Dezember 27

Schön war´s…

Weihnachten 2012 hat sich mal wieder als das gezeigt, was es ist… ein besinnliches Fest. Auch wenn man bei dem Wetterchen ja eher auf Ostern getippt hätte, wurde es doch zu einer schönen Zeit. Am Heiligen Abend leisteten mein Stiefsohn und seine Freundin uns Gesellschaft. Zu lustigen und ernsten Themen kam es dann bei einem „Heißen Stein“. Das Schöne an dieser Art der Zubereitung am Tisch sind die Gespräche. Ist ja auch immer blöd, wenn eine in der Küche stehen muss während die anderen den Abend genießen. Das erste Gläschen Sekt läutete dann den gemütlichen Teil des Abends ein.  Unser kleiner Tannenbaum Den ersten und zweiten Weihnachtstag haben Sabine und ich dann für uns selbst genutzt um nur für uns selbst da zu sein. Heute kamen dann mein zweiter Stiefsohn mit seiner Frau und ihrer kleinen Maus. Kann ein Weihnachtsbesuch schöner sein als das Fest an dem die Geburt gefeiert wird mit einem kleinen Baby zu begehen… so ist das in einer Familie… Das einzige was ich sehr vermisst hatte waren meine beiden süßen Mäuse, aber die sehe ich zum Glück im Januar schon wieder. Ich freue mich wahnsinnig auf die beiden… Pam und die Kleene Vielen Dank an alle Leserinnen und Leser, Freunde und Bekannte für die vielen liebe Grüße hier im Blog und per Mail. Danke. Wie habt ihr die Festtage verbracht, war es so schön wie ihr es euch erhofft hat??

Dezember 23

Die meistgestellten Fragen…

In vielen Blogs heißt diese Rubrik FAQ (Frequently Asked Questions). Jetzt zur besinnlichen Zeit beginne auch ich über viele Fragen, die mir eigentlich immer wieder gestellt werden noch einmal nach zu denken. Hier jetzt so zu sagen noch einmal die TOP 5 dieser Fragen, die ich immer wieder sehr gerne beantworte und wo ich mit ganzen Herzen hinter meinen Antworten stehe. Warum hast du dich erst mit 38 Jahren zu deinem jetzigen Geschlecht bekannt? Diese Frage war eigentlich nie ganz einfach zu beantworten. Eigentlich ging es „nur“ darum erst einmal heraus zu finden was überhaupt in mir los war. Seit meiner Jugend war mir eigentlich klar, dass ich kein „normaler Junge“ war. Aber all das was ich gefühlt hatte, passte nicht in die Welt, in der ich lebte und in der ich aufgewachsen bin. Alles was nicht nach Norm war, war schlecht. So hatte ich es gelernt und so wurde es mir vorgelebt. Ich bin in einer sehr katholischen Gegend aufgewachsen und so hat sich meine Umwelt auch angefühlt. So geht man dann auch nicht zu den Eltern, Freunden oder Ärzten und sagt, dass man lieber die Kleidung der Mädels hätte oder sich lieber schminkt. Also habe ich den Weg des Kampfes für mich selbst gewählt und ich habe versucht dem Bild im Spiegel gerecht zu werden. Ich war ein Junge und habe versucht mich so zu verhalten. Auch wenn es mir weh getan hat, ich wurde so akzeptiert und keiner hat blöde Fragen gestellt. So ging es dann auch weiter mit der Lehre, der Bundeswehrzeit und so weiter. Ich habe geheiratet und mit einer sehr lieben Frau zwei der süßesten Mädels der Welt erhalten. Aber den Kampf der sich in mir immer wieder meldete, verlor ich immer öfter. Bis ich nicht mehr so leben konnte. Meine jetzige Frau Sabine hat mir dabei sehr viel Verständnis und Kraft gegeben, wodurch ich dann auch endlich der Mensch sein durfte, der ich eigentlich war. Auch wenn ich sehr viele Menschen im Unklaren lassen musste um mein Geheimnis zu bewahren und auch wenn es für meine Familie nicht einfach war, ich bereue heute keinen Tag meines Lebens. Ich habe die bezauberndsten Kinder der Welt, ich habe eine bezaubernde Frau und auch super liebe neue Familie gefunden. Wie kommen deine Kinder damit klar? Ich glaube dass sie damit gut klar kommen. Natürlich muss man den Aussagen der Kinder vertrauen, dass alles gut ist. Aber zum Glück haben wir ja verschiedene Anhaltspunkte an denen wir ablesen können ob es den Kindern gut geht. Meine 13 jährige Tochter, die wohl das meiste von meinem Weg mitbekommt schreibt eine gute Note nach der anderen. Sie hat viele Freunde die zur ihr stehen und das alles zeigt, dass es stimmt, wenn sie zu mir sagt:“ Pam, ich liebe dich so wie du bist und du bist mir so viel lieber als damals.“ Kinder nehmen so was anders auf als die Erwachsenen, denn sie verurteilen nicht. Sie nehmen es so wie es ist… sollten sich viele Erwachsene mal ne scheibe von abschneiden. Wie kommen deine Eltern damit klar? Weiß ich nicht. Konnte nie mit diesen Menschen darüber sprechen. Für mich sind Eltern Menschen die ihr Kind nicht hinter Geldfragen oder dem öffentlichen Ansehen hinten anstellen. Wie gesagt mit diesen Menschen habe ich keinen Kontakt und das ist offensichtlich auch gut so. War dieser krasse Bruch in deinem Leben das alles wert? Ja, ein ganz klares „Ja“. Ich kann heute noch für meine Kinder und für meine Frau da sein. Wäre ich nicht vor zwei Jahren diesen neuen Weg gegangen würde ich heute mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr leben und das hätte meinen Kindern auch nicht geholfen. Damit wäre dann auch die Frage beantwortet ob ich damals auch mal eine Sekunde an meine Kinder gedacht habe als ich mich geoutet habe. Ja, ich bin heute noch für sie da und ich hoffe das es noch viele Jahre so bleibt. Wenn du es könntest, was würdest du an deinem Leben ändern? Nichts. Ich würde nichts ändern. Auch wenn ich noch keine neue Arbeit habe, auch wenn es verschiedene Menschen in der Gesellschaft noch nicht verstehen, warum transidenete Menschen so sind wie sie sind und auch wenn ich viel verloren habe. Ich würde nichts ändern. Ich habe mich gefunden und kann dadurch glücklich mit den Menschen die ich liebe und die mich lieben leben. Glück ist ein persönliches Gefühl. Es hat nichts mit Geld, einem guten Ruf oder sonst was zu tun. Glück empfindet man dann wenn man das Leben so liebt wie es ist und das tue ich.

