Januar 29

790 Tage im neuen Leben…

Es kommt mir so vor als hätte ich erst gestern begonnen meinen Blog mit Leben zu füllen. Irgendwie ist die Zeit wie im Flug vergangen. Es liegt mir noch im Ohr als die Ärzte mir 2010 geraten haben zu meinem Leben zu stehen. Nun gut, die Prognose für den Fall das ich es nicht tun würde war ja nicht so rosig. Nun sind unglaubliche 790 Tage vergangen und ich kann glaube ich mal mit viel Stolz sagen… ich habe es geschafft. Und nicht nur ich. Meine Biene, die immer eng an meiner Seite war und ist… meine Kinder die mir immer wieder viel Lebenskraft gegeben haben… meine Ex-Frau, die mir mit ihrem Verständnis auch einen schönen Weg in die Zukunft mit meinen Kindern gezeigt hat… meine Freunde die erkannt haben das sich nur der Name und die Hülle geändert hat… alle Menschen die meinen Weg möglich gemacht haben. Ich habe Glück in allen Belangen gehabt. Wir haben sofort in Essen eine neue Heimat gefunden. Ein super lieber Therapeut und ein super nettes Ärzteteam und deren Helferinnen haben meinen Weg in eine begehbare Straße verwandelt haben. Alles war und ist das perfekte Umfeld. Nach etwas über zwei Jahren kann ich endlich sagen… ja, das ist mein Leben… schaut her, das bin ich, das ist die wirkliche Pam. Ich bin dankbar für jeden Menschen der Versteht dass der transidente Weg keine Solistenshow ist. Nicht nur ich musste mich an das Leben neu gewöhnen, sondern auch mein Umfeld musste lernen, dass sich viele Dinge im Leben ändern können ohne das die Welt zusammen bricht. Und, liebe Leser, ich bin auch jedem von euch dankbar für jede Art der Kritik die ihr geschrieben habt. Natürlich waren in den mehr als zwei Jahren die positiven Kommentare Balsam für die Seele, aber auch die kritischen Kommentare haben mir geholfen. Es hat mir immer die Möglichkeit gegeben noch einmal aus einem anderen Blickwinkel noch einmal auf mein Leben zu schauen. Danke dafür. Ich freue mich jetzt auf die nächsten 790 Tage in meinem Leben. Es gibt noch so viel zu erleben…

Januar 28

Einfach mal genießen…

Dieses Wochenende war wieder eines der ganz besonderen. Meine Kinder zu sehen ist immer ein ganz besonderes Highlight für mich im Monat und an diesem Wochenende war es wieder soweit. Wir haben gekuschelt, gespielt und die gemeinsame Zeit einfach wieder genossen. Aber meine kleene hat dieses mal wieder die schönsten Sätze mit ihrer kindlichen Art gebracht. Wir drei, also meine große, die kleene und ich lagen auf dem Sofa. Meine kleene schaue auf mein kleines Bäuchlein, welches ja noch als Baumaterial für die Hormone dient. Sie schaue, streichelte über das kleine Bäuchlein und dann schaue sie mich mit großen Augen an und sagte: „Pam… ist da ein Baby drin???“. Nachdem ich mich von dieser überraschenden Frage erholt hatte, erklärte ich ihr das der Bauch immer so groß sei und da kein Baby drin ist. Auch meine Ex-Frau und meine große konnten sich das schmunzeln nicht verkneifen. Es ist halt wie es ist, das Leben schreibt einfach die schönsten Geschichten. Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch.

