taxi gespielt haben, wäre ich dem Ende nah gewesen. Sie haben es ermöglicht, dass ich schlappes Huhn meine Biene im Krankenhaus besuchen konnte. Denn mit der Bahn wäre ich nie heile angekommen. Hier einen großen Dank an Dana. Ich hoffe nur, dass in zwei, beziehungsweise in sechs Wochen bei der jeweils zweiten OP alles gut geht.

Mai 1

9 Tage nach der OP…

Das Glücksgefühl hält an. Aber die OP hat mich doch sehr geschwächt. Ich laufe mehr oder weniger wie eine Schlaftablette durch die Wohnung. Es ist in den nächsten Tagen oder Wochen schonen angesagt. Die OP-Wunden heilen sehr gut und ich bin schon seit Tagen schmerzfrei. Nun ist Sabine heute auch noch ins Krankenhaus gekommen um sich morgen einer OP wegen Nierensteinen zu unterziehen. Ich hoffe dass alles gut geht und ich sie bald wieder bei mir habe. Zudem wird es für mich schwer sie zu besuchen, da ich schon nach ein paar Stufen unseres Treppenhauses nach Luft ringe. Das habe ich dem Blutverlust bei OP zu verdanken. Aber wir werden ständig in Kontakt stehen, so dass ich immer weiß wie es ihr geht. Aber auch das telefonieren fällt mir unheimlich schwer. Die Folgen von dem kleinen Schlaganfall machen mir sehr zu schaffen. Gestern konnte ich kein Wort herausbringen, was durch die körperliche Erschöpfung noch gefördert wird. Ich hoffe dass ich bald eine Verordnung zur Logopädie bekomme, damit ich das richtige und flüssige Sprechen bald wieder lerne. Besonders schlimm ist es für mich, da das telefonieren für mich die Hauptkommunikation ist. Und zu guter Letzt mussten Sabine und ich noch eine sehr schwere Entscheidung zum Wohle unseres Hundes Blacky treffen. Da wir uns in den nächsten Wochen und vielleicht Monaten nicht so um ihn kümmern könnten auf Grund meiner Gesundheit, haben wir uns entschlossen ihn in eine sehr liebevolle Familie zu geben, bei der er eine sehr gute und liebevolle Zukunft hat. Blacky ist noch so jung, das er so viele neue Orte nicht gut verkraften würde, wenn wir ihn dauernd abgeben müssten um Krankenhaustermine und weiteres wahrnehmen zu können. Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen, aber es ist das Beste für Blacky und wir haben wie gesagt eine sehr liebe Familie für ihn gefunden. So kommen Freud und Leid zusammen. So ist das Leben…