Dezember 21

Fotoshooting in Essen…

Heute hatten Biene und ich wieder mal ein schönes Highlight am Ende des Jahres. Für die Silvesterausgabe der WAZ hat die sympathische Kerstin uns in der atemberaubenden Umgebung der Zeche Zollverein verewigt. Kerstin vom WAZ-Fotopool hatte ja auch schon im letzten Jahr beeindruckend schöne Bilder von uns gemacht. Aber ich glaube dieses Jahr hat sie sich selbst übertroffen. Die Orte der Aufnahmen hat sie mit stilsicherem Auge ausgesucht und zusammen mit Kerstin haben Biene und ich dann mit wirklich sehr viel Spaß das Bild komplettiert. Auch Kerstin hat Fotographisch wieder alles gegeben um die beiden Landmädels in die Großstadtszene ein zu passen. Dafür hat sie selbst auf die bodennahe Paparazzistellung nicht verzichtet Smiley. Es war einfach nur toll. Nun freuen Biene und ich uns auf die Ergebnisse, denn da es mit dem Weltuntergang dieses Mal ja wieder nicht funktioniert hat, die wir uns somit am 31.12.12 in der WAZ gemeinsam anschauen können. Biene und ich nach dem Shooting Biene und ich nach dem Shooting zu Hause…

Dezember 16

Was ist bloß im TV los…

Manchmal ist es echt schwer nach zu vollziehen, was manche Produktionen uns sagen wollen. Die Tatsache, dass es zurzeit schwer ist einen Job zu ergattern hat mich die letzte Zeit einfach mal an einem normalen Tag vor die Flimmerkiste getrieben. Aber was ist da bei den „Privaten“ los. Ist dieses „Opfer-TV“ wirklich so gewollt??? Müssen Menschen so dargestellt werden und welche bemitleidenswerten Menschen geben sich dafür her?