Januar 22

Jobsuche und ihre Probleme…

Vor zwei Wochen haben Sabine und ich uns entschlossen ein Interview um das Thema “Jobsuche transidenter Menschen und die damit einhergehenden Probleme” zu geben. Hier ist der Link zum Bericht: “Gefangen im falschen Körper” Warum die Arbeitssuche nach dem Beginn des Alltagstestes erschwert wird: 1. Der Gesetzgeber hat bei der Erstellung vom TSG (Transsexuellengesetz) nicht an die Neuausstellung von Dokumenten wie z.B. Arbeits- und Schulzeugnisse, Bescheinigungen und Zertifikate, die im „alten“ Leben erworben wurden, gedacht.
Hier hilft zur Zeit nur der §5 (Offenbarungsverbot) des TSG:
TSG §5 (1) Ist die Entscheidung, durch welche die Vornamen des Antragstellers geändert werden, rechtskräftig, so dürfen die zur Zeit der Entscheidung geführten Vornamen ohne Zustimmung des Antragstellers nicht offenbart oder ausgeforscht werden, es sei denn, dass besondere Gründe des öffentlichen Interesses dies erfordern oder ein rechtliches Interesse glaubhaft gemacht wird.
Da hier nicht eindeutig auf die nachträgliche Änderung von o.g. Dokumenten eingegangen wird, weigern sich viele Arbeitgeber, Behörden und Institutionen einer Anforderung durch einen Betroffenen nach zu kommen. Aber oft ist einem weigern des Nachkommens der Anforderung auch in religiösen oder persönlichen Affinitäten begründet. 2. Die Richtlinien des MDS (Dachverband der Krankenkassen):
Hier ist ein sogenannter zeitlicher Leitfaden für die Behandlung von Transidenten Menschen für die Krankenkassen niedergeschrieben. Unteranderem wird hier empfohlen, die bei MzF notwendige Gesichtshaarepilation erst nach frühestens 6 Monaten nach dem Beginn des Alltagstestes zu genehmigen. In der Übergangszeit müssen sich die Betroffenen übermäßig schminken um den verräterischen Bartschatten ab zu decken. Dieses sieht sehr häufig Plastisch und unnatürlich aus. So kommt es schnell zur Einordnung als „Transe“ und man wird mit Personen wie zum Beispiel „Travestiestar Olivia Jones“ verglichen.
Hier würde eine schwedische Idee helfen. Wenn eine Betroffene in Schweden in den Alltagstest geht wird ihr ein so zu sagen Startpaket zur Verfügung gestellt. Dieses beinhaltet eine sofortige Epilation der Gesichtsbehaarung, Brustprothesen, Stimmtraining und eine Reduzierung des Schildknorpels (Adamsapfel). Somit ist die schnelle Integration gesichert. 3. Arbeitsagenturen:
Leider haben die engagierten Arbeitsvermittler und Fallmanager keine Möglichkeit auf ein Aufbauprogramm oder ein Eingliederungsprogramm zurück zu greifen. Eine Eingliederung von Transidenten Menschen in den Arbeitsmarkt ist noch nicht als Problem in den Arbeitsagenturen angesehen. Hier sind spezielle Maßnahmen notwendig. 4. Die Gesellschaft:
Die Gesellschaft in Deutschland ist schon auf einem sehr guten Weg. Sie haben es in nur fast 30 Jahren schon geschafft die Schwulen und Lesben in die Gesellschaft auf und an zu nehmen. Hier ist zu hoffen, dass wir jetzt nicht auch 30 Jahre für eine annehmbare Toleranz in der Gesellschaft kämpfen müssen. Ja, wir würden auch sehr gerne dazu gehören und nicht nur beim Vorbeigehen zur allgemeinen Belustigung beitragen. Wer einmal erfahren hat, wie schwer unser Weg eigentlich ist, wird einen transidenten Menschen mit anderen Augen sehen. Deshalb wird es immer wichtiger die Gesellschaft mit den richtigen Informationen über den Weg dieser Menschen zu versorgen. Nur der gut informierte Mensch kann Toleranz und Verständnis aufbringen.

Januar 22

Aufklärung in Wort und bewegten Bildern…

Heute wird bei Sat1NRW 17:30 Regionalmagazin ein Beitrag über Sabine und mich ausgestrahlt. Thema sollte die Arbeitssuche von transidenten Menschen sein und die Schwierigkeiten die damit einher gehen. Wer es verpasst, kann es sich auch auf der Internetseite von Sat1NRW eine Stunde nach der Ausstrahlung anschauen. Ich hoffe der Beitrag ist gut gelungen… LG, Pam http://www.sat1nrw.de/Archiv/Gefangen-im-falschen-Koerper/441d8033/

