Eigentlich begann der Tag richtig gut. Ein Hermesbote wollte bei mir ein Paket für unsere Nachbarin abgeben. Ich habe die Tür am frühen Morgen in meinem „Aufsteh-Hausanzug“ und mit den Haaren auf „halb acht“ geöffnet. Selbst mit diesem nicht so schönen Anblick kam die Frage bei der Unterschrift: „Und sie sind Frau…?“. Ja, ich war entzückt, dass ich auch so als Frau angenommen wurde. Nachdem ich mich dann für die Arbeit aufgehübscht hatte, stärkte ich mich noch kurz um dann Richtung Sammeltaxi auf Schienen zu entschwinden. Bei der Arbeit angekommen war erst einmal alles wie immer in den letzten Wochen. Freundliche Gesichter begrüßten mich mit einem Nicken und einem freundlichem „Hallo“. Ja, es ist wirklich eine große Familie in die ich da reinwachsen sollte. Nach den üblichen Schritten hatte ich auch schnell meine Stempelkarte in der Stempelmaschine vorbei schauen lassen und mein Headset war auch noch an der Stelle, an der ich es am vorherigen Arbeitstag zurück gelassen hatte. Mein PC rannte in einem höllischen Tempo zur Anmeldeaufforderung hoch und durch die gezielte Buchstabeneingabe war ich auch wieder im PC ein Mitglied des Teams. Eigentlich lief der Arbeitstag wieder ab wie so viele zuvor. Aber dann stieß ich durch ein altes Handicap an meine Grenzen. Plötzlich schien es unmöglich meine Arbeit gewissenhaft und vollständig zu erledigen. Natürlich sprach ich sofort mit unserem Trainer darüber. Wir und eine Vorgesetzte redeten sehr lange und sind dann zu der gemeinsamen Entscheidung gekommen, dass ich leider so nicht mehr in das Team passe. Aber es war für uns alle ein kleiner Schock. Aber mein Handicap ließ sich nicht weg reden. Es musste sein. Der Arbeitsvertrag wird in den nächsten Tagen aufgehoben. Ja, natürlich war ich traurig, aber ich nehme sehr viel aus den vergangenen Wochen mit. Ich durfte erfahren wie es sich anfühlt als normaler Mensch in einer Firma willkommen zu sein. Ich durfte eine „Familie“ im Bereich der Arbeit kennen lernen und ich bin sehr froh, dass ich all diese Kollegen kennen lernen durfte. Ja, ich bin froh, dass ich eine Zeitlang Teil dieses Teams sein durfte. Jetzt heißt es wieder nach vorne zu schauen. Ich weiß dass ich es kann und ich werde was Neues beginnen. Und dann wird es wieder heißen: “Pam goes Arbeit“

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