Schwiegertochter gesucht…

Schwer verliebt…

Transgender…

Haben die Produzenten dieser Sendungen denn heutzutage überhaupt keinen Stolz mehr? Es ist erschreckend, wie hier Menschen dargestellt werden. Meist sind es ja offensichtlich Menschen die nicht unbedingt gefestigt sind in ihrer Meinung und die vielleicht auch nicht viel Bezug zur Realität haben. Womit werden diese Menschen geködert, um sich dem Spott der Gesellschaft aus zu setzen? Natürlich ist jeder Mensch, der dort mitmacht für sich selbst verantwortlich, aber auch die Produzenten haben doch eine Verantwortung. Es ist auch eine offene Diffamierung die hier stattfindet. Bei „Schwer verliebt… „ werden fülligere Menschen ja schon praktisch als dumm dargestellt. Das ist echt erschreckend. Aber es muss ja auch die Menschen geben die sich diese produzierten Entgleisungen regelmäßig anschauen. Ist es wirklich das was die Gesellschaft sehen möchte? Ich verstehe es nicht wirklich. Aber auch zum Thema Transidents kam ja schon die eine oder andere Doku heraus. Bei eine Privaten kam die Doku „Transgender“. Ich habe mich sehr gefreut als ich gehört habe, dass sich ein Sender mit dem Thema beschäftigt. Ich wurde im Sommer dieses Jahres auch bei Facebook von einer Mitarbeiterin dieser Dokuproduktion angesprochen ob ich nicht mitmachen wolle. Zum Glück habe ich damals abgelehnt. Bei der ersten Folge der Serie habe ich noch Hurra geschrien. Sechs Mädels und ein Mann sprachen soweit gut über ihren Weg. Soweit alles gut. Die sehr patente Josi und der charmante Transmann Sam brachten einen sehr seriösen Touch in die Sendung. Aber dann ging es los. Von hüpfenden „Hupen“ über „Besichtigungstouren“ von Geschlechtsteilen auf öffentlichen Toiletten bis hin zum kleinen Plausch auf dem Gynäkologenstuhl mit gespreizten Flügeln über das „Bougieren“. Da ging bei mir die Halsschlagader auf Außendienst. Ist es wirklich das was die Gesellschaft über uns wissen möchte?? Oder ist es nur gemacht um die Sensationslust der Menschen zu stillen. Leider konnten Josi und Sam hier auch nichts mehr heraus reißen. Für mich als betroffene war hier die Grenze zum Fremdschämen eindeutig erreicht. Sollten Doku´s nicht über ein Thema sinnvoll berichten??? In all diesen Sendungen werden Menschen einfach nur falsch dargestellt und sehr oft auch bloßgestellt. Was ist da bloß im TV los???? Wie sehr ihr das?? Steht ihr darauf???

Dezember 15

Drei glückliche Tage…

Am Dienstag bin ich um 6 Uhr 42 in Richtung drei glücklicher Tage aufgebrochen. Schon die Fahrt im ICE der Deutschen Bummelbahn sollte dieses bestätigen. In einem ruhigen Abteil lernte ich eine nette Essenerin kennen, die Ihre Zeit der Fahrt mit mir teilte. Das nette Gespräch über „Gott und die Welt“ machte die Zugfahrt zu einer kurzweiligen Angelegenheit. An meinem Zielort angekommen konnte ich auch gleich meine große Tochter in die Arme schließen. Sie war gesundheitlich ein wenig angeschlagen und somit der Schule an dem Tag fern geblieben. Auch mit meiner Ex-Frau Nicole war es ein herzlicher Empfang. Nachdem ich die für mich anstrengende Zugfahrt mit einem Kaffee runtergespült hatte machten Nicole und ich uns auf den Weg der eigentlich der Grund meines Besuches war. Wir haben meine kleine süße Tochter vom Kindergarten abgeholt. Es war ihr Geburtstag an diesem Tag und aus meiner kleinen wurde somit eine „fast“ große kleine Maus. Im Kindergarten war auch alles wie ich es kannte. Ich war an dem Tag zum ersten Mal nach meinem Outing mitgegangen um meine kleine Maus abzuholen. Eine Begegnung mit einer ehemaligen Nachbarin aus meinem alten Heimatort die dort als Erzieherin arbeitete und mit dem Lieblingserzieher meiner Tochter, der jahrelang bei der Feuerwehr seinen Spint neben mir hatte, war wie immer. Die leuchtenden Augen meiner Tochter, als sie sah, dass ich es wirklich zu Ihrem Geburtstag geschafft hatte, waren der Himmel auf Erden für mich. Sie hatte mich vor Tagen ja am Telefon schon gefragt: „ …weißt du denn wo mein Haus wohnt?“. Ihre Frage hat mir die erschreckende Klarheit gebracht, dass es an ihr auch nicht spurlos vorbeigegangen ist, dass wir uns leider nur alle 4-5 Monate gesehen hatten. Aber das ist ja zum Glück vorbei, denn ich kann meine Kinder jetzt jeden Monat besuchen. Mit der kleenen und Nicole zuhause angekommen, konnte sie auch schon ihr Geschenk auspacken. Die herzliche Umarmung im Anschluss war ein Beweis dafür, dass ich immer noch den Geschmack meiner Töchter treffen konnte. Meine große bekam auch ihr Geschenk, obwohl sie ja erst am Sonntag ein Jahr älter werden würde. Beide waren glücklich und somit konnte auch mein Herz wieder strahlen. Drei Tage mit Spielen, viel kuscheln und quatschmachen waren wie immer viel zu schnell vorbei. Natürlich gab es auch wieder Neuigkeiten die man nicht unbedingt erwartet hatte. Meine große Tochter hatte ihr “erstes Mal”. Nein, nicht die große erste Liebe. Sie hat sich das erste Mal mit dummen Kommentaren von einem gleichaltrigem konfrontiert gesehen. Aber sie hat das „erste Mal“ für sich sehr gut gemeistert. Sie hat diesen Jungen einfach mal so stehen lassen mit seiner dummen Art. Da hat sich gezeigt, dass Nicole, Sabine und ich doch gute Arbeit in der Vorbereitung bei meiner Tochter für diesen Moment geleistet hatten. Natürlich war es für sie im Herzen schwer, dass so über ihren Vater gesprochen wird, aber sie weiß das es nur dumme Kommentare von unwissenden Menschen sind. Meine große…ich bin stolz auf dich. Auf der Rückfahrt von diesen wundervollen Tagen wurde mir dann im Taxi noch mal klar, wer schon alles von meinem Weg wusste. Die nette Taxifahrerin hatte mich erkannt und mir berichtet, das der Zeitungsartikel aus der WAZ, der schon vor einem Jahr erschienen ist von vielen in dem Ort gelesen wurde, obwohl die Zeitung dort gar nicht so verbreitet ist. Aber auch sie hatte die Situation verstanden und brachte zu Ausdruck, dass man so leben muss wie man sich gut fühlt. Schöner hätte ich es auch nicht sagen können.