Januar 18

Aufklärung der besonderen Art…

Heute wurden mir doch mal wirklich die Augen geöffnet. Aber beginne ich doch mal von vorne… Nach dem schönen Artikel vom 31.12.12 in der WAZ über Biene und mich waren die Reaktionen sehr groß. Unter anderem hat sich auch eine Produktionsfirma bei mir gemeldet, die sehr gerne und zeitnah einen Bericht über die im Artikel erwähnten Probleme einen Job zu finden für ein Regionalmagazin drehen wollten. Ich habe mich natürlich über diese Anfrage sehr gefreut und nachdem ich mich über die Produktionsfirma und dem Regionalmagazin informiert hatte auch sofort zugesagt. Somit kam es dann auch, dass am 07.01.13 dann auch gedreht wurde. Zum Sendetermin bekamen wir dann die Aussage, dass es die nächsten Tage gesendet werden würde. Nachdem bis gestern dann nichts in dem entsprechenden Regionalmagazin zu sehen war, habe ich mir erlaubt in meiner bekannt freundlichen Art mal nach zu fragen wann es dann so weit sein wird. Natürlich habe ich auch in meine Anfrage meine Enttäuschung zum Ausdruck gebracht, dass dieser Bericht noch nicht gesendet wurde. Heute habe ich dann auch prompt eine Antwort erhalten die mich auf den Boden der Tatsachen zurück gebracht hat. Die Antwort übermittelte mir, dass es sich um ein „tagesaktuelles“ Magazin handeln würde. Ja also, wie konnte ich das nur übersehen. Ich habe mich natürlich sofort für meine Mail vom Vortag entschuldigt und eingestanden das mir dieses gesellschaftliche Interesse an z.b. einen Schwan der nach München zieht oder ein spannendes Badewannenwettrennen im Schwimmbad oder einen Papagei der einen besonderen Polizeieinsatz ausgelöst hat nicht klar war. Da hatte ich mich in meiner Auffassung der Wichtigkeit von Aufklärung über die Probleme von transidenten Menschen bei der Jobsuche doch völlig verrannt. Ich habe somit jetzt endlich die Erkenntnis gewonnen, dass wir transidenten unsere Probleme mit Gesellschaft einfach zu wichtig nehmen. Wir konnte ich so lange in meinem Drang aufzuklären die Tatsache übersehen dass wir uns eigentlich hinter Schwänen, Papageien und zweckentfremdeten Badewannen hinten anstellen sollten. Wie gesagt, ich habe meinen Fehler eingesehen und mich natürlich für meine falsche Sicht der Dinge entschuldigt. Und natürlich habe ich auch bestätigt, dass ich die Ausstrahlung dieses Beitrages natürlich erst an einem Tag erwarten kann an dem in China kein Sack Reis geplatzt ist und an dem kein Fahrrad in der Mongolei umgefallen ist. Fazit: Alle die sich der Aufklärung um die Probleme der Transidenten verschrieben haben sollten ihre Erwartungshaltung im Bezug auf die Programmgestaltung verschiedener Sender echt noch einmal überdenken. Unsere Themen sind einfach nur „Lückenfüller“ für Tage die es eigentlich gar nicht gibt. Mit freundlichem Gruß Die bekehrte Pam