Dezember 8

Auf zum Fotoshooting…

Biene und ich haben heute eine sehr schöne Nachricht bekommen. Die Zeitung die auch schon am Anfang des Jahres über uns einen Artikel geschrieben hatten möchten gerne die Story weiterführen. Somit erscheint irgendwann in diesem Jahr noch ein neuer Artikel über Bienes und mein Leben. Hierfür wurde uns heute der neue Termin zum Fotoshooting genannt. Es wird in der letzten Woche vor dem Weihnachtsfest irgendwo in Essen ein neues Shooting für uns geben. FREU. Hier drei Bilder vom letzten Shooting. Die Fotos sind im Krupp-Park hier in Essen entstanden. Die Fotografin war K. Kokoska für den WAZFotopool. Kerstin Kokoska/WAZ FotoPool Kerstin Kokoska/WAZ FotoPool Kerstin Kokoska/WAZ FotoPool

Dezember 7

Kaffee und Nasenbeinbruch…

Mädelsnachmittag in Essen. Tina, die nette Frau aus der Bahn, Sabine und ich haben uns in Essen auf dem Weihnachtsmarkt auf einen Kaffee verabredet. Aber auf Grund der Wetterlage haben wir uns dann für ein schickes Kaffee nahe dem Weihnachtsmarkt entschieden. Hier konnte man auch viel gemütlicher sitzen und klönen. Ein schöner Platz war schnell gefunden und nachdem die nette Bedienung unsere Bestellung gebracht hatte waren wir auch sofort in der Welt der typischen Frauengespräche. Eine richtig schöne Runde die wir da hatten. Ein dumpfer aber heftiger Knall lenkte unsere Aufmerksamkeit dann aber auf eine ältere Frau die beim Betreten des Kaffees eine Stufe der Treppe übersehen hatte und auf das Gesicht gefallen war. Sofort war eine Traube Menschen zum helfen da und somit war keine Veranlassung mehr da in das Geschehen ein zu greifen. Aber als ich dann nach 5 Minuten noch mal zu der Dame sah konnte ich es nicht glauben. Sie saß auf einem Stuhl und keiner mehr da. Nein, die Bedienungen waren wieder in der Arbeit vertieft. Als ich mir die Sache dann doch noch mal von nahem angeschaut hatte war doch ein Handeln nötig. Die Nase blutete, war sehr stark geschwollen und auch der kleine Finger der einen Hand war stark angeschwollen und blutete ebenfalls. Nachdem die Bedienung mir auf Bitten dann einen Verbandskasten bringen konnte, wurden auch schon die Wundauflagen aus „Servierten“ durch vernünftiges Verbandsmaterial ersetzt. Ein paar Fragen machten auch schnell klar, dass sie trotz des Sturzes im hier und jetzt war. Nur noch die Übergabe an die dann eintreffende Rettungswagenbesatzung und schon war ich wieder in der Welt der Frauengespräche. Das war trotz des kleinen Zwischenfalls ein wunderschöner Nachmittag. Wie würde es der alte Bogart sagen:“ Der Beginn einer wundervollen Freundschaft mit Tina, Biene und mir.“