Januar 8

Servicewüste Deutschland…

Biene und ich haben heute einen lang geplanten Einkauf in Angriff genommen. Für den baldigen Krankenhausaufenthalt und wenn einer von uns beiden zu den Kindern fährt brauchten wir ein Handy. Wir haben lange überlegt ob ein USB-Internetsick oder ein Handy (Kluges Telefon) für den Einsatz am besten ist. Bei der Internetstickoption müsste ich mein Laptop mit ins Krankenhaus nehmen und das war uns einfach zu gefährlich im Bezug auf einen Diebstahl. Somit hatte die Smartphone-Option gewonnen. Also sind wir heute nach einer ausgiebigen Internetrecherche in die Stadt. Rein in den Shop mit dem großen „T“ im Logo und schon einen engagierten, verkaufswilligen und dynamischen Verkäufer in ein Gespräch verwickelt. Schnell stellte sich heraus, dass er nicht dynamisch, verkaufswillig und engagiert sein wollte. Ich denke er selbst wusste nicht einmal in welcher Branche er tätig war. O.k. ich glauben ihm war nicht einmal klar, dass er sich in diesem Universum bewegte. Also raus aus dem Laden und durch die halbe Fußgängerzone in den nächsten Laden mit demselben Logo. Hier trafen wir nun auf einen sehr willigen Verkäufer, dem aber sein Einkäufer einen Stich durch die Rechnung gemacht hatte. Er wollte verkaufen, hatte aber keine Ware da. Da war ich echt bedient. In der heutigen Zeit haben zwei Geschäfte der gleichen Marke in einer Stadt keine Ware mehr??? Wer macht bei denen den Einkauf??? So richtig auf 180 ging es dann zurück in den Einkaufstempel „Limbecker Platz“. Es blieben ja noch die anderen Geschäfte der gleichen Branche. Also mit einer guten Portion Frust in den nächsten Saturn. Hier konnte uns der Händler leider kein entsprechendes Angebot machen, aber er zeigt die Größe eines kundenfreundlichen Verkäufers. Sein Tipp „Gehen sie einfach 2 Stockwerke runter zum PhoneHouse, da finden sie immer günstige Angebote“. Das nenne ich mal Kundenfreundlichkeit… wir haben es nicht, aber wir können ihnen sagen wo es das gibt was sie suchen. Einfach mal 2 Daumen hoch. Bei PhoneHouse brach für Biene und mich dann der Himmel des Services an. Ein netter junger Mann der mit Fachwissen ebenso glänzte wie mit einer sehr kundenorientierten Art. Auch die Ware war schnell auf den Tresen gepackt. Er hat uns somit noch den Tag gerettet und auch dem Glauben an ein „Serviceparadies Deutschland“ neue Hoffnung gegeben. Zudem hatte er auch das günstigste Angebot. Wir haben glatt noch 12 Euro zum Internetpreis gespart. Also, wenn ihr in Essen mal ein kluges Telefon shoppen wollt… ab zu PhoneHouse im Limbecker Platz.

Januar 5

Aufklärung ist alles…

Oft werde ich gefragt, warum ich mein Leben so öffentlich darstelle. Aber eigentlich ist die Antwort ganz einfach, wenn man mit dem Thema „Transident“ vertraut ist. Es gibt sicher mehr transidente Menschen in Deutschland als viele sich überhaupt vorstellen können. Und diese Menschen gibt es seit vielen Jahrzehnten. Aber was es leider nur selten gibt sind Menschen die Ihr Leben auch den anderen Menschen zeigen. Die zeigen wie schön es ist zu sich selbst zu stehen aber auch wie schwer es heut zu Tage immer noch in Deutschland ist zu sich stehen zu dürfen. Ob es die Gesellschaft ist, die teilweise durch Unwissenheit, sich zur Ausgrenzung der transidenten entschließt. Oder die Politik, die es seit 1980 nicht geschafft hat ein vernünftiges Gesetz zu Papier zu bringen. Oder die Krankenkassen, die wirtschaftliche Ziele über die Hilfe der betroffenen stellt. Wir alle müssten eigentlich offener Leben um der Gesellschaft, der Politik und den Krankenkassen zu zeigen das auch wir nur Menschen sind. Ich habe sehr viel positiven Zuspruch von euch allen vor und nach dem Artikel in der WAZ vom 31.12.12 erhalten. Jeder dieser positiven Kommentare war Balsam für meine Seele und zeigt, dass es ein erreichbares Ziel da ist. Die Menschen möchten halt aufgeklärt und informiert werden und dann verstehen sie auch, dass wir auch nur normale Menschen sind. Aber es gibt auch Kommentare die ich zum Beispiel durch Zufall in einem sogenannten „Hartz IV Forum“ gefunden. Das zeigt mir dass dieses erreichbare Ziel hinter einem steinigen Weg liegt. Aber wenn wir alle offener werden, dann können wir gemeinsam, transident und nicht transident, dieses Ziel erreichen. Vielleicht ist das auch ein schöner Vorsatz für das neue Jahr…. Einfach mal schauen, lächeln und weiterberichten. LG, Pam

Januar 2

Bilder vom Shooting…

Ich hoffe ihr seid genauso gut in das neue Jahr gestartet wie Biene und ich. Ein besonderer Höhepunkt im Jahresübergang war dann noch der Artikel in der WAZ am 31.12.12. Hier noch mal die schönsten Bilder vom Shooting mit Kerstin Kokoska vom WAZ Fotopool, die mit ihrem Können das Beste aus einer grauen Maus wie mir heraus geholt hat. Kerstin Kokoska Fotopool WAZ Kerstin Kokoska Fotopool WAZ Kerstin Kokoska Fotopool WAZ Kerstin Kokoska Fotopool WAZ